Kam der Erfolg des 1. FC Nürnberg in Wolfsburg überraschend, so darf der 1:0-Sieg des VfL Bochum beim Hamburger SV fast schon als Sensation abgestempelt werden.

Nach vier Niederlagen in Folge - zwei davon unter dem neuen Trainer Heiko Herrlich - fuhr der VfL endlich wieder einen Dreier ein. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung halten die Bochumer Anschluss an die Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg.

"Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns", weiß auch Bochums Christoph Dabrowski. Nach dem Spiel erklärt der Routinier im Interview mit bundesliga.de den Schlüssel zum Erfolg und die Gemütslage beim VfL. Zudem wagt er einen Ausblick auf die nächste Partie gegen den 1. FC Köln.

bundesliga.de: Herr Dabrowski, nach dem Schlusspfiff in Hamburg dürfte Ihnen eine Zentnerlast vom Herzen gefallen sein.

Christoph Dabrowski: Ja, das war ein ganz wichtiger Sieg für uns. Vor allem, da unsere Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt auch teilweise überraschend gepunktet haben. Wir haben in den vergangenen Wochen so hart gearbeitet, ohne zählbaren Erfolg. Jetzt wurden wir belohnt. Zauberfußball durfte man gegen den HSV nicht erwarten. Aber wir haben eine couragierte Mannschaftsleistung gezeigt und sind als Team aufgetreten. Das war der Schlüssel zum Erfolg.

bundesliga.de: Man kann schon fast die Uhr danach stellen: Wenn Bochum zur Pause kein Gegentor bekommt, dann läuft es. Drei Siege und ein Remis lautet in dem Fall die Bilanz.

Dabrowski: Das ist auch ganz logisch. Umso länger die Null steht, desto sicherer steht die Defensive. Und dann hat man auch die nötige Ruhe, um kontrolliert nach vorne zu spielen. Wir haben gegen den HSV sehr gut in der Rückwärtsbewegung gearbeitet und die Hamburger kaum zur Entfaltung kommen lassen. In der 2. Halbzeit haben wir dann den Nadelstich gesetzt, den wir gebraucht haben.

bundesliga.de: Wie hat Ihr neuer Coach Heiko Herrlich die Mannschaft motiviert, nachdem in der Länderspielpause auch die zwei Testspiele gegen den belgischen Vertreter Charleroi und den Regionalligisten Hessen Kassel verloren gingen?

Dabrowski:Wir mussten uns das Selbstvertrauen im Training holen. Der Trainer hat viele Gespräche geführt, um uns aufzubauen, damit wir die Köpfe hoch halten.

bundesliga.de: War der Sieg gegen den HSV die Wende zum Guten, auch im Hinblick auf das Spiel am Freitag gegen Köln?

Dabrowski: Das war jetzt nur der erste Schritt, der erste Sieg mit unserem neuen Trainer und ganz wichtig für unser Selbstbewusstsein. Aber die Partie gegen Köln wird ein richtungsweisendes Spiel werden. Wir müssen jetzt auch mal wieder zu Hause gewinnen.

Das Gespräch führte Michael Reis