Im Spiel bei Eintracht Frankfurt lag Freud und Leid für Arminia Bielefelds Mittelfeldspieler Oliver Kirch nah beieinander.

Erst bereitete er den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 durch Artur Wichniarek vor, dann musste er in der 38. Minute verletzt ausgewechselt werden. Bei einem Sturz hatte sich der 26-Jährige den Unteram gebrochen.

Im Interview spricht er über seine Verletzung, die momentane Situation bei Arminia Bielefeld und über die Aufsteiger aus Köln und Mönchengladbach.

Frage: Hallo Herr Kirch. Zur Zeit haben Sie immer noch mit Ihrem Unterarmbruch zu tun. Kann man schon absehen, wie lange die Genesung dauern wird?

Oliver Kirch: Die Heilungsphase soll rund sechs Wochen beanspruchen, aber schon vorher, wahrscheinlich ab nächster Woche, kann ich natürlich Rad fahren und laufen, alles was nicht unbedingt mit Zweikämpfen zu tun hat, auch ein wenig Ballarbeit. Bis ich voll in die Zweikämpfe gehen und mich beim Fallen richtig abstützen kann, das dauert schon noch eine Weile. Das "Gute" an einer Armverletzung ist, dass man nicht so sehr an Substanz verliert, da ich Kreislauf- und Konditionstraining absolvieren kann. Nur der Fußball muss erst einmal ein wenig hinten anstehen.

Frage: Sie waren zuletzt gut drauf, haben ordentliche Spiele abgeliefert. Ärgert Sie dann so eine Verletzung besonders?

Kirch: Ja, klar. Aber ich habe schon schlimmere Sachen durchgemacht als einen Armbruch. Das ist nichts, was mich großartig zurückwirft, auch psychisch nicht. Ich weiß, wie ich mit Verletzungen umzugehen habe und wie ich schnellstmöglich wieder den Anschluss an die Mannschaft finde. Es ist sicher ärgerlich, aber normales Berufsrisiko.

Frage: Gegen Frankfurt und Karlsruhe waren für Bielefeld durchaus Siege möglich, wodurch die Stimmung wahrscheinlich außerordentlich gut gewesen wäre. So gab es nach der Niederlage am Freitag sogar Pfiffe aus dem Publikum.

Kirch: Die Situation kennen wir, gerade auch aus der letzten Saison. Es ist klar, dass die Fans unzufrieden sind und ihren Unmut auch akustisch kundtun, wenn man ein Spiel gegen einen direkten Konkurrenten verliert und so den Sprung aus der Gefahrenzone verpasst. Ich sehe die Situation allerdings nicht so dramatisch, es ist ja nicht so, als wären wir weit abgeschlagen. Insgesamt überwiegen die Spiele, in denen wir gut gespielt haben, gerade auch gegen Topmannschaften. Das Problem ist eben, dass man die vermeintlich schwächeren oder gleichwertigen Gegner schlagen muss, und das haben wir nicht geschafft.

Frage: Dass jetzt alle drei Aufsteiger die Bundesliga aufmischen, wie es vor der Saison prophezeit wurde, scheint nicht der Fall zu sein. Zumindest Köln und Gladbach sind durchaus Gegner, die mit der Arminia auf Augenhöhe stehen, oder?

Kirch: Genau, das habe ich auch vor der Saison gesagt. Die Bundesliga ist nun mal ein hartes Brot, da musst du dich erst mal durchbeißen. Das haben wir die letzten vier Jahre geschafft und ich gehe davon aus, dass wir das auch ein fünftes Jahr schaffen.