Der VfB Stuttgart hat die herbe 0:4-Auswärtsniederlage bei Werder Bremen am 24. Spieltag gut verkraftet. Gegen den Tabellenführer Hertha BSC zeigten die Schwaben nun eine engagierte Leistung und gewannen verdient mit 2:0.

Im Interview mit bundesliga.de spricht VfB-Verteidiger Khalid Boulahrouz über die Gründe für den Sieg, die Ziele des VfB und sein Verhältnis zu Trainer Markus Babbel.

bundesliga.de: Herr Bouhlarouz, 2:0 gegen Hertha BSC gewonnen. Was hat der VfB Stuttgart besser gemacht als vergangene Woche in Bremen?

Khalid Boulahrouz: Wir haben endlich wieder den Willen gezeigt, den man in der Bundesliga braucht, um ein Spiel zu gewinnen. Wir waren nah an den Gegenspielern und haben sie nicht zur Entfaltung kommen lassen. Nur mit vollem Einsatz kann man so ein Spiel gewinnen - und der war heute bei uns da.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie die Leistung der Berliner ein? Hat die Hertha Ihrer Meinung nach das Potenzial, um Meister zu werden?

Boulahrouz: Mit den Perspektiven des Gegners beschäftige ich mich grundsätzlich nicht. Wir schauen nur auf uns und wollen unsere Spiele gewinnen. Und das ist uns gegen Berlin gelungen.

bundesliga.de: Wie schwer war der Sieg?

Boulahrouz: Sehr schwer. Die Berliner sind schwierig zu spielen. Aber wir haben uns richtig reingebissen und am Ende verdient gewonnen.

bundesliga.de: Die Niederlage in Bremen - war die denn schon ganz raus aus den Köpfen?

Boulahrouz: Wir haben unter der Woche sehr hart gearbeitet und unser Trainer hat uns perfekt vorbereitet. Wir müssen einfach immer nach vorne schauen. So eine Niederlage wie in Bremen kann immer passieren, wichtig ist, dass man danach wieder motiviert ist. Gegen Berlin haben wir ein sehr gutes Zeichen gesetzt, so muss es jetzt einfach weitergehen.

bundesliga.de: Sie haben gegen Andrey Voronin gespielt, einen Spieler, der in den letzten Wochen wie am Fließband getroffen hat. Hat man da zusätzlichen Respekt vor so einem Stürmer?

Boulahrouz: Nein. Ich schaue nur auf meine Leistung. Und wenn die stimmt, muss ich vor keinem Gegenspieler Angst haben. Auch nicht vor Voronin.

bundesliga.de: In den letzten Wochen saßen Sie oftmals auf der Bank. Leidet da nicht das Verhältnis zum Trainer?

Boulahrouz: Unser Verhältnis ist sehr gut und in keiner Weise angespannt. Natürlich ist man als Spieler sauer, wenn man nicht spielt und auf der Bank sitzt. Aber wenn ich meine Leistung bringe und mich jeden Tag im Training anbiete, dann spiele ich auch. Ich muss einfach hart arbeiten und dem Trainer zeigen, dass ich gut in Form in. Dann sitze ich auch nicht draußen.

bundesliga.de: Wie geht es jetzt mit dem VfB Stuttgart weiter? War Berlin wieder der Anfang einer Serie?

Boulahrouz: Wir schauen von Spiel zu Spiel. Wenn wir so leidenschaftlich kämpfen und spielen wie gegen Berlin, dann verlieren wir unsere Spiele auch nicht. Da bin ich sehr zuversichtlich.

bundesliga.de: Wo landet der VfB am Ende der Saison?"

Boulahrouz: Erst einmal müssen wir konzentriert bleiben. Wenn wir viele Punkte holen, dann geht es ganz automatisch nach oben. Natürlich ist es das Ziel von jedem Spieler, international dabei zu sein, keine Frage. Und der VfB gehört ganz klar ins internationale Geschäft!

Das Interview führte Jens Fischer