Ivica Olic ist der Schrecken für Manchester United. Im Hinspiel traf er in der Schlussminute zum wichtigen 2:1, im Rückspiel im Old Trafford sorgte er mit seinem Anschlusstreffer für die Wende.

"Es war extrem wichtig, dass wir kurz vor der Halbzeit das 1:3 gemacht haben. Speziell nach dem Platzverweis war dann klar, dass es eng für Manchester werden würde", bewertete Präsident Uli Hoeneß den Treffer des Kroaten, der zusammen mit Thomas Müller die zentrale Offensive der Bayern besetzte.

Doch Olic glänzte nicht nur durch seine Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse. Wie gewohnt ackerte und rackerte er, ging weite Wege und wurde in der 85. Minute völlig erschöpft ausgewechselt. Nach der Partie fand "Ivi" dann aber schnell wieder Luft für ein Interview.

Frage: Herr Olic, der FC Bayern hat Manchester United ausgeschaltet und das Halbfinale erreicht. Geht damit ein Traum in Erfüllung?

Ivica Olic: Ja, natürlich ist das wie ein Traum. Wir wollten so gerne eine Runde weiterkommen, und das haben wir jetzt geschafft.

Frage: Was ging nach dem Schlusspfiff in Ihnen vor?

Olic: Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn man nach einem 0:3 gegen so eine Mannschaft wie Manchester United noch weiterkommt.

Frage: Haben Sie nach dem frühen Rückstand noch daran geglaubt?

Olic: Wir haben uns schon in der Halbzeit gesagt, dass es unerheblich ist, ob wir 1:3 oder 0:1 zurückliegen. In beiden Fällen musste noch ein Tor her. Mir war auch klar, dass Manchester nicht 90 Minuten lang so ein Pressing spielen kann, wie sie es in der ersten Halbzeit getan haben. Und ich sollte Recht behalten.

Frage: In wie weit spielte den Bayern der Platzverweis für Rafael in die Karten?

Olic: Wir haben auch schon vor dem Platzverweis besser ins Spiel gefunden und unsrerseits den Druck erhöht. Nach der Roten Karte wurde das dann für uns noch einfacher. Das zweite Tor haben wir uns absolut verdient.

Frage: Woran denken Sie jetzt? An Lyon im Halbfinale, Leverkusen in der Bundesliga oder doch schon an das Endspiel in Madrid?

Olic: Wir hatten jetzt drei wichtige Spiele hintereinander. Gegen Schalke und zu Hause gegen Manchester haben wir gewonnen, eines verloren. Aber im Endeffekt war das 2:3 ja auch ein Sieg. Am Wochenende geht es gegen Leverkusen erst einmal um die Meisterschaft. Ich hoffe, dass wir erneut eine gute Leistung abrufen und gewinnen. Denn dann machen wir wieder einen großen Schritt nach vorne.


Aus Manchester berichtet Michael Reis


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