Zusammenfassung

  • Die DFB-Elf tritt am Sonntagabend im Finale gegen Chile an.

  • In der Gruppenphase trennten sich die Teams mit einem 1:1.

  • Bundestrainer Joachim Löw erwartet "einen Abnutzungskampf".

St. Petersburg - Die deutschen Himmelsstürmer wollen ihren kaum für möglich gehaltenen Siegeszug beim Confed Cup vergolden - ungeachtet der Tatsache, dass noch nie ist ein Sieger der Mini-WM im Jahr darauf Weltmeister geworden ist; doch die jungen Wilden von Bundestrainer Joachim Löw wollen sich weder davon noch von Chile am Sonntag in St. Petersburg stoppen lassen.

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"Es ist schön, Regeln zu brechen. Wir waren ja auch die erste europäische Mannschaft, die in Südamerika eine WM gewonnen hat", sagte Oliver Bierhoff. Und die Löw-Mannen geben sich vor dem Duell mit dem Südamerika-Meister ebenso angriffslustig wie der Teammanager. "Wir haben jetzt nur noch ein Ziel: Den Pokal zu gewinnen. Jeder wird sich gerne noch mal quälen", sagte Kapitän Julian Draxler und verriet ein Erfolgsgeheimnis: "Wir haben Spaß dabei und sind alle stolz, dass wir Deutschland vertreten dürfen."

"Stärkster Gegner" Chile mit "Krieger" Vidal

Im Kampf um den 8,6 kg schweren und 40 cm großen Goldpokal muss das DFB-Team in der Zarenstadt aber die wohl schwerste Prüfung bestehen. In der Gruppenphase gab es gegen die Chilenen ein 1:1. Daher ist die Mannschaft um Bayern-"Krieger" Arturo Vidal und den von vielen europäischen Spitzenklubs umworbenen Alexis Sánchez für Löw "der stärkste Gegner".

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"Deutschland und Chile waren im Turnier die besten Mannschaften. Beide Mannschaften wollen den Titel", sagte Löw. Doch sein Team geht mit breiter Brust ins Endspiel, die Erfolge in Russland haben großes Selbstvertrauen verliehen. Zudem winkt der Anreiz einer Länderspiel-Saison ohne Niederlage. Seit dem verlorenen EM-Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich (0:2) hat die DFB-Auswahl in 14 Spielen den Platz nicht mehr als Verlierer verlassen.

Torjäger-Duo

Das hungrige Team will diese bemerkenswerte Serie fortsetzen und zudem erstmals den Confed Cup nach Deutschland holen. "Der Drang, gegen Chile zu gewinnen, ist groß", sagt Löw. Der Bundestrainer erwartet "einen Abnutzungskampf". Es werde wichtig, dass man nach vorne Druck mache und den Weltranglisten-Vierten in Schwierigkeiten bringe. Bei Löws Personalauswahl könnte es wieder die ein oder andere Überraschung geben. Für das Finale kündigte Löw "Veränderungen" an - ohne allerdings konkreter zu werden. Wahrscheinlich wird der Bundestrainer auf ein bewährtes Gerüst vertrauen. Im Tor wird erneut Marc-André ter Stegen stehen. Auch Draxler, Joshua Kimmich, Jonas Hector und der im Halbfinale gegen Mexiko überragende Leon Goretzka sind gesetzt. Im Sturm scheint Timo Werner die besten Karten zu haben.

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Mit jeweils drei Turniertoren führen Schalkes Goretzka und Leipzigs Werner die Schützenliste an. "Tendenziell ist er eher der Kandidat für ein viertes Tor im letzten Spiel", sagte Goretzka, für den der goldene Schuh nicht so wichtig ist. "Ich weiß nicht, wie die 'Kanone' aussieht. Ich hatte auch nie eine - außer vielleicht in der Jugend." Auch Werner wollte von einem Wettschießen nichts wissen. "Das ist uns beiden relativ egal, solange wir als Turniersieger hier wegfahren", sagte er.

SID