Michael Rensing ist seit dieser Saison der Stammtorhüter der Bayern
Michael Rensing ist seit dieser Saison der Stammtorhüter der Bayern
Bundesliga

"Das Gesamtbild stimmt!"

Der FC Bayern München kommt so langsam wieder richtig in Fahrt. Der 2:1-Erfolg auf Schalke war bereits der fünfte Bundesliga-Sieg in Folge. Damit verkürzte der Rekordmeister den Rückstand auf die Tabellenspitze bis auf einen Punkt.

Bayern-Torwart Michael Rensing sieht im Gespräch mit bundesliga.de die Herbstmeisterschaft wieder in Reichweite.

bundesliga.de: Schalke 04 hat das Spitzenspiel über weite Strecken dominiert, aber der FC Bayern hat 2:1 gewonnen. Warum verliert der FC Bayern solche Spiele nicht mehr wie noch zum Saisonstart?

Michael Rensing: Wir haben eine gute Serie gestartet, die meisten Spiele gewonnen, ein paar Unentschieden zwischendurch. Wir haben Anfang der Saison immer betont, dass wir einige Zeit brauchen, um das neue Konzept umzusetzen. Wir hatten sehr viele Probleme zum Auftakt. Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert, nachdem wir das System festgelegt hatten. Wir haben vor allem in der Defensivarbeit Fortschritte gemacht, dann auch in der Offensive. Dann kam Franck Ribéry zurück, der uns sehr weiterhilft. Wir treten als Mannschaft jetzt so geschlossen und stark auf, selbst wenn wir einmal in Rückstand geraten, was in den letzten Wochen öfter der Fall war. Wir kommen noch besser, noch stärker zurück und können jederzeit eine Schippe drauflegen. Das macht unsere Stärke zurzeit aus.

bundesliga.de: Schalke war vor allem in der ersten Spielhälfte drückend überlegen, hat aber seine Chancen nicht genutzt. War die Cleverness ausschlaggebend?

Rensing: Nach dem Ausgleich habe ich auch gedacht, dass es sehr, sehr schwer werden würde. Da hatten wir ein paar Probleme im Mittelfeld, die Ordnung ging etwas verloren. Wir haben die Schalker zu viel spielen lassen, zu viele Flanken zugelassen. Aber im Laufe des Spiels, vor allem in der zweiten Halbzeit, haben wir das Spiel in den Griff bekommen. Und wir haben es dann sicher und souverän nach Hause gefahren. Wir hätten noch das dritte Tor machen können. Alles in allem haben wir gut gestanden und nicht viel anbrennen lassen. Ich bin froh, dass wir, auch wenn wir einmal nicht so gut gespielt haben, mit einem Sieg zurück nach München fahren.

bundesliga.de: Der Tabellenführer Hoffenheim hat verloren. Der Rückstand auf die Spitze beträgt jetzt nur noch einen Punkt. Wie haben Sie das aufgenommen?

Rensing: Wir haben jetzt für die nächsten Wochen eine sehr gute Ausgangsposition. Die Herbstmeisterschaft ist noch drin. Sicherlich mussten wir in den letzten Wochen ein bisschen darauf schauen, wie die Mannschaften oben spielen. Aber wenn wir weiter so die Punkte einfahren wie jetzt, dann brauchen wir nicht auf die anderen zu schauen, dann stehen wir am Ende oben.

bundesliga.de: Es kommen noch die direkten Duelle gegen Leverkusen und Hoffenheim. Wie sehr haben Sie diese beiden Clubs auf der Rechnung?

Rensing: Es gibt ja nicht nur diese zwei Mannschaften, sondern auch noch andere Teams, die noch weiter nach vorne kommen werden. Man muss abwarten, ob sie wirklich oben bleiben und konstant gut weiter spielen. Aber wie gesagt, wir schauen nicht auf Hoffenheim oder Leverkusen, sondern nur auf uns selbst.

bundesliga.de: Die Herbstmeisterschaft ist jetzt wieder aus eigener Kraft möglich. Ist das Ihr Ziel für die kommenden Spiele?

Rensing: Sicherlich wäre es schön, als Tabellenführer zu überwintern. Aber die Priorität liegt natürlich auf dem Ende der Saison. Wenn wir so weiter spielen, dann sieht es sehr gut aus.

bundesliga.de: Wie sind Sie mit Ihrer persönlichen Entwicklung in den letzten Wochen zufrieden?

Rensing: Darum geht es gar nicht. Wir haben eine große Serie gestartet und viele Spiele gewonnen. Man muss das Gesamtbild sehen, und das stimmt einfach.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski