Köln - Mit großer Unterstützung der DFL Deutsche Fußball Liga treibt die Europäische Fußball-Union (UEFA) ihr Projekt voran, alle Mitgliedsverbände und –clubs zu verpflichten, einen Fanbeauftragten einzusetzen. Am 7. und 8. Juni fand in Nyon (Schweiz) das dritte Experten-Meeting statt, das sich mit der Ausbildung und Qualifizierung des sogenannten Supporter Liaison Officer (SLO) beschäftigte. Einen SLO müssen die europäischen Vereine ab der Saison 2012/13 im Rahmen der neuen UEFA-Clublizenzierung und des Financial Fair Plays benennen.

Auf der Grundlage des Handbuchs für Fanbeauftragte, das die DFL im Jahr 2009 für die Fanbetreuung in der Bundesliga und 2. Bundesliga herausgegeben hat, werden die Anforderungen und Aufgaben des SLO diskutiert. Dieser Höchststandard muss für die übrigen 52 Mitgliedsverbände der UEFA auf ein entsprechend umsetzbares Niveau geändert werden.

"SLO-Projekt ist sehr begrüßenswert"

Marco Rühmann, Projektmanager Fanangelegenheiten der DFL und Teilnehmer in Nyon: "Die Entwicklung des SLO-Projekts von UEFA und Supporters Direct im Bereich der Fanbetreuung auf europäischer Ebene ist sehr begrüßenswert. Auch die professionellen Fußballclubs der Bundesliga und 2. Bundesliga werden von einheitlichen Standards profitieren – spätestens bei den nächsten Begegnungen in einem europäischen Wettbewerb. Spannend wird es zu beobachten, wie die vermeintlich kleineren Verbände mit dieser neuen Vorgabe umgehen und den SLO implementieren."

Als weiteren konkreten Schritt besprach die Expertenrunde in Nyon, wie die jeweiligen nationalen Mitgliedsverbände zunächst einen verantwortlichen Koordinator installieren und ausbilden könnten. Dieser Koordinator wäre dann wiederum für die Ausbildung der SLO in den einzelnen Clubs zuständig – ähnlich dem Modell der Abteilung Fanangelegenheiten der DFL.

Fanorganisation Supporters Direct (SD) organisiert das SLO-Projekt

Neben der DFL begleitet und organisiert die Fanorganisation Supporters Direct (SD) das SLO-Projekt. SD wird eine Fülle von Maßnahmen und Materialien entwickeln, die im ersten Schritt die Ausbildung der Koordinatoren unterstützt. Dazu gehören ein eigenes SLO-Handbuch, Lehrfilme, Checklisten oder Präsentationen. Die Workshops für die Koordinatoren der Verbände sind für die Zeit von Juli bis September 2011 vorgesehen.

Im zweiten Schritt sollen die Koordinatoren die Schulung und Qualifizierung der SLO der jeweiligen Clubs in den einzelnen Verbänden übernehmen. Auch dafür wird SD das entsprechende Ausbildungsmaterial zur Verfügung stellen. Diese Workshops sind für den Zeitraum September 2011 bis März 2012 vorgesehen.

Relevante Ansprechpartner im Ausland für DFL-Fanbeauftragte

Thomas Schneider, Leiter Fanangelegenheiten der DFL: "Fußballfans werden immer mobiler und begleiten ihre Mannschaft in steigender Zahl auch bei europäischen Spielen. Die Fans von Mainz und Hannover werden sicherlich besonders motiviert sein, ihre Mannschaften auf europäischer Bühne zu unterstützen. Um interkulturellen Konflikten und Missverständnissen vorzubeugen, ist die Fanbetreuung extrem wichtig. Dass unsere Fanbeauftragten zukünftig relevante Ansprechpartner im Ausland haben werden, erklärt unser Engagement in diesem Projekt."

Vor dem Meeting in Nyon hatte sich die Expertenrunde schon in Frankfurt und Mönchengladbach getroffen. Neben Thomas Schneider und Marco Rühmann gehören noch Sefton Perry (UEFA Clublizensierung), Daniela Wurbs (Football Supporters Europe), Thomas Weinmann (Fanbeauftragter Borussia Mönchengladbach), Jorge Silvério (Ombudsmann der Fans, Liga Portugal), Patrick Vestphael (SLO Bröndby Kopenhagen), Tomas Carnogursky (SLO Slovan Liberec), Agusti Bassols (Ombudsmann FC Barcelona), Antonia Hagemann und Stuart Dykes (beide Supporters Direct) dem Kreis an.