Stuttgart - 0:0 gegen die Hertha, der VfB Stuttgart steht weiter ganz unten (Spielbericht). Nach dem Spiel sprach bundesliga.de mit Angreifer Daniel Ginczek über Stuttgarter Gefühlswelten, über den Abstiegskampf und seine persönliche Situation.

bundesliga.de: Daniel Ginczek, gegen Hertha BSC Berlin über 90 Minuten dominiert, am Ende aber nur 0:0 gespielt. Woran hat es beim VfB Stuttgart gehapert?

Daniel Ginczek: Wir haben eigentlich sehr gut gespielt, nur vorne hat uns das notwendige Quäntchen Glück gefehlt. Alle Bälle, die in den Strafraum flogen, waren irgendwie nicht am richtigen Fleck oder die Abnehmer standen falsch. Ich hatte eine große Gelegenheit zur Führung, leider habe ich sie nicht verwandelt, das wäre wichtig gewesen.

"Nur eine Frage der Zeit bis wir gewinnen"

bundesliga.de: Wie sind jetzt die Aussichten des VfB im weiteren Abstiegskampf?

Ginczek: Im Moment sind wir alle sehr enttäuscht, aber wir geben nicht auf, es sind ja noch einige Spiele. Wenn man das Spiel gegen die Berliner sieht, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch wir wieder einmal gewinnen.

bundesliga.de: Das sollte aber möglichst schnell gelingen ...

Ginczek: Das ist richtig. Jetzt fahren wir nach Leverkusen und sind dort sicher nicht chancenlos. Gegen Dortmund haben wir schon ein gutes Spiel gemacht und auch in Leverkusen werden wir uns nicht verstecken und versuchen zu punkten.

bundesliga.de: Ihr Trainer Huub Stevens hat auch gegen Berlin wieder offensiver aufgestellt und mit Alexandru Maxim einen kreativen Kopf gebracht. Er ist einer, der dem Spiel des VfB sehr gut tut, oder?

Ginczek: Auf jeden Fall. Er ist einer, der offensiv stark ist und auch nach hinten mitarbeitet. Maxim hat sich richtig aufgeopfert, wie eigentlich die ganze Mannschaft. Das haben auch die Fans gemerkt. Ärgerlich ist das Unentschieden natürlich dennoch.

"In Leverkusen ein Highlight setzen"

bundesliga.de: Dennoch: Sie haben über 90 Minuten alles gegeben. Das muss dann doch ein Rückschlag für die Moral sein.

Ginczek: Klar. Jubelstimmung gab es in der Kabine nicht. Jetzt brauchen wir schon eine Weile, um dieses 0:0 zu verdauen. Dennoch werden wir die Tage jetzt wieder voll angreifen und wollen dann in Leverkusen ein Highlight setzen.

bundesliga.de: Es gab eine umstrittene Szene mit dem gegnerischen Torwart Thomas Kraft. Wie haben Sie das gesehen. Hätte es die Rote Karte geben müssen?

Ginczek: Da kann ich wenig zu sagen. Ich habe es nicht gesehen. Ich wollte schlichten. Später habe ich mit Christian Gentner gesprochen, der meinte, Kraft wäre durchgedreht nachdem Georg Niedermeier ihn am Abwurf gehindert hat. Aber wie gesagt: Ich kann da wenig zu sagen.

bundesliga.de: Letzte Frage zu Ihrer Fitness. Sind Sie wieder der Alte nach Ihrem Kreuzbandriss?

Ginczek: Ich bin fit, sonst würde ich nicht spielen. Ich gebe alles für die Mannschaft, irgendwann werde ich dann auch wieder Tore machen.

Aus Stuttgart berichtet Jens Fischer