Rückschlag für den FC Schalke 04: Beim Revierderby beim VfL Bochum mussten sich die "Blau-Weißen" trotz einer 2:0-Führung noch mit einem 2:2-Unentschieden begnügen.

Hinter Spitzenreiter Bayer Leverkusen und Verfolger Bayern München belegt das Team von Trainer Felix Magath nun den 3. Tabellenplatz.

Last-Minute-Tor im kleinen Revierderby

Vor dem "Straßenbahnderby" im Ruhrgebiet hatten die "Königsblauen" vier Mal in Folge zu Null gespielt. Außerdem sicherte sich Schalke in dieser Saison bislang jedes Mal, wenn sie die 1:0-Führung erzielten, am Ende der Partie die drei Zähler.

Zwei Mal hatten die Mannschaften in der aktuellen Spielzeit bereits gegeneinander gespielt. Beide Male, in der Hinrunde und im DFB-Pokal, verließen die Schalker den Platz als Sieger und konnten den Revier-Nachbarn mit 3:0 klar besiegen.

Danach sah es auch zunächst bei der Begegnung im rewirpowerSTADION aus. S04 dominierte das Spiel über weite Strecken und sah bis zur 82. Spielminute wie der sichere Sieger aus. Da sorgte der eingewechselte VfL-Stürmer Vahid Hashemian nach einem scharf getretenen Eckball für den überraschenden Anschlusstreffer. In der allerletzten Aktion des Spiels trickste der iranische Torschütze zuerst Rafinha aus und flankte dann maßgenau auf Stanislav Sestak, der zum Last-Minute-Ausgleich einköpfte.

"Das hat mit mangelnder Erfahrung zu tun"

Die Mannschaft war geschockt, dass man diesen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben hatte. Schalke-Trainer Magath konnte die Ursachen für das Unentschieden genau benennen: "Mit unserem Spiel war ich lange Zeit zufrieden. Am Ende haben wir zwei Punkte verschenkt. Aber so ist das, wenn man viele junge Spieler hat. Wenn bei zwei Gegentoren alle nur zuschauen, dann hat das mit mangelnder Erfahrung zu tun."

Unzufrieden zeigte sich auch Torwart und Ersatz-Kapitän Manuel Neuer. 527 Minuten war der Keeper zuvor ohne Gegentor geblieben. "Das waren dumme Fehler. Man darf nie denken, dass man die drei Punkte schon sicher hat, sondern muss bis zum Ende konzentriert spielen", analysierte der 23-Jährige nach der Partie.

Nachwuchsspieler in der ersten Elf etabliert

Genau in den entscheidenden Momenten wurde den "Knappen" ihre bisherige Stärke zum Nachteil. Sorgten Nachwuchstalente wie der 18-jährige Joel Matip und der 21-jährige Lukas Schmitz mit ihrer unbeschwerten Spielweise für frischen Wind in der Bundesliga, fehlte ihnen in der Nachspielzeit die Abgeklärtheit.

Doch die junge Schalker Truppe wird aus solchen Fehlern lernen. Talente wie Matip, Schmitz oder auch der jüngst mit einem Profivertrag ausgestattete U-20-Nationalspieler Christoph Moritz haben sich zu festen Größen in Magaths Mannschaft entwickelt und stehen für eine hoffnungsvolle Zukunft auf Schalke.

"Dreier" gegen Hoffenheim

Am nächsten Spieltag treten die Schalker zuhause gegen 1899 Hoffenheim an. Gegen das zuletzt schwächelnde Team von Ralf Rangnick will Schalke 04 endlich zum ersten Mal gewinnen.

Die Bilanz bisher: Eine Niederlage und zwei Unentschieden. Einen Sieg fordert auch Stürmer Kevin Kuranyi: "Wir müssen unsere Fehler wieder gut machen und dürfen dem Gegner keine Chance geben."

Vera Schmidt