München - Transfers im Winter sind bei vielen Bundesliga-Managern ähnlich beliebt wie Shopping am Tag vor Weihnachten. Überfüllte Märkte, viel Ramsch im Angebot und über allem schwebt die latente Gefahr von kostspieligen Panikkäufen.  

Viele Clubs scheuen deshalb die Risiken, die mit Winter-Neuzugängen verbunden sind: Die Integration gilt als schwierig, weil sich Hierarchien im Team bereits gebildet haben. Die Vorbereitungszeit ist wesentlich kürzer als im Sommer. Und was vielleicht am schwersten wiegt: Wintertransfers wirken wie ein Eingeständnis, dass während der Planung vor der Saison Fehler begangen wurden. Trotz dieser Unwägbarkeiten glückt es einzelnen Managern aber immer wieder, im Winter Verstärkungen zu holen (). bundesliga.de blickt auf elf Positivbeispiele aus den vergangenen fünf Jahren.

2009: Gladbach holt Dante aus Lüttich

Dante kam im Januar 2009 aus Belgien nach Mönchengladbach. Der Brasilianer war damals nur Experten ein Begriff, entwickelte sich in Deutschland schnell zur Kultfigur - zunächst auf Grund seiner prägnanten Haarpracht, schnell aber auch dank prägnanter Leistungen. Die Borussia war, als Dante kam, Tabellenletzter, schaffte in der Rückrunde noch den Sprung auf Rang 15. Dante verbesserte sich kontinuierlich, führte die Borussia 2011/12 in die Champions-League-Qualifikation. Nach seinem Wechsel 2012 zum FC Bayern avancierte der Linksfuß auch dort zum Leistungsträger und war Abwehrchef beim Triple-Gewinn.

2010: "Van the Man" knipst für den HSV

Ruud van Nistelrooy war sicher der spektakulärste Wintertransfer der letzten Jahre, er kam im Januar 2010 von Real Madrid zum HSV. Er spielte eine gute Rückrunde, erzielte fünf Tore in elf Partien. Mit insgesamt zwölf Treffern in 36 Bundesliga-Spielen war seine HSV-Bilanz besser als sie viele in Erinnerung haben. Wochenlang war die Öffentlichkeit fasziniert von den Auftritten der lebenden Legende, Real Madrid wollte ihn sogar zurückholen. Erst die verweigerte Freigabe durch den HSV führte zu einem Leistungseinbruch.


2010: Eine Lebensversicherung für den Sport-Club

Im Januar 2010 kaufte der SC Freiburg Stürmer Papiss Cisse vom FC Metz.  "Papiss Cisse ist eine Verpflichtung mit Perspektive", sagte der damalige SC-Sportdirektor Dirk Dufner. Und was für einer Perspektive! In nur 65 Bundesliga-Spielen knipste sich der Senegalese zum Rekordtorschützen der Freiburger, 37 Mal netzte er ein. In der Rückrunde 2009/10 brachten die sechs Cisse-Treffer sechs Punkte ein. Ohne diese Punkte wären die Breisgauer abgestiegen. In der Winterpause 2011/12 verließ Cisse den Sport-Club in Richtung Newcastle.         


2011: TSG lockt Samba-Kicker mit Perspektive

Roberto Firmino ist ein Beispiel dafür, dass im Winter nicht nur Nottransfers getätigt werden, sondern auch Perspektivspieler eingekauft werden. Der Brasilianer kam im Januar 2011 von Figueirense FC nach Hoffenheim, wo er sich in Ruhe entwickeln sollte. Doch schon in der Rückrunde 2010/11 kam er zu elf Einsätzen, traf dabei drei Mal. Insgesamt war Firmino an 35 Toren beteiligt - in den letzten drei Jahren sammelte nur ein jüngerer Spieler mehr Scorer-Punkte: Mario Götze (55).


2011: Stranzl straft seine Kritiker Lügen

Martin Stranzl kam Anfang 2011 von Spartak Moskau zu Borussia Mönchengladbach. Für viele galt der Österreicher mit seiner robusten Spielweise damals als Auslaufmodell. Doch Stranzl war sofort gesetzt, verpasste in der Rückrunde 2010/11 keine Minute. Mittlerweile führt Stranzl die Borussen regelmäßig als Kapitän aufs Feld und ist ein Muster an Beständigkeit. Er war beispielsweise der zweikampfstärkste Bundesliga-Spieler der vergangenen Saison.

2012: Ibisevic sofort auf Temperatur

Vedad Ibisevic kam im Januar 2012 von Hoffenheim zum VfB Stuttgart und schlug direkt ein: Acht Mal knipste er in 15 Rückrundenspielen. Der damalige Trainer Bruno Labbadia befand zu Recht: "Vedad veredelt unser Spiel." Seitdem haben die Schwaben 105 Treffer erzielt, an 46 davon war der Bosnier beteiligt. 32 Tore schoss Ibisevic in den letzten zwei Jahren für den VfB, einzig Stefan Kießling (47 Treffer) und Robert Lewandowski (43 Tore) trafen in diesem Zeitraum häufiger.