München - Sein Stern ging in den Europa-League-Playoffs des vergangenen Sommers auf, als er Schalkes internationale Saison fast sehr frühzeitig beendet hatte. Die Rede ist von Teemu Pukki , dem finnischen Stürmer der für den HJK Helsinki in den zwei Europacup-Spielen gegen Schalke drei Tore schoss, und dann kurze Zeit später von eben diesen Schalkern verpflichtet wurde.

In den Spielen gegen Schalke hatte er die Verantwortlichen der "Knappen" von seinem Können überzeugt, obwohl sie ihn bisher gar nicht auf dem Zettel gehabt hatten. Für viel Geld kauften die Schalker Pukki aus seinem laufenden Vertrag bei Helsinki heraus und sicherten sich die Dienste des 21 Jahre alten Stürmers. Dieser zahlte das Vertrauen mit drei Toren sowie einer Vorlage in acht Spielen der Hinrunde zurück.

Doppelpack zum Startelf-Debüt

Besonders in Erinnerung geblieben ist sein Schalker Startelf-Debüt am 12. Spieltag. In der Partie bei Hannover 96 brachte Pukki die "Knappen" zunächst mit 1:0 in Führung. Dann mussten seine Schalker allerdings einen 1:2-Rückstand hinnehmen den Pukki zum 2:2 ausglich und seinem Team so ein Unentschieden sicherte.

Im ersten Spiel von Beginn an hat Pukki damit gleich ein Doppelpack erzielt. Kein allzu schlechter Start für die Bundesligakarriere des finnischen Stürmers, der sich mit seiner Spielweise auch schnell einen Platz im Herzen der Schalker Fans erobern konnte.

Doch was macht den 21 Jahre alten Schalker sonst noch aus? bundesliga.de hat zehn interessante Fakten zusammengestellt, die den Spieler auf dem Platz, und den Menschen neben dem Platz, charakterisieren.

Geboren in Kotka

Die finnische Hafenstadt Kotka ist nicht unbedingt für große Schlagzeilen bekannt. Doch neben der Tatsache, dass sie sich als Geburtsstadt des finnischen Bundesligastars Teemu Pukki bezeichnen darf, hat Kotka noch einiges mehr zu bieten. Zum Beispiel den ältesten erhaltenen Eisbrecher der Welt, der im Hafen von Kotka ankert. Neben dem Hafen, der der größte Exporthafen Finnlands ist, ist vor allem das Maretarium (Meerwasser-Aquarium) eine Touristenatraktion. In Deutschland ist Kotka vermutlich höchstens den Einwohnern von Greifswald und Lübeck ein Begriff, deren Partnerstadt Kotka ist.

Sprints und Raul

Offenbar war schon der kleine Teemu sehr sportlich. In der "Bild" lüftete er das Geheimnis seiner Antrittsschnelligkeit. "Ich mache seit meiner Kindheit Sprint-Übungen. Das zahlt sich jetzt aus". Offenbar wollte Pukki schon als Kind die Grundlage für eine spätere Profikarriere legen. Oder er wollte einfach nur seinem großen Vorbild aus Kindertagen nacheifern: Raul! Der jetzige Teamkollege und direkte Konkurrent im Kampf um den Platz im Sturm, bezeichnet Pukki nämlich als "ein Idol meiner Jugend".

Kotkas Arbeiter-Verein

Pukkis Heimatverein FC KooTeePee ist zwar nicht gerade ein Top-Verein in Finnland, aber immerhin spielte der aktuelle Zweitligist schon mehrmals in der höchsten Spielklasse des Landes. Unter anderem am 21. April 2006 als der damals gerade 16 gewordene Pukki sein Profidebüt gab. Im Spiel gegen den finnischen Rekordmeister HJK Helsinki kam er das erste Mal in der Veikkausliiga für Kotkas Arbeiter-Verein (so die deutsche Übersetzung für den Vereinsnamen) zum Einsatz. Seine Heimspiele absolviert der Verein übrigens in der Arto Tolsa Areena, die für die Olympischen Sommerspiele 1952 gebaut wurde.

Finnischer Nationalspieler

Durch sein Profidebüt im Alter von 16 Jahren beim FC KooTeePee, rückte das junge Sturm-Talent in den Fokus der finnischen Nationalmannschaft. Pukki spielte bereits ab der U-15 Nationalmannschaft für sein Heimatland und kam auch in den darauffolgenden Altersklassen regelmäßig zum Einsatz. Insgesamt absolvierte Pukki 52 Jugend-Länderspiele, die letzten bei der U-21-Nationalmannschaft. Im Alter von nur 18 Jahren kam er am 4. Februar 2009 zu seinem A-Länderspieldebüt. Beim Spiel gegen Japan, in dem Finnland eine 1:5-Pleite einstecken musste, wurde Pukki für Volksheld Jari Litmanen eingewechselt.

