München - Im Schatten des Revierderbys (Hier zum Vorschau-Video) steigen am Samstagnachmittag vier Duelle, bei denen es in jedem mindestens für einen Club ums Überleben in der Bundesliga geht. Der Hamburger SV will gegen Hannover Wiedergutmachung für das peinliche 0:4 in Hoffenheim betreiben. Schlusslicht FCK empfängt Nürnberg. Der Vorletzte aus Berlin tritt zum schweren Auswärtsspiel in Leverkusen an. Und der FC Augsburg, derzeit auf Platz 15, will in Wolfsburg nach zwei Pleiten in Folge den Negativtrend stoppen.

Im Live-Ticker von bundesliga.de sind Sie bei den Samstagspartien ab 15 Uhr live am Ball. So ist es um die Stimmung und die Personalsituation bei den Vereinen bestellt:

Drastische Worte fand HSV-Trainer Thorsten Fink nach der 0:4-Blamage gegen Hoffenheim, nun fordert er eine Reaktion. "Am Samstag muss jeder im Stadion merken, auch die Hannoveraner, dass da eine Mannschaft gegen den Abstieg spielt", fordert der Chefcoach der Hamburger. Dabei wird der ehemalige Bayern-Profi personell nur wenige Veränderungen vornehmen. Dennis Aogo kehrt nach verbüßter Gelbsperre auf die Linksverteidiger-Position zurück, wodurch Ersatzmann Marcell Jansen wieder die angestammte Position im linken Mittelfeld einnehmen wird. Ivo Ilicevic kehrt ins rechte Mittelfeld zurück und soll gemeinsam mit Jansen das Sturmpaar Petric/Berg mit Vorlagen füttern.

Auch im zentralen Mittelfeld wird auf einer Position rotiert. An der Seite von David Jarolim wird Tomas Rincon spielen. Der Venezolaner hat seine Entzündung am Schienbein endgültig überstanden und ist bereit für 90 Minuten. Auch wenn die Mannschaft in sehr ähnlicher Formation auflaufen wird, kündigt Fink einen gänzlich anderen HSV an. "Ich werde sie auf das Spiel erneut heiß machen, meine Power und Energie auf die Mannschaft übertragen. Das ist mein Job", sagt Fink.

Hannover hat ein zwischenzeitliches Tief mit einem Sieg gegen Wolfsburg überwunden. Die erneute Europa-League-Teilnahme haben die Niedersachen wieder im Blick. Das Gastspiel beim großen HSV biete für den "kleinen" HSV "eine gute Möglichkeit zu punkten", sagte 96-Verteidiger Karim Haggui. So viel zu den Kräfteverhältnissen in dieser Saison. Trainer Mirko Slomka fordert: "Wir müssen wieder eiskalt zuschlagen und nachlegen." Nicht mithelfen kann dabei Mame Diouf, der Angreifer fällt bis Saisonende verletzt aus.



Schiedsrichteransetzungen

Rechtzeitig zum Endspurt hat Bayer Leverkusen die Leichtigkeit wiedergefunden. Die "Werkself" feierte nach zuvor fünf sieglosen Spielen in Folge am Mittwoch wieder einen Sieg und holte wichtige Zähler im Kampf um die internationalen Startplätze. Im nächsten Heimspiel gegen das nächste "Kellerkind" Hertha BSC will das Team von Trainer-Duo Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski nachlegen. "Wir müssen kompakter stehen und unsere Chancen besser nutzen als gegen Lautern", fordert Hyypiä. Kapitän Simon Rolfes meint: "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir unser Ziel Europa League auch erreichen."

Verzichten muss Bayer auf Renato Augusto. Er fällt nach seiner Oberschenkelverletzung gegen die Hertha aus. Offen ist, ob Michael Ballack (Muskelprobleme) gegen die Berliner wieder zur Verfügung stehen wird. Weiter fehlen die Langzeitverletzten Lars Bender, Vedran Corluca, Danny da Costa, Sidney Sam und Daniel Schwaab.

