München - Der FC Bayern würde am liebsten die Zeit nach vorne drehen, um die Schlappe aus dem Rückrundenauftakt möglichst schnell vergessen zu machen. "Wir müssen gar nicht mehr so viel über Gladbach reden", sagte Bastian Schweinsteiger, der sich beim täglichen Pressetalk vor die Journalistenschar platziert hatte. "Wir sind hellwach nach diesem Ausrutscher."

Die Niederlage gegen die Borussia sei also abgehakt, der Blick richte sich nach vorne - zumal am Samstag gegen den VfL Wolfsburg Franck Ribery zurückkehrt. "Er ist ein sehr wichtiger Spieler für den FC Bayern. Franck gehört zu den fünf Besten der Welt", schwärmt Schweinsteiger. "Es ist wichtig, dass er gesund und fit ist für die Ziele, die wir haben." Ribery, der am Donnerstag wegen leichter Rückenschmerzen von Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt behandelt wurde, dürfte die FCB-Offensive gegen die "Wölfe" erheblich aufwerten.

"Wissen, dass wir aggressiver spielen müssen"

Doch noch ist es nicht soweit. Auch knapp eine Woche nach der 1:3-Niederlage beim Rückrundenauftakt in Mönchengladbach bohrten die Journalisten in die Wunden des Rekordmeisters. Ob die Stimmung zu harmonisch gewesen sei? Warum den Bayern gegen defensivstarke Teams so wenig einfalle? Und wie die drei Gegentreffer nur passieren konnten?

Schweinsteiger ertrug das "Kreuzverhör" mit stoischer Ruhe - auch wenn sich seine Hoffnung nicht erfüllte, endlich einen Schlussstrich unter dem verkorksten Auftritt zu ziehen. "Wir machen uns wegen des einen Spiels nicht verrückt", wiegelte Schweinsteiger ab. "Wir wissen, dass wir aggressiver spielen müssen." Am Freitag habe man gegen eine Mannschaft gespielt, die sehr defensiv stand und auf Konter lauerte. "Die meiste Zeit haben wir zu zehnt in der gegnerischen Hälfte gestanden und dann zwei, drei unnötige Fehler im Aufbauspiel gemacht."

Mit Zuversicht ins zweite Rückrundenspiel

Dass sich der FC Bayern bereits zum fünften Mal in dieser Saison von einer Mannschaft mit ähnlichem Spielsystem auskontern ließ, wollte der 27-Jährige auf bundesliga.de-Nachfrage nicht überbewertet wissen. "Die fünf Niederlagen lassen sich nicht vergleichen. In Hannover hätten wir zum Beispiel selbst in Unterzahl gewinnen können." Allerdings gab Schweinsteiger zu, dass sein Team gegen Dortmund, Gladbach, Hannover und Mainz jeweils durch eigenes Verschulden in die Bredouille geraten war.

Wenn am Samstag der VfL Wolfsburg in der Allianz Arena gastiert, dann soll die Stimmung an der Säbener Straße wieder ins Positive gedreht werden, so die Hoffnung des Mittelfeldstars. "Wenn ich mir unsere letzten Trainingseinheiten anschaue, dann stimmt mich das zuversichtlich. Wenn wir das umsetzen, was der Trainer von uns fordert, dann sollten wir am Wochenende ein gutes Spiel zeigen und die drei Punkte mitnehmen."

Keine Verletzungssorgen mehr

So genau weiß Schweinsteiger jedoch nicht, was am Samstag auf den Rekordmeister zukommt - immerhin hat VfL-Trainer Felix Magath acht Neuzugänge in der Winterpause verpflichtet. "Ich habe mir in der Vergangenheit selten das Spiel zwischen Wolfsburg und Köln angeschaut - aber am letzten Samstag habe ich es getan. Wenn so viele neue Spieler dabei sind, sollte man die vorher schon einmal begutachten."

Schweinsteiger selbst sieht sich nach überstandenem Schlüsselbeinbruch wieder auf dem Weg der Besserung: "Das macht überhaupt keine Probleme mehr." Und auch die Sehnenreizung am rechten Kniegelenk sei abgeklungen. "Ich hoffe, das bleibt in den nächsten Tagen so. Mit den Spielen kommt dann die Fitness noch mehr", erklärte der Bayern-Star.

Eitel Sonnenschein also beim FC Bayern? Vorerst nur dank des herrlichen Winterwetters in der Landeshauptstadt. Die Frage nach dem Befinden des Tabellenführers wird erst am Samstagnachmittag um 17:20 Uhr beantwortet. "Das Papier vor dem Spiel zählt nicht, wir müssen es auf dem Platz zeigen", weiß Schweinsteiger. Bis es soweit ist, müssen sich Spieler und Fans noch etwas gedulden.

Von der Säbener Straße berichtet Johannes Fischer