Der erste Titel der neuen Saison wird ab dem 21. Juli ausgespielt: der Premiere-Ligapokal 2007! Meister, Pokalsieger, Zweitligameister und die restlichen drei bestplatzierten Mannschaften der abgelaufenen Spielzeit kämpfen um die begehrte Trophäe.

Heute hat das Warten endlich ein Ende: Mit dem Doubleheader in der Düsseldorfer LTU-Arena startet der Premiere Ligapokal 2007. Im Folgenden ein Überblick über die gegenwärtige Situation bei den sechs teilnehmenden Mannschaften.

FC Schalke 04

Beim deutschen Vize-Meister herrschte in den Tagen vor dem Auftakt im Premiere-Ligapokal gegen den Karslruher SC (JETZT im Live-Ticker auf bundesliga.de sowie bei Premiere) beste Stimmung. Vor allem das Trainingslager im österreichischen Bad Radkersburg (7. bis 15. Juli) wurde gemeinhin als großer Erfolg bezeichnet.

"Die Bedingungen und der Rasen an und in der Thermen-Arena waren optimal", sagt Trainer Mirko Slomka. Kapitän Marcelo Bordon spricht gar vom "besten Trainingslager, das ich je mitgemacht habe".

Ein Sonderlob verteilte Mirko Slomka auch an die medizinische Abteilung der "Knappen" um den neuen Mannschaftsarzt Dr. Bernd Brexendorf : "Sie haben bis spät in die Nacht gearbeitet und die Spieler optimal betreut. Wie gut die Arbeit war, sieht man daran, dass es keine gravierenden Ausfälle gegeben hat."

Slomka stellt auch bei den Spielern im Umgang miteinander eine positive Stimmung fest. "Die Atmosphäre ist gut, die Spieler unterstützen sich gegenseitig. Das konnte man auch in den Testspielen sehen." Dort gab es unter anderem gegen den FC Kopenhagen ein 2:2 und gegen den englischen Erstligisten FC Middlesbrough ein 3:0.

Von sogenannten "Teambildenden Maßnahmen" sieht man bei den "Königsblauen" in diesem Jahr daher ab. "Teamgeist entsteht in einer Mannschaft nicht durch vorgegebene Teambuilding-Maßnahmen, der muss aus der Mannschaft selbst kommen", sagt Slomka.

Karlsruher SC

8:0, 9:0, 21:0 und 4:0 - das sind bisher die beeindruckenden Testspielergebnisse des Karlsruher SC, zustande gekommen allerdings allesamt gegen unterklassige Gegner wie Germania Untergrombach oder TSV Schöllbronn.

Dennoch ist Trainer Ede Becker mit dem Stand der Vorbereitung zufrieden. Der Zweitliga-Meister, der durch den Titelgewinn die Teilnahme am Premiere-Ligapokal sicherte, geht optimistisch in die Saison. "Ich glaube , dass wir von der spielerischen Qualität der Spieler her die Chance haben, unser Ziel Klassenerhalt zu erreichen", sagt Becker.

Dass dies nach dem Abgang des Top-Torjägers Giovanni Federico nicht einfach wird, ist Becker zwar bewusst. Doch "mit Hajnal, Timm und Iashvili haben wir uns gezielt verstärkt."

Letztgenannter ist der einzige KSC-Spieler, der über mehrjährige Bundesliga-Erfahrung verfügt. Darin sieht Becker aber auch eine Chance. "Alle unsere Spieler, ob jung oder alt, sind hungrig und heiß auf die Bundesliga."

Genauso das Umfeld und die Fans der Badener. "Die Leute hier", so Becker gegenüber bundesliga.de, "lechzen nach Bundesliga-Fußball."

FC Bayern München

Auch beim FC Bayern München wird gelechzt, dort allerdings nach einem Jahr ohne Titelgewinn nach jedweder Form von Trophäen. Der Anfang soll am besten beim Premiere-Ligapokal gemacht werden, wenngleich dort heute im Viertelfinale mit Werder Bremen (ab 17:30 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de) ein schwerer Brocken wartet.

Vor allem bei Berücksichtigung der derzeitigen Personallage beim deutschen Rekordmeister. Mit dem Ex-Bremer Miroslav Klose steht derzeit nur ein gesunder Angreifer zur Verfügung.

Lukas Podolski (Aufbautraining nach Knorpelverletzung), Jan Schlaudraff (Bandscheiben-OP), Roque Santa Cruz (Urlaub nach Copa America) fehlen seit längerem, beim Testspiel gegen Albstadt kam mit Luca Toni (Sehnenverletzung am rechten Knie) ein weiterer Verletzter hinzu.

Doch damit nicht genug: Auch Jose Ernesto Sosa (Bänderdehnung im Sprunggelenk) verletzte sich und fällt für das heutige Spiel gegen Werder aus. Das Pech seiner Kollegen bedeutet Bewährungschancen für Amateur Sandro Wagner, der vorläufig den freien Platz neben Klose einnimmt.

Immerhin gibt es auch gute Nachrichten: Bastian Schweinsteiger meldete sich nach langer Leidenszeit (Entzündung im Knie) zurück. "Mein Knie hält", sagt Schweinsteiger. Zwar habe er noch ein wenig Rückstand gegenüber den Mitspielern in Sachen Fitness, "aber ich bin dabei, das Ganze aufzuholen, um zum Start pünktlich wieder fit zu sein."

