Vor dem 11. Premiere-Ligapokal sprach bundesliga.de mit den Trainern der sechs teilnehmenden Teams. Heute: Ottmar Hitzfeld vom FC Bayern München.

bundesliga.de: Mit welchen Erwartungen gehen Sie den Premiere-Ligapokal an?

Ottmar Hitzfeld: Ich glaube, die Erwartungen an uns sind bei allen sehr, sehr groß ist. Bei den Fans, bei uns, bei den Medien, selbst bei unserer Konkurrenz. Wie stark ist der FC Bayern mit all seinen Neuzugängen, wie schaffen wir´s, so viele neue Spieler zu einer Mannschaft zusammen zu bringen? Selbst ich bin gespannt. Der Premiere-Ligapokal ist eine erste, vorsichtige Standortbestimmung.

bundesliga.de: Ist der Premiere-Ligapokal vor allem auch ein willkommener Härtetest für neu verpflichtete Spieler in Ihrer Mannschaft?

Hitzfeld: Ja, klar. Hier werden wir zum ersten Mal richtig gefordert, da ist Schluss mit lustig. Unser erster Gegner ist Werder Bremen, das war im vergangenen Jahr das Finale. Sollten wir´s schaffen, weiter zu kommen, dann würde der Deutsche Meister, der VfB Stuttgart, auf uns warten. Härter geht es nicht.

bundesliga.de: Was erhoffen und erwarten Sie sich im Laufe der Saison von den neuen Spielern?

Hitzfeld: Zuerst mal, dass wir zusammenfinden, dass wir aus großartigen Einzelspielern eine Mannschaft werden, ein Team, das selbstbewusst auftritt und schließlich guten und erfolgreichen Fußball spielt.

bundesliga.de: Welchen Stellenwert und Reiz hat der Wettbewerb kurz vor dem Bundesliga-Auftakt?

Hitzfeld: Der Premiere-Ligapokal ist für alle teilnehmenden Mannschaft die erste, wichtige Standortbestimmung. Wir alle haben bis dahin hart und konzentriert gearbeitet. Aber keiner weiß, wo er wirklich steht. Die Duelle gegen die besten Mannschaften der Vorsaison plus dem Aufsteiger können diese Frage schon mal beantworten. Dazu brennen die Fans in den Stadien und vor dem Fernseher wieder auf Fußball. Wir dürfen sie nicht enttäuschen.

bundesliga.de: Welche Zielsetzungen formulieren Sie für die bevorstehende Saison?

Hitzfeld: Wenn der FC Bayern so eingekauft hat wie vor dieser Saison, dann können wir doch nur eines sagen: Wir wollen, ja, wie müssen eigentlich Deutscher Meister werden. Das ist unser Ziel, keine Frage. Dazu DFB-Pokal und UEFA-Cup. Die Erwartungen an uns und von uns selbst sind riesengroß.

bundesliga.de: Bereits vier Mal in der Geschichte des Premiere-Ligapokals wurde der Sieger anschließend auch Deutscher Meister - also ein gutes Omen für den Gewinner des ersten Titels der neuen Saison?

Hitzfeld: Ja, mit dem Premiere-Ligapokal kann man Vieles erreichen: Wer hier gewinnt, tankt für sich Selbstvertrauen und holt sich den Respekt der Bundesliga. Hoppla, mit der Mannschaft ist zu rechnen.

bundesliga.de: Unabhängig von einem solchen Erfolg: Wie wichtig ist für Sie und Ihre Mannschaft ein guter Start beim Premiere-Ligapokal für den weiteren Saisonverlauf?

Hitzfeld: Enorm wichtig. Wie gesagt, es geht um das eigene Selbstbewusstsein. Wer hier die Konkurrenz schlägt, weiß, dass er in der Vorbereitung vieles, vielleicht alles richtig gemacht hat. Mit diesem Selbstvertrauen kann man dann in die Saison starten...

bundesliga.de: Angenommen Ihre Mannschaft erreicht das Finale - wer wäre Ihr Wunschgegner?

Hitzfeld: Sollten wir ins Finale kommen - dann haben wir vermutlich die schwierigsten Brocken schon hinter uns gelassen: Werder Bremen und den VfB Stuttgart. Dann wär´s uns egal, ob wir Schalke, Nürnberg oder den KSC bekommen.