München - Seit dem 13. Spieltag steht Borussia Mönchengladbach auf dem letzten Tabellenplatz, der Abstand zum Relegationsplatz betrug schon mal sieben Zähler, aktuell sind es nur noch drei. Deshalb haben die "Fohlen" die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch lange nicht aufgegeben.

Drei Siege aus vier Partien - so lautet das Ziel der Gladbacher, die damit ihr Punktekonto auf 35 Zähler schrauben könnten. Trainer Lucien Favre erwartet, dass mit dieser Ausbeute der Sprung in die Relegation geschafft werden könnte.

Im Gespräch mit bundesliga.de spricht Favre über den kommenden Gegner Dortmund, den Schlüssel zum Erfolg und das schwere Restprogramm der Gladbacher.

bundesliga.de: Herr Favre, die Niederlage in Mainz war äußerst bitter, denn das Gegentor fiel erst kurz vor Schluss. Wie richten Sie Ihre Mannschaft in dieser Woche wieder auf?

Favre: Es war ziemlich hart für uns in Mainz, denn wir hätten dort etwas erreichen können. Wir haben sehr gut gespielt, leider 30 Minuten lang nur zu zehnt, trotzdem hätten wir auch einen Sieg erzielen können. Das Gegentor von Schürrle drei Minuten vor Schluss tut weh, aber das Spiel ist vorbei. Die Chance, den Abstieg zu vermeiden, ist dagegen noch da. Wir wissen aber, dass wir noch neun Punkte aus den kommenden vier Spielen brauchen.

bundesliga.de: Durch das Remis sind St. Pauli und Wolfsburg wieder auf drei Punkte weg. Trotzdem dürften die Gladbacher sich über das Ergebnis gefreut haben, oder?

Favre: Das 2:2 war gut für uns, aber die anderen Teams interessieren mich eigentlich nicht. Wir müssen unsere Punkte machen. Mit 35 Punkten kann man eventuell die Relegation erreichen, und das wäre für uns ein sehr gutes Ergebnis.

bundesliga.de: Allerdings sieht das Restprogramm für Gladbach extrem schwer aus. Am kommenden Samstag kommt Spitzenreiter Dortmund mit vielen Fans in den Borussia-Park. Falls Leverkusen zuvor nicht gewinnt, könnte der BVB den Titel festmachen. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Favre: Für mich ist klar, dass Dortmund Meister wird, denn sie sind die beste Mannschaft in dieser Saison. Sie haben in den letzten drei Jahren eine super Mannschaft aufgebaut und zwar Schritt für Schritt. Mit der Verpflichtung von Neven Subotic von Mainz hat Jürgen Klopp meiner Meinung nach den Stein ins Rollen gebracht. Das haben die Dortmunder fortgeführt und sehr gute Transfers getätigt.

bundesliga.de: Wie wollen Sie den BVB daran hindern, Punkte mitzunehmen?

Favre: Es ist kein Zufall, dass Dortmund da steht, wo es steht. Uns muss das aber am Samstag egal sein. Dortmund ist eine sehr starke Mannschaft, die viel Qualität nach vorne hat, insbesondere wenn sie den Ball erobert und kontern kann. Trotzdem dürfen wir nur auf uns schauen.

bundesliga.de: Bis auf das Spiel gegen Lautern haben sich die "Fohlen" unter Ihrer Leitung ja sehr heimstark gezeigt. Macht das Mut gegen die stärkste Auswärtsmannschaft der Bundesliga?

Favre: Unsere Spielweise ist zuhause und auswärts eigentlich gleich, aber momentan haben wir zuhause mehr Erfolg. Wir müssen gegen Dortmund nach vorne spielen und uns mehr Torchancen erarbeiten. Dafür brauchen wir auch mehr Kreativität, sonst wird es schwer, das Spiel zu gewinnen. Dortmund ist zwar sehr stark, aber wir dürfen keine Angst haben.

bundesliga.de: Mike Hanke, der im letzten Heimspiel gegen Köln eine hervorragende Leistung zeigte, wird allerdings ein offensiver Spieler mit einer Gelb-Sperre fehlen. Wie schwer wiegt dieser Ausfall?

Favre: Momentan kann ich noch gar nicht sagen, wer am Samstag vorne spielen wird. Ich entscheide mich erst Ende der Woche. Bis dahin trainieren wir hart weiter.

bundesliga.de: Ist Igor de Camargo nach seiner Verletzungspause schon wieder eine Option?

Favre: Er hat sich ja nach dem Spiel gegen Hoffenheim Anfang März im Training verletzt. Das dauert schon fünf, sechs Wochen. Er hat zwar teilweise schon mit der Mannschaft trainiert, aber da muss man abwarten, ob er im Kader stehen kann.

bundesliga.de: Nach dem Dortmund-Spiel muss Ihre Mannschaft noch gegen Hannover, Freiburg und Hamburg ran. Was macht Sie optimistisch, dass der Klassenerhalt doch noch klappt?

Favre: Das Restprogramm ist sehr schwer mit Dortmund zuhause und dann auswärts gegen Hannover. Aber wir haben keine andere Wahl, als die neun Punkte zu holen. Im Fußball geht es so schnell und alles ist möglich.

Das Gespräch führte Jessica Pulter