Die Kölner Derbyhelden Matthias Risse und Torwart Kessler feiern Tabellenplatz vier - © imago / mika
Die Kölner Derbyhelden Matthias Risse und Torwart Kessler feiern Tabellenplatz vier - © imago / mika
Bundesliga

Die Kölner Derbyhelden: "Schiess bitte einfach drauf"

Mönchengladbach - Zwei gebürtige Kölner entscheiden das rheinische Nachbarschaftsduell und werden zu Derbyhelden beim 2:1-Erfolg des 1. FC Köln: Thomas Kessler und Marcel Risse. Mit zahlreichen Glanzparaden hielt Keeper Kessler die Geißbockelf nach dem Rückstand im Spiel, in der Nachspielzeit donnerte Riese Risse den Ball aus 34 Metern in den Winkel des Gladbacher Tores. So kam es zu einem zugegebenermaßen etwas glücklichen Kölner Auswärtssieg. Die beiden Matchwinner gewährten dann nach dem Schlusspfiff einen Einblick in ihre Gefühlswelt.

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Frage: Marcel Risse, das war in der 91. Minute wohl im wahrsten Sinne des Wortes ein Schuss ins Glück. Was haben Sie gedacht, nachdem Ihr Geschoss im Gladbacher Tor einschlug?

Marcel Risse: Viel gedacht habe ich in dem Moment nicht mehr. Das war die pure Euphorie. Wenn ich mir eine Situation hätte aussuchen dürfen, in der ich so ein Tor schieße, hätte ich definitiv die letzte Minute im Derby gegen Mönchengladbach genommen. Vielleicht noch etwas lieber zuhause. Aber es war schon ein unglaubliches Glücksgefühl. Ich habe noch kein emotionaleres Tor geschossen.

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Frage: Thomas Kessler, Sie standen beim Freistoß von Marcel Risse weit weg. Haben Sie ihm zugetraut, den Ball im Tor zu versenken?

Thomas Kessler: Ja. Das "Schlimme" bei Marcel ist ja, dass er das viel öfter tun könnte. Jetzt hat er es zum zweiten Mal in einem Jahr getan. Aber im Training macht er das seit vier Jahren permanent und geht mir damit richtig auf den Keks. Ich habe ihm schon tausendmal gesagt, dass er eine Etage tiefer schießen soll. Wir haben auch schon gewitzelt und gesagt, dass wir die DFL mal bitten müssten, dass wir ein Bundesliga-Spiel am Geißbockheim austragen dürfen, damit er mal einen Freistoß reinhaut. Eben hat er mir dann tatsächlich erzählt - und ich weiß gar nicht, ob ich das verraten darf - dass er, nachdem der Ball im Tor eingeschlagen ist, sich umgeguckt und die Geschäftsstelle gesucht hat.

Frage: War der Ball unhaltbar?

Kessler: Wenn sich heute irgendein Experte hinstellt und Yann Sommer einen Vorwurf macht, dass er den Freistoß nicht hält, hat der keine Ahnung von Fußball. Die Schüsse von Marcel sind wie ein Kaninchen und wechseln zehnmal die Richtung. Schon als der Ball Marcel vom Fuß ging, wusste ich, dass er einschlägt. Ich freue mich unfassbar für ihn, weil er ein feiner Kerl und Kölner durch und durch ist.

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