Nur 1,73 Meter Körperlänge und doch ein großer Zauberer: Werder Bremens Diego zeigte sich zuletzt angriffslustig und trickreich. Gegen den AS St. Etienne könnte Diego erneut - wie schon gegen den AC Mailand - zum Zünglein an der Waage werden.

Am Donnerstagabend muss sich Bremen wieder im internationalen Fußball beweisen. Zum Achtelfinal-Hinspiel des UEFA-Pokals empfängt Werder den zehnfachen Französischen Meister AS St. Etienne (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) im Weserstadion. Kein einfacher Gegner, wenn man die Leistungen auf internationalem Parkett zugrunde legt.

St. Etienne in UEFA-Hochform

Der deprimierende drittletzte Tabellenplatz in der französischen Ligue 1 wirkt sich scheinbar nicht auf die Leistungen des Teams im UEFA-Pokal aus. Insbesondere Angreifer Ilan, wie Diego Brasilianer, überzeugte bisher mit fünf Toren in sechs UEFA-Cup Spielen für die Franzosen.

Den Einzug ins Achtelfinale errang AS St. Etienne mit zwei Siegen über Olympiakos Piräus. Ein Team, das in der Champions-League Vorrunde 2007/08 immerhin ein glattes 3:0 gegen Werder Bremen hinlegte.

Spielmacher Diego

Währenddessen holten die Jungs von Trainer Thomas Schaaf in der Bundesliga nur drei Punkte aus sechs Rückrundenspielen. Auch am letzten Spieltag konnten sie den erhofften "Dreier" gegen Hoffenheim nicht nach Hause fahren und mussten sich am Ende mit einer Punkteteilung zufrieden geben.

Immerhin: Dreh- und Angelpunkt des Bremer Spiels war erneut der 24-Jährige Brasilianer Diego. Als stärkster Akteur lief jeder Angriff der Gäste über ihn - indes ohne Torerfolg. Wie wichtig Diego insbesondere in Zeiten wie diesen für die Mannschaft von der Weser ist, machen auch die Zahlen deutlich.

Wichtiges Tor im UEFA-Pokal

In acht Spielen ohne Diego holten die Bremer in der laufenden Saison nur ein Mal drei Punkte und erzielten im Schnitt ein Tor pro Partie. Mit dem Brasilianer traf Werder mehr als doppelt so häufig (2,3 Mal) und immerhin sechs Mal siegten die Grün-Weißen.

Auch im internationalen Wettbewerb gegen den AC Mailand präsentierte sich der brasilianische Hoffnungsträger zweikampf- und willensstark. Beim Hinspiel in Bremen traf er in der 84. Minute zum 1:1 und hielt so die winzige Hoffnung auf das Weiterkommen am Leben.

Das Wunder von Mailand

Im Rückspiel traf Diego zwar nicht selbst, leitete mit seiner Vorlage den Anschlusstreffer ein und trug dazu bei, das "Wunder von Mailand" erst zu ermöglichen: Nach 0:2-Rückstand hieß es am Ende 2:2.

Bleibt zu hoffen, dass das Spiel des Bremers auch bei der Partie gegen St. Etienne durch Effizienz und Zweikampfstärke gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zur Meisterschaft stehen Werder Bremen und ihrem Spielmacher Diego hier nämlich noch alle Türen offen...

Kim Hieronymus