Dortmund - Mit dem 1:0-Sieg in Dortmund hat der FC Augsburg seine Erfolgsserie fortgesetzt und sich auf Rang vier der Tabelle geschoben. Für Daniel Baier war der Sieg beim BVB wiederum ein Zeichen für den tollen Teamgeist, den er im Interview nach dem Spiel in höchsten Tönen lobte.

Frage: Daniel Baier, der FC Augsburg hat seine Erfolgsserie auch in Dortmund fortgesetzt. Wie hat es sich angefühlt?

Daniel Baier: Wir sind zu Recht in Führung gegangen, haben sehr gut gespielt. Den einen oder anderen Konter hätten wir in der zweiten Halbzeit noch besser ausspielen können. Am Ende war es dann echt schwer, aber wir haben es mit zehn Mann toll verteidigt.

"Janker hat sich für die Mannschaft geopfert"

Frage: Für Neuzugang Christoph Janker war es ein turbulenter Arbeitstag: Erst direkt in die Startelf gerutscht, dann der Platzverweis nach der Notbremse gegen Aubameyang.

Baier: Es freut mich für ihn, dass er sich so schnell zurecht gefunden hat bei uns. Schade, dass es mit der Roten Karte für ihn jetzt einen Wermutstropfen gibt. Aber er hat sich in dieser Szene voll in den Dienst der Mannschaft gestellt und ein Opfer gebracht. So hat er uns im Spiel gehalten. Sonst wäre in dieser Situation vielleicht der Ausgleich gefallen. (lacht) Da hat er den Teamgedanken in dieser einen Woche schon gut verinnerlicht und sich gut eingelebt.

Frage: Ob Platzverweis oder immer neue Verletzte – den FC Augsburg kann wohl nichts vom Erfolgsweg abbringen?

Baier: Genau das zeichnet uns aus - dass wir als Mannschaft auftreten. Wir wollten auch mit zehn Spielern in Unterzahl in Dortmund gewinnen. Wir verteidigen mit Mann und Maus und keiner ist sich zu schade, sich da voll reinzuhauen. Bei uns gibt es keinen zweiten Torwart oder dritten Innenverteidiger. Wir treten als Mannschaft auf und das sieht man Woche für Woche.

"Wir wollen es gerne so laufen lassen"

Frage: Wo kann das noch hinführen?

Baier: Das wissen wir nicht, aber wir wollen es gerne so laufen lassen. Das ist doch klar! Am Sonntag zuhause wollen wir wieder gewinnen und wieder drei Punkte holen. Aber wir beschäftigen uns jetzt nicht damit, wie viel Abstand wir in der Tabelle haben oder auf welchem Platz wir gerade stehen. Wir wollen unsere Spiele gewinnen. Was dann am Ende des Tages dabei herum kommt, werden wir sehen.

Frage: Traditionell spielt Augsburg immer eine noch stärkere Rückrunde als in der Hinserie. Muss das den großen Clubs langsam Angst machen?

Baier: Wir machen jetzt keine Kampfansagen an die Konkurrenz. Wir sind sehr, sehr zufrieden mit der Situation. Aber das ändert eben nichts daran, dass wir einfach unser nächstes Spiel gewinnen wollen. So gehen wir jede Partie an. Wir sind auch nach Dortmund gefahren, um zu gewinnen. Das merkt man der Mannschaft an, dieses Selbstvertrauen haben wir uns in dieser Saison auch geholt. Und wie wir auftreten, das zeigt die Qualität, die diese Mannschaft hat.

Frage: Eine Qualität, die mit Pierre Emile Hojbjerg nochmals gestiegen ist.

Baier: Über ihn ist schon letzte Woche so viel gesagt worden. Er hat eine tolle Qualität und die zeigt er auf dem Platz. Aber ich möchte jetzt eigentlich keinen Spieler herausheben. Wenn ich mir zum Beispiel Markus Feulner ansehe, der ohne zu murren hinten links in der Abwehr spielt, obwohl das nicht seine angestammte Position ist. Er verteidigt das überragend – das ist für mich einfach Teamgeist und zeigt, was für eine geile Truppe wir haben.

"Wir sind alle überragend happy!"

Frage: Sie haben im Moment mit dem FCA wirklich richtig Spaß, oder?

Baier: Wir sind alle überragend happy! Wenn du in Dortmund vor über 80.000 Zuschauern auf so einem Teppich spielst, in Führung gehst, dann mit zehn Mann den Vorsprung verteidigst – das ist doch überragend. Ich freue mich jetzt schon auf Sonntag, wenn wir gegen Eintracht Frankfurt spielen.

Frage: Wer oder was kann Augsburg im Moment denn überhaupt stoppen?

Baier: Es wird immer mal ein Spiel geben, von dem man nicht so genau weiß, was passiert. So eine Rote Karte wie jetzt kann ein Spiel auch mal drehen. Dazu haben wir eine ganze Reihe an verletzten Spielern, die uns fehlen. Aber wir haben im Moment einen Lauf und das nötige Selbstvertrauen. Und diesen Weg wollen wir so lange wie möglich genau so weitergehen. Wir sind einfach geil darauf, die Punkte zu holen!

Das Interview führte Dietmar Nolte