Frankfurt/Main - Die Bundesliga steuert weiter auf Rekordkurs und hat laut Christian Seifert, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH den vierten Startplatz in der Champions League fest im Visier.

"Wir sind auf dem allerbesten Weg, in der UEFA-Fünf-Jahreswertung Italien zu überholen und nach Jahren wieder
einen vierten Champions-League-Startplatz zu erreichen. Das nächste Ziel muss sein, in den kommenden Jahren die zweitplatzierten Spanier nicht nur anzugreifen, sondern zu überholen", sagte Seifert.

Anhaltend hohe Zuschauerzahlen

Der hohe Unterhaltungswert der Liga spiegelt sich für Seifert, der seinen Vertrag bei der DFL kürzlich bis 2014 verlängerte, auch in den anhaltend guten Zuschauerzahlen: "Wir steuern erneut auf einen Schnitt von mehr als 42.000 Zuschauern zu - und das trotz zuletzt schwieriger Witterungsbedingungen und der Tatsache, dass einige Clubs wie beispielsweise Mainz oder St. Pauli in relativ kleinen Stadien spielen."

International ist das Oberhaus trotz des Ausscheidens von Bundesliga-Primus Borussia Dortmund in der Europa League tatsächlich deutlich auf dem Vormarsch. Der vierte Startplatz in der Champions League rückt immer näher. Nach Abschluss der Gruppenphasen im Europapokal liegt Deutschland mit 66,936 Punkten weiter deutlich vor der Serie A, die 59,838 Zähler aufweist. Die ersten beiden Plätze belegen weiterhin England (81,070) und Spanien (76,329).

Italienische Clubs unter Druck

Italien könnte maximal noch auf 68,838 Punkte kommen. Dafür müssten aber die verbleibenden vier Teams Inter und AC Mailand sowie der AS Rom und der SSC Neapel alle ihre Spiele gewinnen. Für die Bundesliga gehen nach der Winterpause noch Bayern München und Schalke 04 in der Champions League sowie Bayer Leverkusen und der VfB Stuttgart in der Europa League auf Punktejagd. Zusammen sechs Siege würden dem deutschen Quartett schon genügen, um den dritten Platz am Ende der Saison sicherzustellen. Dann könnte die Bundesliga in der Saison 2012/13 wieder vier Champions-League-Teilnehmer (drei Direktstarter plus ein Qualifikant) stellen. Das war letztmals in der Saison 2001/02 der Fall.

In der Saison 2013/2014 könnte die Bundesliga dann sogar an Spanien, der Liga des Weltmeisters, vorbeiziehen. "Das hat viele Gründe. Ein ganz wesentlicher Punkt ist sicherlich die hervorragende Arbeit in den Bundesliga-Nachwuchsleistungszentren. Dass diese verpflichtend eingeführt wurden, kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Alleine in dieser Saison fließen rund 90 Millionen Euro aus der Liga in die Leistungszentren - Investitionen, die sich auch in Zukunft weiter auszahlen werden", sagte Seifert.

"Bundesliga kann sich Selbstbewusstsein leisten"

Für den DFL-Geschäftsführer ist auch der Erfolg der deutschen Nationalmannschaft im Sommer bei der WM in Südafrika ein Resultat der hervorragenden Nachwuchsarbeit der Bundesligisten. "Die Bundesliga kann sich ein großes Selbstbewusstsein leisten. Denn ohne die Arbeit und Unterstützung der Liga wären die Erfolge der Nationalmannschaft nicht denkbar. Im Wesentlichen dank der Leistungszentren gibt es heute mehr und besser ausgebildete junge Spieler als je zuvor. Aus diesem Reservoir schöpft der DFB. Deshalb hat die Nationalmannschaft künftig auch wieder eine echte Chance, Titel zu gewinnen", betonte Seifert.

Dass nach der WM in Sami Khedira und Mesut Özil gleich zwei Nationalspieler in die Primera Division zu Spaniens Rekordmeister Real Madrid gewechselt sind, ist Seifert insbesondere hinsichtlich der Erlöse aus der Auslandsvermarktung aber ein Dorn im Auge. "Es ist generell nicht gut für die Bundesliga, wenn Stars wie Özil und Khedira ins Ausland wechseln. Jeder Kommentar, der hierzu in eine andere Richtung geht, verkennt die Tatsache, dass die Vermarktung einer Liga, ihrer Spieler und Erfolge die ökonomische Basis legt, auf der alles andere aufbaut", sagte Seifert.

Dank an den FC Bayern

Vor diesem Hintergrund ist die operative Abteilung der Liga froh, dass zumindest Branchenkrösus Bayern München die WM-All-Stars Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger langfristig binden konnte. "Ich glaube, dass die gesamte Bundesliga dem FC Bayern dankbar sein muss, dass er Bastian Schweinsteiger und auch Philipp Lahm gehalten hat. Denn solche absoluten Topspieler braucht die Liga. Lahm und Schweinsteiger wurden bei der WM ins All-Star-Team gewählt, sie sind mittlerweile Weltstars. Um die jüngsten finanziellen Erfolge in der Auslandsvermarktung weiter fortführen zu können, brauchen wir auch solche Spieler", sagte Seifert.