Frankfurt - Der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und des VfB Stuttgart, Gerhard Mayer-Vorfelder, ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

Gerhard Mayer-Vorfelder machte sich Zeit seines Lebens als Sportfunktionär um den deutschen Fußball verdient. Zwischen 1986 und 2000 war er DFB-Ligaausschuss-Vorsitzender, zuletzt Ehrenangehöriger des Ligaverbandes.

Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball zum Tod von Gerhard Mayer-Vorfelder:

"Mit Gerhard Mayer-Vorfelder verliert der deutsche Fußball eine seiner bedeutendsten Persönlichkeiten, vor allem durch sein Wirken für den Profifußball hat er Maßstäbe gesetzt. Für den damals noch beim Deutschen Fußball-Bund angesiedelten Profifußball war Gerhard Mayer-Vorfelder als Ligaausschuss-Vorsitzender zwischen 1986 und 2000 ein großartiger Impulsgeber und Motor auf dem Weg in die Eigenständigkeit der Bundesliga und der 2. Bundesliga durch die Gründung des Ligaverbandes vor 15 Jahren. Als Präsident des VfB Stuttgart von 1975 bis 2000 war Gerhard Mayer-Vorfelder mit den Belangen des Profifußballs unmittelbar überaus gut vertraut. Verdientermaßen wurde er für sein Schaffen als Ehrenangehöriger des Ligaverbandes gewürdigt. In der Bundesliga-Stiftung war Gerhard Mayer-Vorfelder Kuratoriumsmitglied.

Als DFB-Präsident hat er sich zwischen 2001 und 2006 gleichermaßen für den Amateurfußball und die "kleinen" Clubs eingesetzt und sich insbesondere durch seinen Einsatz für die Nachwuchsförderung außerordentliche Verdienste erworben. Die Nachhaltigkeit dieser Maßnahmen, zu denen auch die verbindliche Einführung der Nachwuchsleistungszentren für die Proficlubs gehört, wurde vor allem auch durch den Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien deutlich.

Auf internationaler Ebene hat Gerhard Mayer-Vorfelder als langjähriges Mitglied im FIFA- und im UEFA-Exekutivkomitee insbesondere auch die Interessen des deutschen Fußballs mit der ihm eigenen kämpferischen und engagierten Art vertreten. Eine wichtige Rolle hat Gerhard Mayer-Vorfelder auch bei der Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land als Aufsichtsratsvorsitzender des lokalen Organisationskomitees gespielt.

Persönlich habe ich Gerhard Mayer-Vorfelder für seine vielfältige Arbeit für den Fußball überaus geschätzt. Vor allem habe ich ihn aber auch als einen Menschen kennengelernt, der bei seinen Kollegen und Mitarbeitern in nationalen wie internationalen Verbänden sowie in den Clubs nicht zuletzt aufgrund seiner hohen sozialen Kompetenz sehr angesehen war.

Das Mitgefühl des Ligaverbandes und seiner Clubs sowie der DFL Deutsche Fußball Liga gilt der Familie von Gerhard Mayer-Vorfelder, seiner Frau Margit und vier Kindern."

Weitere Reaktionen:

Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident): "Mit Gerhard Mayer-Vorfelder geht eine prägende Figur des deutschen Fußballs. Ich habe ihn in all den Jahren immer als gradlinigen, entschlossenen und kompetenten Menschen kennen gelernt, der sich mit viel Engagement für den Sport eingesetzt hat und dabei immer die Bedürfnisse der Spieler im Blick hatte."

Bernd Wahler (Präsident VfB Stuttgart): "Der Tod unseres Ehrenpräsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder ist ein großer Verlust für die VfB-Familie. Mit ihm verlieren wir eine der prägendsten Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte und des deutschen Fußballs. Der VfB hat Gerhard Mayer-Vorfelder sehr viel zu verdanken. Er war ein weitsichtiger Vordenker, der sich mit Herzblut für die Interessen seines VfB und des gesamten Fußballs eingesetzt hat."

Joachim Löw (Bundestrainer): "Mich stimmt die Nachricht vom Tod von Gerhard Mayer-Vorfelder sehr traurig und meine Gedanken sind bei seiner Frau Margit und seiner Familie. Gleichzeitig verbinden mich viele positive Erinnerungen und Erlebnisse mit 'MV', sowohl aus unserer gemeinsamen Zeit in Stuttgart, wo ich ihn als Spieler und Trainer kennenlernen durfte, als auch später beim DFB. Er war eine starke Persönlichkeit mit einer riesigen Fußballkompetenz, mit ihm konnte man wunderbar über Fußball diskutieren, auch kontrovers. Für ihn standen neben dem Erfolg die Belange der Aktiven stets im Mittelpunkt, für uns hatte er immer ein offenes Ohr, sein Blick ging über den Tellerrand hinaus. Ich bin ihm für vieles sehr dankbar."