Nach drei Jahren beim deutschen Rekordmeister kehrt er zurück zu seinen Wurzeln. Lukas Podolski stürmt ab der kommenden Saison wieder für seinen geliebten 1. FC Köln.

"Prinz Poldi", wie ihn die Kölner nennen, war vor dem Abstecher nach München schon drei Spielzeiten als Profi beim FC aktiv - zwei Jahre Bundesliga und ein Jahr 2. Bundesliga. Dabei endete die Saison für die "Geißböcke" immer mit einem Auf- oder Abstieg.

Starke Bilanz beim FC

2004 erzielte er in 19 Bundesligaspielen elf Treffer, stieg dennoch mit seinen Kölnern in die 2. Bundesliga ab. Im Jahr darauf sorgte er mit seinen 24 Saisontoren fast im Alleingang für den direkten Wiederaufstieg des FC und holte sich die Torjägerkanone. Auch in der Saison 2005/06 setzte "Poldi" seinen Lauf fort - er traf stolze zwölf Mal und bereitete neun Treffer vor.

Der 24-Jährige reifte in Köln zum Bundesligaspieler und erwartungsgemäß folgte der Wechsel zu einem Spitzen-Club. Seine Bilanz beim FC Bayern: 15 Treffer in 71 Bundesligaeinsätzen. Nur selten durfte der 64-fache Nationalspieler in München von Beginn an ran. Trotzdem sagte Podolski: "Den Schritt würde ich nie bereuen, weil es eine einmalige Erfahrung ist, bei Bayern zu spielen. Wir hatten in der Mannschaft untereinander einen sehr guten Zusammenhalt."

Dank an Heynckes

Zum Ende der vergangenen Saison blühte der Bald-Wieder-Kölner unter Interimstrainer Jupp Heynckes bei den Münchnern noch einmal regelrecht auf. An den letzten fünf Spieltagen stand er jedes Mal in der Anfangself und zeigte mit fünf Torvorlagen und zwei Treffern seine Klasse. "Es waren drei Jahre mit Höhen und Tiefen. Die letzten Wochen waren nochmal gut", sagte Podolski nach dem Saisonfinale gegen Stuttgart und zollte Heynckes besonderen Dank: "Unter ihm hat sich die Mannschaft in den letzten Wochen entwickelt."

Lächelnd aber doch mit etwas Wehmut verließ Podolski nach dem Abpfiff die Allianz Arena. Auch die Münchner Bosse sind am Ende ins Grübeln gekommen, ob die Rückkehr nach Köln tatsächlich sein musste. "Lukas hat sich in den letzten Wochen super entwickelt. Das ist der Beweis, dass er eigentlich ein Spieler der Güteklasse FC Bayern war. Dass er jetzt geht, tut, glaube ich, auch ihm ein bisschen leid", bemerkte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Verstärkung für Novakovic

Seine alten Bayern-Kollegen sieht er schon am 24. Juli beim Ablösespiel in Köln wieder, doch Podolski blickt nach vorn. "Ich freue mich, jetzt wieder auf der anderen Seite zu stehen", sagte er und kündigte selbstbewusst an: "Keine Angst, ich komme nochmal in die Champions League."

Die Champions League ist in Köln zumindest zurzeit noch kein Thema. In den zurückliegenden Jahren hing beim FC sehr viel von "Poldis" Treffsicherheit ab. Nun verfügen die Kölner mit Milivoje Novakovic und eben Podolski selbst über zwei erstklassige Angreifer. Bleibt natürlich noch abzuwarten, wie die Zwei harmonieren.

Nach Bekanntgabe von "Prinz Poldis" Rückkehr ins Rheinland brach in der Domstadt allerdings schon großer Jubel aus. Auf der FC-Homepage wurde extra eine "Poldi-Pixel-Seite" erstellt, um dem Fanliebling Grußnachrichten zu hinterlassen und - ein für den Verein angenehmer Nebeneffekt - mit dem Kauf einzelner Pixel den Transfer ein wenig mitzufinanzieren.

"Poldi" wartet auf neuen Trainer

"Gibt es eine Möglichkeit, diskutieren wir den P-Plan. Wenn es einen Lukas gibt, der von Bayern die Freigabe erhält, dann bin ich mir sicher, dass es hier externe Leute gibt, die uns unterstützen, die ihn finanzieren können", sagte der ehemalige FC-Trainer Christoph Daum dem Kölner Express bereits nach dem Wiederaufstieg 2008.

Dass Daum küzlich überraschend den FC verließ, und Podolski sowie der Rest der Mannschaft noch nicht wissen, wer ihr neuer Trainer wird, scheint den gebürtigen Polen nicht weiter zu stören. "Ich bin zuversichtlich, dass der Verein schnell einen Nachfolger findet. Und ich bin auch sicher, dass der FC seine gesteckten Ziele unabhängig vom Trainerwechsel weiterhin erreichen wird", verkündete "Poldi" während der Asien-Reise mit der Nationalmannschaft.