Gelsenkirchen - Mit der Meisterschale ist der BVB in diesem Kalenderjahr noch lange nicht zufrieden, denn Borussia Dortmund strebt nun auch den Sieg im DFL Supercup an. Dass die "Schwarz-Gelben" am Samstag (20:30 Uhr) auswärts beim Pokalsieger FC Schalke 04 antreten müssen, soll dabei kein Hindernis sein.

"Naja, geht so", antwortete BVB-Trainer Jürgen Klopp während der Supercup-Pressekonferenz auf die Frage, wie er sich denn in diesem Moment als Gast aus Dortmund auf Schalke fühlen würde und hatte damit gleich die Lacher auf seiner Seite. "Kloppo" wie er leibt und lebt. Gleichwohl machte er deutlich, dass er den Pokal ("Der sieht ja viel schöner aus, als ich dachte. Ist das ein Wanderpokal, oder können wir ihn direkt behalten?") unbedingt aus dem Revier des Erzrivalen entführen möchte.

Erste richtige Standortbestimmung

Es ist alles andere als ein normales Spiel, wenn Schalke und der BVB zum 138. Mal aufeinander treffen. Wie in jedem Revierderby dürfte es auf und neben dem Platz hoch her gehen. Nach drei Wochen Training hat die Saison für Dortmund praktisch schon begonnen. Nach dem erfolgreichen LIGA total! Cup mit dem 2:0-Finalsieg gegen den Hamburger SV steht jetzt die erste richtige Standortbestimmung auf dem Programm.

"Nun werden uns in diesem Endspiel wieder 60.000 Fans auf die Füße schauen und so wollen wir das auch angehen", sagte Klopp, der ein wenig tief stapelte und trotz des jüngsten Erfolgs seine Mannschaft "noch nicht im Ansatz dort sieht", wo er sie haben möchte.

Keine Motivationsprobleme

Auch wenn es spielerisch noch nicht so funktioniert, wie es sich der Trainer vorstellt, dürfte er in Sachen Motivation für das erste Revierderby der Saison keine Probleme haben. In der Historie des Duells ist fest verankert, dass sich beide Mannschaften nichts schenken werden. Und schon gar nicht will man dem ewigen Rivalen mit einer eigenen Niederlage einen perfekten Start in die Saison verschaffen. Entsprechend fokussiert geht man im BVB-Lager an die Sache heran.

"Wir werden Samstag ganz sicher die beste Formation aufbieten, die uns zur Verfügung steht. Das ist ganz logisch. Wenn wir das Ding gewinnen können, dann nehmen wir das auch gerne mit", erklärt Klopp.

100 Prozent Einsatz gefordert

Personell plagen den Coach allerdings einige Sorgen. Nicht dabei sein werden Jakub "Kuba" Blaszczykowski, Antonio da Silva (Patellasehne) und Lucas Barrios (Copa America). Auch Marcel Schmelzer (Hüfte) steht laut Klopp zu 99 Prozent nicht zur Verfügung. Fragezeichen stehen noch hinter Mario Götze (Zehenverletzung), Sven Bender (Knie), Kevin Großkreutz (Adduktoren) und Neven Subotic (Gehirnerschütterung).

"Wir werden trotzdem reinhauen und versuchen, zu gewinnen, wenn wir schon mal da sind. Zudem geht es darum zu erkennen, woran wir noch arbeiten müssen", sagte Klopp, der von seinen "Jungs" im Rahmen ihrer derzeitigen Möglichkeiten einen hundertprozentigen Einsatz sehen möchte. "Natürlich ist mir klar, dass wir noch nicht alles abrufen können. Es wäre auch nicht so gut, wenn am Ende der Saison unser bestes Spiel der Supercup gewesen wäre."

"Mag es, wenn es heiß her geht"

Darauf, dass es endlich wieder richtig zur Sache geht, freut sich Mats Hummels. "Ich bin kein Fan von den Freundschaftsspielen gegen Siebt- oder Achtligisten, deswegen mag ich es, wenn es heiß hergeht", sagte der Innenverteidiger zu bundesliga.de.

In jedem Fall gehe sein Team mit breiter "Meisterbrust" in die Partie. "Wenn wir so spielen wie letzte Saison, dann kann es nur einen Sieger geben. Den Titel wollen wir auf keinen Fall den Schalkern überlassen."

Herzensangelegenheit

Auch Youngster Mario Götze erklärt gegenüber bundesliga.de: "Natürlich ist es ein besonderes Spiel für jeden Dortmunder. Alle stehen mit dem Herzen dahinter. Mit einem Sieg wären wir für die Saison gut gerüstet."

Davon geht auch der Geschäftsführer aus. Hans-Joachim Watze will mit dem Druck des Vereinsbriefpapiers noch etwas warten. Schließlich soll der Supercup-Titel noch hinzugefügt werden. Und einen schicken Pokal gäbe es nebenbei noch dazu.

Aus Gelsenkirchen berichtet Markus Hoffmann


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