München - Ungewöhnliches geschah am letzten Wochenende. Keiner der neun Gastgeber konnte an diesem 20. Spieltag die drei Punkte im eigenen Stadion behalten. Es gab keinen einzigen Heimsieg. Gab es das überhaupt schon einmal? Die bundesliga.de-Datenbank gibt Aufschluss darüber.

Und die Antwort lautet: Ja, das passierte bereits. Genau genommen geschah das nun bereits zum fünften Mal in der Bundesliga-Geschichte! Das letzte Mal zuvor hatte es dies vor 14 Jahren gegeben (am 24. Spieltag der Saison 1997/98).

Anzahl der Heimsiege steigt wieder

Dieser Spieltag entsprach aber nicht dem allgemeinen Trend. Denn es gab in dieser Saison nach 20 Spieltagen mehr Heimsiege (81) als zum gleichen Zeitpunkt in den letzten beiden Jahren, in denen es allerdings auch nur sehr wenige Erfolge der Gastgeber zu verzeichnen gab (2009/10: 71 Heimsiege; 2010/11: 79).

Im historischen Vergleich sind die bisherigen 81 Heimerfolge eher als wenig einzuschätzen: Nur in sieben Spielzeiten gab es nach 20 Runden weniger Heimsiege als in dieser Saison.

Der Rekord an Heimsiegen nach 20 Spieltagen stammt aus der Saison 1972/73, als es zu diesem Zeitpunkt bereits 112 Heimerfolge gab. Die wenigsten Heimsiege gab es 2009/10 und 1995/96 (jeweils 71).

Vier Teams schon jetzt besser als im Vorjahr

Die größte Verbesserung in den Heimspielen, und damit hauptverantwortlich für die größere Anzahl an Heimsiegen gegenüber den letzten beiden Jahren, erlebte Borussia Mönchengladbach: Letzte Saison war die Borussia das zweitschwächste Heimteam (fünf Siege, neun Niederlagen und nur 18 Punkte), jetzt hat die Borussia daheim noch gar nicht verloren (sieben Siege und drei Unentschieden; also 24 Punkte in zehn Spielen).

Auch der VfL Wolfsburg, Werder Bremen und der FC Schalke 04 haben in dieser Saison schon mehr Heimspiele gewonnen als in der gesamten letzten Spielzeit.

Hertha bleibt heimschwach

Nur drei Mannschaften haben in dieser Saison bisher zuhause weniger Punkte geholt als auswärts: Bayer Leverkusen (15/16), der Hamburger SV (11/12) und Hertha BSC (9/11).

Der "Werkself" kennt dieses Phänomen zu diesem Zeitpunkt bereits aus der letzten Saison. Auch für die Hertha sind Probleme vor eigenem Publikum nichts Neues. Vor zwei Jahren holten die Berliner in der ganzen Saison nur neun Punkte im Olympiastadion. Und stiegen ab. Diese Geschichte soll sich nicht wiederholen.

Tobias Gonscherowski