Köln - Sieben Monate vor der Europameisterschaft in Frankreich, kommt es heute Abend im Rahmen der Länderspiel-Pause zum Aufeinandertreffen zwischen der französischen Nationalmannschaft und dem Weltmeister aus Deutschland. 16 Bundesliga-Spieler sind beim deutschen Nationalteam mit dabei.

Das Spiel bei EM-Gastgeber Frankreich findet im Stade de France in Paris statt. Dort, wo am 10. Juli das Finale der Europameisterschaft ausgetragen wird. Heute Abend rollt der Ball ab 21 Uhr.

Löw hat dem Duell im Vorfeld eine große Bedeutung zugesprochen. Für ihn beginne in Paris "die erste Phase der EM-Vorbereitung", sagte er. Der Bundestrainer wird in Paris aber noch auf große Experimente verzichten. "Frankreich ist besser als bei der WM, reifer", warnte er mit Blick auf das knappe 1:0 im Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr.

"Zuletzt habe ich kaum eine Mannschaft gesehen, die mit so einer Zielstrebigkeit versucht, Angriffe abzuschließen. Sie haben mich wirklich beeindruckt. Von daher hat das Spiel für uns eine gewisse Brisanz." Deshalb will Löw seine derzeit bestmögliche Elf stellen. Mit Manuel Neuer, der Frankreich schon in Brasilien zum Verzweifeln gebracht hatte, im Tor. Mit dem Abwehrbollwerk um Jerome Boateng und Mats Hummels. Mit Schweinsteiger und Sami Khedira im defensiven Mittelfeld und ebenso mit Thomas Müller.

Sané überzeugt in der Bundesliga und wird nominiert

© imago / Ulmer

Und auch der Bundesliga-Youngster Leroy Sané vom FC Schalke 04, der erstmals nominiert worden ist, lobte Löw auffällig: "Ich glaube, dass er ein Spieler ist mit einer besonderen Gabe, mit besonderer Raffinesse und Schnelligkeit gepaart mit Technik und guten Laufwegen." Ob er auch Rückkehrer Mario Gomez von Beginn an eine Chance geben wird, ließ er offen.

Das Team der Franzosen sei "gespickt mit sehr vielen guten Einzelspielern, die mit einer Dynamik und großen Zielstrebigkeit in der Offensive agiert", betonte Löw. "Sie haben Spieler, die technisch wahnsinnig gut sind, ein sehr gutes Kombinationsspiel, eine unheimliche Kraft, Stärke, Schnelligkeit", schwärmte er. Zudem könnte Kingsley Coman vom FC Bayern sein Debüt in der französischen Nationalmannschaft geben.

Löw zeigt Respekt vor dem Team der Franzosen und ist motiviert: "Alle wollen gute Ergebnisse", sagte er, "für mich hat aber Priorität: Probieren, sehen, Erkenntnisse sammeln - und daraus lernen für die EM." Und Löw hat noch viel vor: "Ich will auf Dauer mit der Mannschaft die Nummer eins bleiben."

24 Spieler mit an Bord - Reus und Götze nicht dabei

Die personelle Situation bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat sich etwas entspannt. Christoph Kramer (Bayer Leverkusen) ist nach seinem grippalen Infektes mit dem DFB-Team in Frankreich. Auch der Wolfsburger Max Kruse ist nach überstandener Muskelverletzung mit dabei. Abwehrchef Jerome Boateng war nur leicht angeschlagen, laut Bundestrainer Joachim Löw hat der Bayern-Profi "nichts Schlimmes" und steht voraussichtlich sogar in der Startelf.

Löw hat damit 24 Spieler zur Verfügung. In Karim Bellarabi von Bayer 04 Leverkusen hatte am Sonntag der erste Profi aus seinem ursprünglich 25 Mann starken Aufgebot verletzungsbedingt absagen müssen. Mesut Özil und Toni Kroos gönnt Löw eine schöpferische Pause. Marco Reus vom BVB und Mario Götze vom FCB fehlen verletzt.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Frankreich: Lloris - Sagna, Koscielny, Varane, Evra - Pogba, Diarra, Matuidi - Griezmann, Giroud, Martial

Deutschland: Neuer - Ginter, Boateng, Hummels, Hector - Schweinsteiger, Khedira - Müller, Gündogan, Draxler - Gomez

Übersicht: Die Bundesliga-Profis im Einsatz