
Der Fischer-Effekt
Manchem gilt Urs Fischer als schwarzer Magier. Doch der Aufschwung der Mainzer ist begründbar.
Als Urs Fischer vor dem 14. Spieltag übernahm, sah die Lage düster aus beim 1. FSV Mainz 05. Mit mageren sechs Punkten standen die Rheinhessen auf dem letzten Tabellenplatz. Seitdem hat sich viel geändert.
Auf ein mindestens beachtliches 2:2 in München beim Debüt des Schweizers folgte eine Phase der Konstanz. Mit kleinen Schritten fuhr seine Mannschaft Punkt für Punkt ein und hat es inzwischen sogar geschafft, den Relegationsplatz hinter sich zu lassen. Dass die 05er in der "Fischer-Tabelle" auf Platz vier stehen, ist den klaren Matchplänen des Trainers zu verdanken.
Neues Tempo in Mainz
Gegen den FC Augsburg hatte Mainz nur 42 Prozent Ballbesitz, gewann dafür 99:79 Zweikämpfe. Außerdem fruchten die Neuzugänge. Nach vorne halten Spieler wie Phillip Tietz Bälle fest, während Silas Katompa Mvumpa mit Schnelligkeit und Tiefenläufen bis zur Grundlinie immer wieder Nadelstiche setzt.
Zuletzt kam auch noch Sheraldo Becker dazu. Auch er bringt Tempo mit und konnte am vergangenen Spieltag nach einer guten Stunde Silas Katompa Mvumpa ersetzen, ohne dass Fischer auf Konterstärke verzichten musste.

Eiskalter Amiri
Das Gesicht des Aufschwungs ist aber auch und vor allem Nadiem Amiri. Seit der Winterpause hat er sechs Treffer erzielt und behielt gegen Augsburg zweimal eiskalt vom Punkt die Nerven. Klarheit im Kopf, wenn der Druck am größten ist: Das ist eine Qualität, die den Abstiegskampf entscheiden kann.
Der Mainzer Weg ist noch lang. Doch das scheinen alle Beteiligten zu wissen. Allen voran ein Trainer, der seinem Team Ruhe gibt – die am Freitagabend in Dortmund erneut auf die Probe gestellt wird.