Hertha-Trainer Otto Rehhagel setzt vor dem schweren Gastspiel in Leverkusen weiterhin tapfer auf Durchhalteparolen. Dabei war das 1:2 gegen Mitkonkurrent Freiburg unter der Woche ein weiterer bitterer Rückschlag. "Insgesamt hat sich die Situation für uns nicht geändert, nur haben wir wieder ein Heimspiel weniger", sagt Rehhagel: "Wir geben nicht auf." Prekär sieht es bei Hertha auch personell aus. Da mit Roman Hubnik (Bänderanriss) auch der letzte etatmäßige Innenverteidiger verletzt ausfällt, müssen andere ran. Peter Niemeyer, eigentlich im defensiven Mittelfeld zuhause, muss zentral in der Viererkette aushelfen. Felix Bastians steht ihm zur Seite, er übernahm diesen Part bereits gegen Freiburg. Fanol Perdedaj darf wohl im defensiven Mittelfeld ran.



Schiedsrichteransetzungen

Felix Magath und seine Wolfsburger mussten gegen Hannover einen Rückschlag im Rennen um Europa hinnehmen. Gegen die seit zwei Spielen punktlosen Augsburger wollen die "Wölfe" wieder in die Spur finden, bekommen es dabei aber mit einem alten Bekannten zu tun, der derzeit groß aufspielt. VfL-Leihgabe Ja-Cheol Koo glänzte zuletzt beim FCA als torgefährlicher Strippenzieher im offensiven Mittelfeld. "Am Samstag sollte er seinen Lauf lieber unterbrechen", scherzt Mario Mandzukic: "Was er drauf hat, das kann er ja immer noch in den drei Spielen hinterher zeigen."

Gelbgesperrt fehlt dem VfL Verteidiger Felipe Lopes. Verletzungsbedingt nicht dabei sind Chris (Oberschenkelverhärtung), Thomas Hitzlsperger (Außenmeniskus-Verletzung) und Slobodan Medojevic (Fußprellung).

Augsburgs Trainer Jos Luhukay gibt sich vor dem Duell mit den ambitionierten Wolfsburgern keinen Illusionen hin. "Das wird wieder sehr schwer", meint der FCA-Trainer, dessen Team einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz hat. Ihm fehlen die verletzten Torsten Oehrl, Marcel de Jong, Dawdah Bah und Akaki Gogia. Ein Hoffnungsschimmer: Im Hinspiel feierte der FC Augsburg als Tabellenletzter ausgerechnet gegen den VfL den ersten Heimsieg in der Bundesliga.



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FCK-Trainer Krassimir Balakov hofft nach fünf Pleiten auf das erlösende Ende der Negativserie. "Wir haben noch eine theoretische Chance auf den Klassenhalt, die wir nutzen können", sagte der 46-Jährige. Das Wichtigste sei die Art und Weise, wie sich die Mannschaft verkauft, denn: "Auch wir können die Situation realistisch einschätzen."

FCK-Keeper Tobias Sippel schätzt die Lage ebenfalls sachlich ein. "Leider ist in der Rückrunde der Knoten bei uns nie geplatzt. Aber wir geben nicht auf und ein minimaler Glaube an ein Wunder besteht noch", sagte der Torhüter. Verzichten muss der FCK auf Florian Dick (Gelbsperre) und jede Menge Verletzte: Dorge Kouemaha, Jan Simunek, Sandro Wagner, Nicolai Jörgensen, Ariel Borysiuk, Christian Tiffert und Itay Shechter fallen aus.

Gegner Nürnberg will nach vier Punkten aus den letzten zwei Spielen den entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. "Es wird kein Selbstläufer", warnt Hecking, dessen Team am Mittwoch überraschend Schalke 04 mit 4:1 vom Platz fegte. "Wir sind noch nicht durch - rein rechnerisch ist noch alles möglich, aber es sieht schon sehr gut aus", sagte der Trainer. Er muss wie zuletzt auf die verletzen Alexander Esswein (Innenbandriss), Christian Eigler (Leistenoperation) und Adam Hlousek (Kreuzbandriss) verzichten. Markus Feulner kehrt nach abgesessener Gelbsperre zurück in den Kader.



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