Mainz - Andre Schürrle ist ein großer Hoffnungsträger beim derzeit überraschenden Tabellenzweiten 1. FSV Mainz 05. Wie verheißungsvoll das Talent des U-21-Nationalspielers ist, haben auch andere Vereine gemerkt: Am Donnerstag gab Bayer 04 Leverkusen die Verpflichtung des 19-Jährigen bekannt. Schürrle wechselt im Sommer 2011 zur "Werkself", wo er einen Vertrag bis 2016 unterschrieben hat.

Er ist wieder fit. Andre Schürrle hatte in den vergangenen vier Wochen nur zehn Trainingseinheiten mit der Mannschaft von Mainz 05 absolvieren können. Eine hartnäckige Schambeinverletzung hatte dem erst 19 Jahre alten Talent zugesetzt.

Und weil ihm Trainer Thomas Tuchel vergangenen Sonntag im rheinland-pfälzischen Duell gegen den 1. FC Kaiserslautern noch nicht volle 90 Minuten zugetraut hatte, kam Schürrle wie schon eine Woche zuvor in Wolfsburg erst nach der Halbzeit ins Spiel.

Tempobringer und Torschütze

Mit seinem Siegtor zum 2:1 in der 73. Minute war der schnelle Offensivspieler wieder entscheidend an der Wende zum Guten für die "05er" beteiligt. In Wolfsburg lagen die Mainzer zur Halbzeit 0:3 hinten, gegen Lautern nun 0:1 und trotzdem feiern sie nach drei Spieltagen drei Siege. Schürrle war zwei Mal als Torschütze und Tempobringer an den Erfolgen beteiligt.

"Ich bin froh, dass wir den Fans was zurückgeben konnten", freute sich Schürrle nach dem Kraftakt gegen den FCK. Sein Tor erzielte der rasante Dribbler auf typische Weise: Er zog unaufhaltsam mit dem Ball am Fuß nach Innen und suchte den Abschluss. "So übe ich das im Training oft", erzählt er, den in Mainz alle "Schü" nennen.

"Er kann in hoher Anzahl und mit einer hohen Anlaufgeschwindigkeit am Ball Sprints gehen", sagt Tuchel über seinen in Ludwigshafen geborenen Zögling. Beide kennen sich gut, feierten 2009 zusammen den Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit den Mainzer A-Junioren, bevor Tuchel zum Chefcoach der Profis befördert wurde und Schürrle gleich auch in der Bundesliga spielen ließ.

Vertrag bis 2013

Schnell stieg Schürrle zum U-21-Nationalspieler auf und entwickelte sich im Zeitraffer zu einem der interessantesten Nachwuchstalente des deutschen Fußballs. "Zum Glück haben wir keine finanzielle Not", sagt der Mainzer Manager Christian Heidel, der klar stellt: "Diese Saison wird Andre nicht wechseln."

Bis 2013 lief Schürrles ursprüngliche Vereinbarung mit den Mainzern. Durch seine starken Leistungen hatte er sich ins Rampenlicht und den Fokus mehrerer Clubs geschossen, sodass es schwer beziehunsgweise für Mainz unmöglich wurde, ihn so lange zu halten.

Mehrere Vereine bekundeten ihr Interesse an dem Angreifer. Bayers Sportdirektor Rudi Völler erklärte beispielsweise: "Er ist ein überragendes deutsches Talent. Wir machen uns ja strafbar, würden wir uns nicht für ihn interessieren."

Im Visier

Letztendlich entschied er sich für einen Wechsel nach Leverkusen. "Ich bin Mainz 05 sehr dankbar, wie Christian Heidel und mein Trainer Thomas Tuchel mit meinem Wunsch umgegangen sind und dass sie mir diesen nächsten Schritt in meiner Karriere bereits jetzt ermöglichen", sagte Schürrle: "Ich bin sehr froh, dass ich mich nun wieder zu 100 Prozent auf mein Spiel hier konzentrieren kann. Mainz 05 wird für mich immer ein ganz besonderer Verein bleiben."

Mit Mainz geht es am kommenden Wochenende nach Bremen. Dann will Schürrle auch mal wieder von Anfang an spielen, wie er selbst sagt - er ist ja fit.

Tobias Schächter