Stolperstart

Trotz des großen Talents, ging es zu Beginn seiner Karriere nur schleppend voran für Pukki. Nachdem er bei KooTeePee überzeugte, spielte er sich bald in die Notizbücher der europäischen Topklubs. Chelsea London, Juventus Turin und der FC Sevilla hatten Interesse am finnischen Supertalent. Der spanische Spitzenklub machte das Rennen und ließ den Stürmer zunächst in Jugend,- und Reservemannschaften auflaufen. Als er seine Chance im Profiteam bekam, konnte er sie nicht nutzen und wurde wieder in die zweite Mannschaft versetzt. Es folgte der Wechsel zurück in die finnische Heimat.

28 Minuten

"Jeder Mensch kann in seinem Leben 15 Minuten Ruhm für sich beanspruchen". Dieses Zitat, was vom amerikanischen Pop-Art Künstler Andy Warhol stammen soll, trifft für einige Menschen mehr zu, für die meisten aber weniger. Für Teemu Pukki dauerte der Ruhm zu Beginn seiner Karriere sogar 28 Minuten an, in denen ihm tausende Zuschauer zujubelten. Trotzdem ist das sehr wenig für Fußballprofis, die es gewohnt sind zumindest ein Mal in der Woche für 90 Minuten im Mittelpunkt von tausenden Menschen zu stehen. 28 Minuten - so kurz war Pukkis gesamte Einsatzzeit im Profiteam des FC Sevilla.

In Aachen durchgefallen

Teemu Pukki wäre vor eineinhalb Jahren fast schon bei einem anderen Profiteam in Deutschland gelandet. Nachdem er im Sommer 2010 einsehen musste, dass ihm der Durchbruch in Sevilla nicht mehr gelingen würde, entschied er sich für ein Probetraining bei Alemannia Aachen. Die Aachener befanden ihn allerdings nicht für gut genug und so ging Pukki stattdessen zum HJK Helsinki. Inzwischen bei Schalke gelandet, ist Pukki sogar zum Trendsetter geworden. Mit Alexander Ring wechselte ein früherer Teamkollege ebenfalls vom HJK Helsinki in die Bundesliga (Gladbach).

Youtube-Star

Auch im Internet ist der Schalker Stürmer erfolgreich. Gibt man Pukkis Namen auf der Video-Plattform Youtube ein, so landet man schnell beim "Pukki-Song". Gleich als erster Treffer wird der Pukki-Song angezeigt, der bereits über 86.000 Mal geklickt wurde. Das Video ehrt den Schalker Publikumsliebling mit einem eigenen von Fans komponierten und aufgenommenen Lied. Nach seinen beiden ersten Bundesliga-Toren für Schalke am 12. Spieltag, ließ die Reaktion der Fans nicht lange auf sich warten. Sofort wurde ein neuer Pukki-Song ins Netz gestellt, in dem die beiden ersten Pukki-Tore gefeiert werden.

Freundin spielt Basketball

Teemu Pukkis Freundin ist ähnlich sportlich wie ihr Freund. Die 21 Jahre alte Saara Lehtoranta spielt Basketball. Und das offenbar auf gutem Niveau, denn die Pukki-Freundin ist für Keravan Kori-80 in der zweiten finnischen Basketball-Liga aktiv. Nebenbei studiert Lehtoranta noch Sport, was auch der Grund für die Tatsache ist, dass sie bisher noch nicht mit ihrem Freund nach Deutschland gezogen ist. Zuerst will sie ihr Studium beenden, um dann zu gucken was die Zukunft bringt. Einen Basketballklub im Ruhrgebiet zu finden, dürfte nicht schwer sein. Daran sollte der Umzug also nicht scheitern...

Weihnachtsmann und Rehbock

Einen interessanten Spitznamen hat Teemu Pukki auf Schalke nicht bekommen, aber sein Nachname ist auch schon spannend genung. Pukki heißt ins Deutsche übersetzt Rehbock. Doch da der Schalker Stürmer keine Ähnlichkeit mit einem männlichen Hirsch aufweist, ist vielleicht die zweite Übersetzung passender: Weihnachtsmann. Weil die Weihnachtsmänner in Finnland einen Rehbock dabei haben, kann Pukki auch so übersetzt werden. Noch kurioser ist nur, die altgriechische Herkunft seines Vornamens. Dort wird aus Teemu nämlich Nikodemus, was so viel wie "Sieg des Volkes" bedeutet.