Für Laune sorgt in diesen Tagen auch Neuzugang Franck Ribery, der neben seiner enormen fußballerischen Klasse auch menschlich ein Gewinn für den FC Bayern zu sein scheint. Zumindest hat sich der Franzose schnell als Spaßvogel entpuppt, dessen Scherzen (Zahnpasta an der Türklinke, etc.) meistens Lukas Podolski zum Opfer fällt.

Werder Bremen

Bei Werder Bremen blieb der Blick auf das Sportliche in den vergangenen Wochen scheinbar aus, zumindest fokussierte sich das öffentliche Interesse auf eine Frage: "Kommt er, oder kommt er nicht?"

Er kam. Mit Carlos Alberto hat Werder Bremen seinen Wunsch-Spieler für das Mittelfeld nun definitiv verpflichtet. Der 22-Jährige stellte im Testspiel gegen den FC Liverpool (2:3 - Torschützen: Kevin Schindler und Hugo Almeida) einen Teil seines Könnens bereits zur Schau und zeigte, wie die gesamte Mannschaft, eine ansprechende Leistung.

Trainer Thomas Schaaf fand lobende Worte für seinen neuen Schützling. "Das war in Ordnung, er hat sich gut eingebracht. Man muss sich erst einmal in einer neuen Mannschaft zurechtfinden." Gegen die Bayern ist der Brasilianer allerdings noch nicht spielberechtigt.

Was Verletzungen betrifft, hat auch bei den Bremern das Pech Einzug gehalten. Gegen Liverpool, nach dem Test gegen Basel (0:2) die zweite ernsthafte Bewährungsprobe, fehlten wegen kleinerer oder größerer Verletzungen oder Verpflichtungen gleich acht Mann. Per Mertesacker, Naldo, Petri Pasanen, Diego, Aaron Hunt, Martin Harnik und Kevin Artmann sollen im Gegensatz zum Langzeitverletzten Patrick Owomoyela jedoch bald wieder an Bord sein. Kurzfristig verletzte sich zudem noch Stürmer Hugo Almeida, der Probleme mit dem Sprunggelenk hat.

VfB Stuttgart

Beim Deutschen Meister lief die Vorbereitung alles andere als ideal. Mit Matthieu Delpierre (Operation an der Patellasehne), Serdar Tasci (Innenbandanriss) und Sami Khedira (Kapseleinriss am Sprunggelenk) verletzten sich gleich drei Spieler schwer und fallen mehrere Wochen aus.

Zudem laborierten Yildiray Bastürk, Thomas Hitzlsperger und Andreas Beck an kleineren Blessuren, die zeitweise nur eingeschränktes Training zuließen. "Von einer optimalen Vorbereitung kann man sicherlich nicht sprechen", sagt VfB-Trainer Armin Veh. Doch in Hektik mag der Meistercoach deshalb nicht verfallen. "Das macht mich nicht unruhig. Zum Saisonstart Anfang August werden wir bis auf Delpierre eine komplette Mannschaft haben."

Und selbst im Falle des Verteidigers gibt es positive Nachrichten. Die Knie-Operation des Franzosen ist gut verlaufen. Dabei wurde entzündetes Gewebe an der Patellasehne entfernt und die Kniescheibenspitze abgeschliffen.

In den Vorbereitungsspielen hinterließen seine Kollegen auch ohne die eine oder andere Stammkraft meist einen guten Eindruck. Spiele gegen unterklassige Gegner wurden mit Leichtigkeit gewonnen. Im ersten schwierigen Test gab's ein 1:1 gegen Lazio Rom (Torschütze: Alexander Farnerud). Dabei kam allerdings Neuzugang Ewerthon noch nicht zum Einsatz. Der Brasilianer hat nach seinem Wechsel von Real Saragossa an den Neckar noch Trainingsrückstand.

1. FC Nürnberg

Als Pokalsieger greift der 1. FC Nürnberg erst im Halbfinale des Premiere-Ligapokals ins Geschehen ein. Am 24. Juli um 20:30 Uhr empfängt der "Club" den Sieger aus der Viertelfinalpartie zwischen dem FC Schalke 04 und dem Karlsruher SC.

Trainer Hans Meyer äußert im Interview mit bundesliga.de schon mal einen vorsichtigen Wunsch, wer ihm im Finale am liebsten wäre, sollten die Franken das Endspiel am 28. Juli in Leipzig erreichen.

"Ein Duell mit Bayern München ist für unsere Fans immer etwas ganz Besonderes. Sollte allerdings der VfB ins Finale einziehen, wäre mir angesichts der Tatsache, dass Stuttgart uns einfach nicht besiegen kann, aber sicher viel wohler ums Herz", spielt der Trainerfuchs auf die drei Siege des FCN gegen die Schwaben in Bundesliga und Pokalfinale in der vergangenen Saison an.

Meyers Team hielt sich in den bisherigen Vorbereitungsspielen schadlos und bezwang seine unterklassigen Gegner jeweils deutlich. Auch personell schaut's beim "Club" gut aus, so ist Marek Mintal nach muskulären Problemen wieder ins Training eingestiegen.

Javier Pinola (Arthroskopie im Knie ) und Jawhar Mnari (ebenfalls Knie) sind neben Joshua Kennedy (Trainingsrückstand) derzeit die einzigen "Cluberer", die nicht zur Verfügung stehen. Mnari und Pinola werden vermutlich auch beim Saisonstart am 12. August gegen den KSC ausfallen.

Zusammengestellt von Gregory Straub