Fred Rutten hat vor dem Duell seiner Schalker am kommenden Sonntag gegen den Hamburger SV alle Hände voll zu tun. Neben den alltäglichen Dingen kommt vor dem Spiel gegen die Rothosen die Sorge um den angeschlagenen Christian Pander hinzu, aber vor allem die Personalie Kevin Kuranyi sorgt bei Königsblau für Gesprächsstoff.

Frage: Am Sonntag geht es für Ihre Mannschaft gegen den HSV. Der Tabellenführer trifft auf den Fünften. Ist es für Sie schon ein echtes Spitzenspiel zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison?

Fred Rutten: Ich muss ehrlich zugeben, dass ich jetzt noch gar nicht so sehr auf die Tabelle schaue. Das ist was für die Fans. Mit ist das viel zu früh. Die meisten Entscheidungen fallen doch erst an den letzten fünf, sechs Spieltagen. Aber es ist dennoch ein Spitzenspiel, gemessen an der Qualität, die beide Mannschaften haben.

Frage: Schalke hat große Ziele. Immer wieder wird S04 von Außen aber auch aus dem Verein mit der Meisterschaft in Verbindung gebracht. Wie gehen Sie mit dem Druck um, der auf Ihnen und der Mannschaft lastet?

Rutten: Druck macht man sich selbst. Schließlich will man gut und erfolgreich arbeiten. Aber wenn ich mich vom Druck leiten lasse, dann hätte ich kein schönes Leben mehr. Und das Leben als Schalke-Trainer ist schön. Dass ein Verein wie Schalke, aber auch Hamburg große Ambitionen hat, das weiß jeder, der dort antritt. Jeder Spieler, jeder Trainer. Ich denke, Martin Jol würde dasselbe sagen. Übrigens gab es auch bei Twente Erwartungen an die Mannschaft und somit den berühmten Druck. Der Unterschied ist jedoch, dass in Deutschland im Fußball alles viel stärker in der Öffentlichkeit steht als in den Niederlanden.

Frage: Zuletzt hat ihr Angreifer Kevin Kuranyi mit der überraschenden Abreise aus dem Kreis der Nationalmannschaft für Schlagzeilen gesorgt. Stört das die Vorbereitung auf die Partie gegen den HSV und wie gehen Sie mir dieser Situation um?

Rutten: Ich habe Kevin gesagt, dass es ein Fehler von ihm war, einfach in der Halbzeit abzuhauen. Aber er ist ein sehr emotionaler Mensch. Wenn man überlegt, was sich über die Jahre bei ihm aufgestaut hat, kann man seine Entscheidung zumindest nachvollziehen. Auf das Spiel gegen den HSV hat das keine Auswirkungen: Das eine ist die Nationalmannschaft, das andere der Verein. Sprüche von gegnerischen Fans haben alle Spieler schon zuhauf gehört, das ist auch nichts Neues mehr. Wichtig ist für Kevin, dass die Geschichte jetzt beendet ist und dass er sich jetzt voll auf Schalke konzentrieren kann.