Die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH hat am 10. Dezember in Frankfurt gemeinsam mit dem DFB und der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) die jährlichen Zuwendungsgeber-Gespräche für Fanprojekte veranstaltet. Mehr als achtzig Mitarbeiter der Fanprojekte und deren Träger nahmen an Vorträgen und der Podiumsdiskussion zum Thema "Spannungsfeld Sicherheit/Fanprojekte/Fans" in der DFL-Zentrale teil.

Schwerpunkt waren Erfahrungsberichte der Fanprojekte aus Rostock und Jena, die das Miteinander der beteiligten Gruppen wie Fanprojekt, Träger der Projekte, Fans, Polizei und Fußballverbände beschrieben. Desweiteren wurden künftige Konzepte und Entwicklungen in der Fanprojekt-Arbeit diskutiert.

"Von enormer Bedeutung für den Fußball"

"Die Arbeit von Fanprojekten zielt vor allem darauf ab, gewalttätigem Verhalten sowie rassistischen und extremistischen Einstellungen in der Fanszene zu begegnen. Diese Arbeit ist von enormer Bedeutung für den Fußball und seine Fans, deshalb finanzieren wir 26 Fanprojekte der Bundesliga und 2. Bundesliga mit 1,3 Millionen Euro jährlich", erklärt DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus.

Fanprojekte sind keine Abteilung der Fußball-Vereine, sie sind clubunabhängig; Träger kann beispielsweise das städtische Jugendamt oder die Jugendhilfe sein. Fanprojekte leisten in den Städten wichtige Beiträge zur Jugendarbeit.

Zahl der Fanprojekte auf 44 gestiegen

Mit der Einführung des Nationalen Konzeptes Sport und Sicherheit Anfang des Jahres 1993 wurden Fanprojekte erstmals durch den Fußball mitfinanziert bei verbindlichen Regeln für die Fanprojektarbeit. Von einstmals zwölf ist die Zahl der Fanprojekte auf aktuell 44 gestiegen.

Die große Unterstützung der Fußballverbände für die Arbeit der Fanprojekte verdeutlicht die Anhebungen der Höchstfördersumme von DFL und DFB, die mit der Saison 2008/09 in Kraft getreten sind. Beide Verbände haben die Summe für ein lokales Fanprojekt auf 60.000 Euro pro Spielzeit erhöht - unabhängig von der Liga, der der jeweilige Verein angehört.

Im Optimalfall jährlich 180.000 Euro pro Fanprojekt

Außerdem sind sowohl die Bundesländer als auch die Kommunen, in deren Gebiet die jeweiligen Clubs angesiedelt sind, an der Drittelfinanzierung beteiligt. Im Optimalfall stehen jedem Fanprojekt also jährlich 180.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt wurden allen Fanprojekten in diesem Jahr sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der gemeinsame Anteil von DFL und DFB liegt bei 2,1 Millionen Euro.

Stefan Kusche