Mailand - Mario Gomez trifft und trifft und trifft. Der 1:0-Siegtreffer bei Inter Mailand war in dieser Saison bereits das 28. Tor im 32. Pflichtspiel für den Torjäger des FC Bayern München.

Damit stieß er das Tor zum Viertelfinale in der Champions League für den Rekordmeister weit auf. Nach dem Schlusspfiff warnte Gomez aber vor Überheblichkeit. "Wir müssen im Rückspiel in München aber noch einmal 90 Minuten sehr konzentriert agieren. Denn Inter hat Spieler, die eine Partie in jedem Moment entscheiden können", sagte er.

Frage: Herr Gomez, wie haben Sie die Schlussminute mit dem Tor erlebt?

Mario Gomez: Ich habe schon davor oft spekuliert, aber Julio Cesar hat bis dahin sehr, sehr gut gehalten. Ausgerechnet diesen Schuss von Robben, bei dem man denkt, dass er den sicher haben wird, lässt er prallen. Das war für mich natürlich ein Geschenk.

Frage: Und was war das für ein ungewöhnlicher Torjubel danach?

Gomez: Ich schaue mir ab und zu Tore auf Youtube an. Da habe ich diesen Jubel von meinem Vorbild "Jay-Jay" Okocha zu seiner Zeit in England gesehen. Ich habe mir dann vorgenommen, das auch mal auszuprobieren.

Frage: Kann der FC Bayern schon für das Viertelfinale buchen?

Gomez: Nein. Wir wollten ein gutes Ergebnis erzielen und das haben wir geschafft. Wir müssen im Rückspiel in München aber noch einmal 90 Minuten sehr konzentriert agieren. Wir dürfen nicht ins offene Messer laufen, sondern müssen alle mit nach hinten arbeiten und gemeinsam verteidigen. Denn Inter hat Spieler, die eine Partie in jedem Moment entscheiden können.

Frage: Waren Ihr Treffer und der Sieg auch ein wenig Genugtuung für die Niederlage gegen Inter im Endspiel in Madrid?

Gomez: Von Genugtuung, Revanche oder gar Rache möchte ich nicht reden. Wir haben damals das Finale verloren. Das können wir nicht mehr rückgängig machen. Wir haben jetzt das Hinspiel gewonnen - nicht mehr und nicht weniger.

Frage: Was sagen Sie zur Leistung von Torhüter Thomas Kraft?

Gomez: Er hat einen sehr großen Anteil am Erfolg. Wir haben heute alle gesehen, was er für ein Talent ist. Aber wir sollten ihn jetzt in Ruhe weiterarbeiten lassen.

Frage: Am Samstag gegen Dortmund ist es mit der Ruhe aber wieder vorbei. Präsident Uli Hoeneß hat für das Spitzenspiel einen Sieg mit mindestens zwei Toren Differenz prognostiziert.

Gomez: Uli Hoeneß darf sich wünschen, was er will. Wir wollen auf jeden Fall gewinnen. Das ist unser Ziel. Und wenn wir so auftreten wie gegen Inter, dann werden wir das auf jeden Fall schaffen.

Aus Mailand berichtet Michael Reis