Keine Minute dauerte es, da waren alle Zweifel beseitigt: Mit 1899 Hoffenheim muss man wieder rechnen und Vedad Ibisevic kann es doch noch.

Mit drei Treffern und dem ihm zugesprochenen Elfmeter hatte der Stürmer maßgeblichen Anteil am überragenden 5:1 Sieg gegen Hertha BSC. Bereits der vierte in Folge für die wieder erstarkten Hoffenheimer.

"Das freut uns alle besonders"

Direkt der erste Angriff führte nach einer sehenswerten Kombination über Sejad Salihovic und Chinedu Obasi zum ersten Tor durch Ibisevic, der den Ball per Direktannahme ins Tor beförderte. Für den Rest der Mannschaft gab es danach kein Halten mehr.

Angeführt von Demba Ba begrub die gesamte Mannschaft den erfolgreichen Torschützen unter sich. Nach dem Spiel war Ibisevic in aller Munde. "Gottseidank hat auch Vedo wieder getroffen," sagte Mannschaftskollege Christian Eichner und Salihovic ergänzte: "Das freut uns alle besonders."

Zwei Kopfballtore dank des neuen Schuhs?

Eine Erklärung, warum es gleich so gut lief, hatte Ibisevic ebenfalls parat. Der neue Schuh, in dem sich der Angreifer nach eigenen Angaben "sehr wohl fühlt", habe seinen Beitrag zu den drei Toren geliefert. Auch wenn er zwei davon mit dem Kopf erzielte. Beim Elfmeter, den Hoffenheim nach einem Foul an Ibisevic erhielt, ließ dieser Carlos Eduardo den Vorzug. "Das war vorher schon so abgesprochen und ist natürlich kein Problem," so Ibisevic.

Trainer Ralf Rangnick freute sich besonders über die wiederentdeckte Treffsicherheit seines Mittelstürmers. "Als Vedo in die Kabine kam, haben alle geklatscht. Für ihn ist das ein Traum," sagte der Trainer nach dem Spiel.

Vertrauen bestätigt

In den vergangenen Wochen hatte er an Ibisevic festgehalten und ihm wieder das Vertrauen ausgesprochen. "Ich habe ihm gesagt, dass er früher oder später sein Tor machen wird und dass es keinen Grund gebe, sich jetzt verrückt zu machen," so der Coach der Hoffenheimer.

Mit dem Spiel seiner Mannschaft war der als Perfektionist bekannte Rangnick sichtlich zufrieden: "Das war heute in etwa so wie wir uns das vorstellen." Hoffenheim agierte über die gesamte Spielzeit hinweg überlegen und ließ kaum Chancen der Hertha zu. Ob es da überhaupt noch was zu verbessern gibt? "Man kann immer noch etwas verbessern. Aber wir wollen jetzt auch nicht das berühmte Haar in der Suppe suchen," sagte Rangnick.

Als nächstes zu den heimstarken Mainzern

Am höchsten Bundesliga-Sieg der Hoffenheimer wollen sich diese jedoch nicht lange aufhalten. Als nächstes wartet der FSV Mainz 05. Diesem Spiel gelte jetzt die volle Konzentration, so Rangnick: "Mainz ist daheim noch ungeschlagen. Das wollen wir ändern."

Gelingt das den Hoffenheimern, könnten sie sich an der Tabellenspitze festsetzen und die hervorragende Form der letzten vier Wochen bestätigen. Christian Eichner erklärt, wie ein erfolgreicher Herbst in Hoffenheim möglich ist: "Der September war sehr gut, damit das im Oktober so bleibt, müssen weiter so arbeiten."

Aus Hoffenheim berichtete Daniel Dillmann