Eintracht Frankfurt ist der einzige Bundesligist, der nach dem 6. Spieltag noch sieglos ist. Mit drei Punkten liegen die Hessen auf einem Abstiegsplatz - und damit hinter den Erwartungen der Vereinsverantwortlichen und der Fans, die zum Abschluss der vergangenen Saison den 9. Platz bejubeln durften, zurück.

Trainer Friedhelm Funkel sieht dem aufkommenden Druck gelassen entgegen. Nach dem verdienten 1:1 (0:1) im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld sagte er: "In den 51 Monaten, in denen ich in Frankfurt bin, haben wir uns ein gewisses Vertrauen erarbeitet. Wir stehen zusammen wie eine Eins. Das geht natürlich nur, wenn keine Hektik bei den Personen im Vorstand aufkommt. Aber wir stehen dennoch in der Pflicht, mit einem Sieg das Vertrauen zurückzuzahlen."

Für den Eintracht-Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen stellt sich eine Trainerdiskussion nicht. "Wir müssen durch diese unruhige Situation durchkommen - mit dem Trainer", erklärte Bruchhagen, der von einer "prekären Situation" spricht und bemerkt hat: "Der Trainer ist genauso angespannt wie wir."

Frankfurt bemüht, aber konzeptlos

Gegen Bielefeld präsentierten sich die Frankfurter bemüht, schafften es allerdings gegen den gut gestaffelten Gegner selten, sich Torchancen herauszuspielen.

Die Gäste, die durch einen schönen Treffer von Artur Wichniarek (7.) in Front gegangen waren, machten die Räume geschickt eng und verließen sich weitgehend auf Konter. Die Hessen rannten an und wurden dann schließlich doch noch mit dem Kopfballtreffer von Benjamin Köhler (87.) zumindest mit einem Punkt belohnt.

"Wir können in Hoffenheim gewinnen"

Auch wenn der erhofften Befreiungsschlag nicht geglückt ist, bringt das Friedhelm Funkel nicht aus der Ruhe. Der Coach will beim starken Aufsteiger 1899 Hoffenheim am kommenden Wochenende den ersten "Dreier" einfahren und hofft dabei auf die Rückkehr des seit Wochen verletzten Kapitäns Ioannis Amanatidis: "Am Dienstag steigt er wieder ins Training ein. Vielleicht ist er bis dahin soweit."

An den ersten Sieg in der Bundesliga glaubt weiter auch Benjamin Köhler. "Natürlich können wir in Hoffenheim gewinnen." Der Torschütze bekennt sich zu Funkel: "Wir stehen voll hinter dem Trainer. Wir wissen, was wir an ihm haben."

Dem ersehnten Auswärtssieg so nah

Die Bielefelder ärgerten sich nach Abpfiff vor allem darüber, die zu Beginn eklatanten Schwächen der Eintracht nicht gnadenlos bestraft zu haben. Selten war das Team von Trainer Michael Frontzeck näher am ersten Auswärtssieg seit dem 1. Spieltag der vergangenen Saison (3:1 in Wolfsburg).

"Die Mannschaft hat alles versucht, sich aber dann zu weit hinten reindrängen lassen", analysierte Trainer Michael Frontzeck. "Wir hatten aber große Chancen, den Vorsprung auszubauen. Letztlich war das Entscheidende, dass wir das zweite Tor nicht gemacht zu haben."

Eine schwache Bilanz auf fremdem Platz sieht Coach MIchael Frontzeck allerdings nicht: "Seit ich im Amt bin, haben wir in zwölf Spielen sieben Unentschieden geholt und fünf Mal verloren. Von einer Horror-Bilanz zu sprechen, ist ein absoluter Witz".