Bayer Leverkusen hat seinen Siegeszug im DFB-Pokal fortgesetzt und dank eines in der Verlängerung herausgeschossenen 4:1-Heimsieg über den 1. FSV Mainz 05 zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte das Endspiel in Berlin erreicht.

Nach dem Halbfinale sprach bundesliga.de mit einem ausgelaugten aber überglücklichen Simon Rolfes. Der Bayer-Kapitän freut sich riesig auf sein zweites Pokalfinale und auf einen genüsslichen Fernsehabend.

bundesliga.de: Simon Rolfes, herzlichen Glückwunsch, Bayer Leverkusen steht im DFB-Pokalfinale. Wie wurde der Erfolg in der Kabine gefeiert?

Simon Rolfes: Nur ein bisschen, weil alle Spieler nach den 120 Minuten, die wir hochkonzentriert sein mussten, ziemlich ausgelaugt waren. Die meiste Freude haben wir schon auf dem Spielfeld ausgelebt. Das sind großartige Gefühle. Ich war schon 2004 mit Werder Bremen im Finale, habe da aber auf der Bank gesessen und keinen Einsatz gehabt. Das Finale ist einfach nur ein Traum. Hoffentlich gutes Wetter, ein volles Stadion, von jedem Club 20.000 Fans dabei. Ich freue mich riesig auf das Finale.

bundesliga.de: Jetzt können Sie sich in Ruhe zurücklehnen und schauen, wer Ihr Finalgegner wird. Wären Ihnen der HSV lieber, weil Leverkusen dann wahrscheinlich unabhängig vom Ausgang des Finales für den UEFA-Cup qualifiziert wäre?

Rolfes: Das können wir sowieso nicht beeinflussen. Wir setzen uns schön vor den Fernseher und gucken uns genüsslich das Spiel an. Wer es packt, ist dann eben unser Gegner. Die ganze Rechnerei hilft doch nicht. Wir fahren nach Berlin, um das Finale zu gewinnen.

bundesliga.de: Kommen wir noch einmal auf das Halbfinale gegen Mainz. War das Spiel ein Abnutzungskampf, in dem sich auf Dauer die höhere Qualität der Bayer-Elf am Ende durchsetzen musste?

Rolfes: Ja, mit Sicherheit. Wir haben von Beginn an gemerkt, dass die Mainzer sehr defensiv gestanden haben. Da wurde uns klar, dass wir sie mit Geduld richtig laufen lassen und müde spielen müssen. In der Verlängerung waren sie dann stehend k.o. und konnten nichts mehr zusetzen. Wir haben nie die Geduld verloren, auch wenn es kein attraktives oder sensationelles Spiel von uns war. Wir haben sehr geordnet gespielt und das Spiel kontrolliert aufgebaut. Und mit der Zeit war das Spiel immer offener für uns. Deswegen war ich zwar verärgert über den späten Ausgleich, aber auch sicher, dass wir uns in der Verlängerung klar durchsetzen werden. So sind wir dann ja letztlich auch zum Erfolg gekommen.

bundesliga.de: Was bedeutet Ihnen persönlich der Finaleinzug?

Rolfes: Viel. Ich hoffe natürlich, dass ich nach dem Finale den Pokal als Erster in den Händen halten darf. Daher ist es besonders schön. Wir haben die Aufgabe gegen Mainz als Mannschaft sehr gut gemeistert. Das freut mich auch als Kapitän.

bundesliga.de: Im Pokal hat Bayer Leverkusen alle seine Spiele in Düsseldorf gewonnen, in der Bundesliga noch kein einziges...

Rolfes: Ich habe schon im Scherz zu meinen Teamkollegen gesagt, im nächsten Jahr fahren wir wieder zu den Pokalspielen nach Düsseldorf. Ich hoffe, wir bekommen jetzt auch einmal in der Bundesliga einen Heimsieg gegen den KSC hin.

bundesliga.de: Übertüncht der Erfolg im Pokal ein bisschen die fehlenden Resultate der Rückrunde der Bundesliga, in der man der Musik hinterher gelaufen ist?

Rolfes: Übertünchen nicht. Wir haben den Pokal immer als separaten Wettbewerb gesehen und eine klare Trennung zwischen Liga und Pokal gezogen. Mit unserer Situation in der Liga sind wir mit Sicherheit sehr unzufrieden. So bleibt als Highlight der Saison aber immerhin das Pokalendspiel.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski