Bundestrainer Joachim Löw gibt wohl Sami Khedira und Mesut Özil zum WM-Auftakt das Vertrauen
Bundestrainer Joachim Löw gibt wohl Sami Khedira und Mesut Özil zum WM-Auftakt das Vertrauen

DFB-Team mit Kampfansage an Ronaldo und Co.

Salvador da Bahia - Die gute Laune von Bundestrainer Joachim Löw einen Tag vor dem 100. WM-Spiel einer deutschen Nationalmannschaft ist nicht zu übersehen. Dass es zum WM-Auftakt am Montag gleich gegen Portugal um Weltfußballer Cristiano Ronaldo geht (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker), brachte ihn auch nicht aus der Fassung. Im Gegenteil: Er lachte mehrfach.

Der Teamgeist stimmt

Das Vertrauen in seine Mannschaft ist bei Löw offensichtlich groß. "Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir über eine große Qualität verfügen", betonte er gelassen vor dem Abschlusstraining und versicherte zugleich: "Wir haben uns im spielerischen Bereich noch einmal enorm verbessert." Doch der Bundestrainer legte auch Wert darauf, dass seine Auserwählten nicht allein spielerisch zugelegt haben: "Wir haben in Sachen Teamspirit noch einmal große Fortschritte gemacht." Soll heißen: Wir sind bereit wie nie.

Vor dem Aufeinandertreffen mit Ronaldo und Co. wird deshalb auch ungerührt vom Titel gesprochen. "Die Mannschaft", sagte Löw gut gelaunt, "weiß, dass wir mit 23 Spielern den Titel gewinnen können. " Heißt: Der Teamgeist stimmt. Und sämtliche Gegner sollten daher gewarnt sein, zunächst Portugal. "Wenn wir unseren maximalen Willen zeigen, viel Herz und viel Leidenschaft abrufen, sind wir schwer zu schlagen", sagte Löw, der glaubt, dass wir gut vorbereitet ins Turnier gehen" und "alle Spieler zu 100 Prozent einsatzfähig sein werden."

Das gilt auch für Schweinsteiger. Seine Kniebeschwerden seien "völlig ausgestanden", versicherte der Bundestrainer, ob der Münchner aber gegen Portugal zur Startelf gehört, ließ Löw ebenso wie andere Personalfragen offen. Sicher sein dürfte jedoch, dass der zuletzt überzeugende Lukas Podolski von Beginn an auflaufen wird. "Wir wollen gut spielen, gewinnen und erreichen, dass die anderen Nationen gleich auf uns schauen und sagen: Wow, die Deutschen sind da", sagte der vor Selbstbewusstsein strotzende England-Legionär vom FC Arsenal.

Podolskis Titel-Versprechen

Ein Sieg vor den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel soll aber nur der Anfang eine langen Reise sein, die erst am 13. Juli beim Endspiel in Maracana von Rio de Janeiro enden soll. "Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir ernsthaft vom Titel sprechen können. Das war vorher nicht immer der Fall. Ich habe meinem Sohn versprochen, dass der Papa einen Pokal mitbringt. Und zwar den Großen", fügte der 29-Jährige hinzu.

Torhüter Manuel Neuer wies aber darauf hin, dass Löws und Podolskis Träume nicht so einfach zu realisieren sind. "Wir sind nicht die Einzigen, die unbedingt den Titel gewinnen möchten", warnte er und stellte fest: "Es ist so, dass von Turnier zu Turnier die Erwartungen größer werden und der Druck steigt. Wir müssen versuchen, den Erwartungsdruck in positive Energie umzuwandeln."

Neuer meldet sich fit

Neuer (28), der wegen einer Schulterverletzung erst relativ spät in die WM-Vorbereitung einsteigen konnte, fühlt sich bereit für Portugal: "Mir geht es gut, ich bin fit und habe voll trainiert. Ich habe allen Belastungen standgehalten und bin in einer guten Verfassung." Das gilt auch für Podolski, der seine Kollegen noch einmal auf das Match am Montagmittag Ortszeit einschwor: "Es sind extreme Bedingungen. Aber es darf keine Rolle spielen, ob da jetzt 50, 55 oder 70 Grad herrschen."

Sami Khedira warnte vor dem 100. WM-Spiel einer deutschen Mannschaft aber eindringlich vor den Portugiesen. "Das wird das schwierigste Spiel, auch wenn wir zuletzt immer gegen Portugal gewonnen haben", sagte der Mittelfeldspieler von Champions-League-Sieger Real Madrid. Vor allem seinem Vereinskameraden Ronaldo traut er eine Menge zu.

Freude über Merkels Besuch

"Ich weiß, dass er brennt. Er will von Anfang an zeigen, dass er zu den Besten der Welt gehört. Er wird sich zerreißen", sagte Khedira, der aber auch klar machte: "Wenn wir unser Spiel durchziehen, werden wir Portugal schlagen."

Das hofft auch Angela Merkel. Neben ihr werden beim ersten Spiel des dreimaligen Welt- und -Europameisters in der mit 55.000 Zuschauern ausverkauften Arena Fonte Nova weitere 5.000 deutsche Fans mit der DFB-Auswahl mitfiebern. "Wir sind froh", sagte Podolski, "dass sie nach Brasilien kommt. Es ist eine besondere Motivation, wenn die Kanzlerin da ist." Nötig scheint dies aber nicht zu sein.