Bremen - In der vergangenen Saison war das große Problem des SV Werder Bremen offensichtlich: die Defensive lahmte. Damit in der neuen Spielzeit mehr für die Hanseaten heraus springt als Rang 13 haben die Verantwortlichen gehandelt.

Als ein wichtiger Baustein für den SVW wurde Innenverteidiger Andreas Wolf vom 1. FC Nürnberg an die Weser gelotst, wo er in Abwesenheit von Naldo und Per Mertesacker Stabilität und Sicherheit in die Innenverteidigung der "Schaaf-Herde" bringen soll. Im exklusiven Interview mit bundesliga.de spricht der 29-Jährige über seinen neuen Verein, seine Aufgaben und seine persönlichen Ziele.

bundesliga.de: Herr Wolf, Sie sind vom 1. FC Nürnberg zum SV Werder Bremen gewechselt. Mit welchen Hoffnungen und Zielen sind Sie an die Weser gekommen?

Andreas Wolf: Ich freue mich sehr darüber, bei Werder Bremen zu sein. Ich wollte den nächsten Schritt in meiner Karriere machen, das ist mir mit dem Wechsel hierher gelungen. Mein Ziel ist es nun, maximalen Erfolg mit der Mannschaft zu haben, dafür werde ich immer alles geben.

bundesliga.de: Ist es Ihnen schwer gefallen, den "Club" zu verlassen? Immerhin war die letzte Saison mit den Franken für Sie sehr erfolgreich und insgesamt waren Sie bereits seit 1997 im Verein?

Wolf: Sicherlich hatte ich eine schöne Zeit beim 1. FC Nürnberg, habe mich 14 Jahre lang sehr wohl gefühlt und nun einiges hinter mir gelassen. Aber die Zeit ist jetzt vorbei und ich denke, dass es auch wichtig ist, mal etwas anderes zu erleben und deshalb bin ich froh, bei Werder zu sein.

bundesliga.de: Welche Rolle hat Thomas Schaaf Ihnen in der Mannschaft zugedacht und welche Erwartungen hat er an Sie?

Wolf: Ich wurde als erfahrener Innenverteidiger verpflichtet, der die Bundesliga kennt. Aufgrund meiner Erfahrung, soll ich - wie jeder andere Spieler auch - Verantwortung übernehmen und den jungen Spielern möglichst gut helfen. Dieser Rolle möchte ich gerecht werden.

bundesliga.de: Welche persönlichen Ziele haben Sie sich gesteckt?

Wolf: Ich bin nicht nach Bremen gekommen, um auf der Bank zu sitzen - ich möchte spielen. Ich weiß, dass derzeit eine Reihe sehr guter Innenverteidiger ausfällt, aber auch vor denen muss ich mich nicht verstecken. Ich möchte ihnen Paroli bieten, mich weiterentwickeln und werde alles für den Verein geben.

bundesliga.de: Das erste Trainingslager ist bereits beendet und die ersten Testspiele sind absolviert. Wie ist Ihr Eindruck von der Mannschaft?

Wolf: Ich habe in den ersten Tagen und Wochen einen sehr guten Eindruck von der Mannschaft gewonnen. Wir haben viele junge Spieler und ein sehr hungriges, wissbegieriges Team. Außerdem wurde es mir sehr einfach gemacht, mich zu integrieren. Es macht wirklich großen Spaß Teil dieser Mannschaft zu sein.

bundesliga.de: Haben Sie bereits Stimmungen aus dem Umfeld des Vereins wahrnehmen können? Welche Erwartungen haben die Fans an Sie und die Mannschaft?

Wolf: Die Fans haben mich ebenso willkommen geheißen, wie das gesamte Werder-Team. Man hat den Zuschauern deutlich angemerkt, dass sie schon jetzt voller Vorfreude auf die neue Saison sind und - ebenso wie wir - darauf hoffen, eine bessere Spielzeit als die vergangene zu erleben.

bundesliga.de: Nach einer bescheidenen Saison 2010/11 steht der SVW vor einem Umbruch. Wie macht sich das in Ihrer Mannschaft und dem Verein bemerkbar?

Wolf: Ich würde nicht von einem "Umbruch" sprechen. Es ist normal, dass einige Spieler den Verein verlassen und andere neu hinzukommen. Aber natürlich haben in diesem Jahr arrivierte Spieler, wie beispielsweise Torsten Frings, den Verein verlasse und es sind dafür junge Spieler hinzugekommen.

bundesliga.de: Zum Saisonauftakt reist der 1. FC Kaiserslautern an. Fiebern Sie diesem Spiel bereits entgegen? Wieso?

Wolf: Als Spieler arbeitet man immer auf die Spiele und ganz besonders auf den Saisonauftakt hin. Und auch ich freue mich jetzt schon sehr auf das erste Bundesliga-Spiel für Werder. Dass es auch noch ein Heimspiel ist, macht die Sache doppelt reizvoll. Am wichtigsten ist aber, dass wir gut in die Saison starten und optimalerweise gemeinsam mit unseren Fans die ersten drei Punkte einfahren können.

bundesliga.de: Was ist für Sie und den SV Werder in der kommenden möglich?

Wolf: Es ist schwer zum jetzigen Zeitpunkt präzise Ziele zu definieren. Wir wollen eine gute Saison spielen und ich traue uns einiges zu.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig