Köln - Das Trainingslager in der Türkei liegt hinter dem SV Werder Bremen. Nachdem alle drei Testspiele dort gewonnen wurden, gab es zuletzt eine 1:3-Niederlage beim MSV Duisburg. Dennoch sind die Hanseaten zehn Tage vor dem Rückrundenstart optimistisch, wie Werder-Kapitän Clemens Fritz im Interview mit bundesliga.de betont.

bundesliga.de: Clemens Fritz, Werder Bremen hat das Trainingslager in Belek absolviert und bereitet sich nun wieder in Deutschland auf den Rückrundenstart vor. Wie zufrieden sind Sie mit dem Stand der Vorbereitung?

Clemens Fritz: Wir sind soweit ganz zufrieden. Wir hatten im Trainingslager in der Türkei ein paar Probleme mit dem Wetter, haben aber das Beste aus der Situation gemacht. Wir haben dort intensiv gearbeitet und drei erfolgreiche Testspiele bestritten. Die Mannschaft ist auf einem guten Stand. Wir haben sicherlich noch Arbeit vor uns und müssen ein paar Feinheiten verbessern. Daran arbeiten wir. Ich bin optimistisch.

"Ausfall von Di Santo und Prödl tat weh"

bundesliga.de: In der Türkei wurde Borussia Mönchengladbach in einem Testspiel 3:2 geschlagen. Solche Erfolgserlebnisse dürften der Mannschaft auch gut getan haben?

Fritz: Ja, aber man muss das auch richtig einordnen und nicht zu hoch hängen. Wichtig ist, dass das, was wir uns im Training erarbeitet haben und umsetzen wollen, auf dem Platz funktioniert. Das ist das Entscheidende. Aber Testspiele sind Testspiele. Ergebnisse zählen erst, wenn die Rückrunde wieder los geht.

bundesliga.de: Auch die personelle Situation bei Werder entspannt sich etwas. Wie wichtig ist die Rückkehr eines Franco di Santo für die Mannschaft?

Fritz: Das tut der Mannschaft mit Sicherheit gut. Franco di Santo oder Sebastian Prödl, die zum Ende der Hinrunde länger ausgefallen sind, sind sehr wichtig für uns. Ihr Ausfall tat uns schon weh. Wir sind eine sehr junge, engagierte Mannschaft. Wenn dann erfahrene und wichtige Spieler ausfallen, ist es für uns nicht einfach zu kompensieren. Umso schöner ist, dass Franco wieder im Training ist und auch Sebastian bald zurückkommt.

"Skripnik fördert viel, aber er fordert auch"

bundesliga.de: Die zweite Hälfte der Hinrunde ist für Werder viel besser gelaufen als die erste. Seit dem Trainerwechsel hat die Mannschaft einige Spiele gewonnen, sie wirkte stabiler. Wie bewerten Sie die Entwicklung, seit Viktor Skripnik im Amt ist?

Fritz: Wichtig ist, dass wir uns entwickeln. Ich habe gerade schon darauf hingewiesen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben, aber auch eine sehr lernwillige. Wichtig und entscheidend ist, dass wir den Abstiegskampf angenommen haben. Wir waren schon recht früh in der Saison darauf eingestellt, dass wir bis zum Schluss gegen den Abstieg spielen werden. Wir wissen, dass wir uns jeden einzelnen Punkt hart erarbeiten müssen. Man sieht, dass wir eine positive Entwicklung genommen haben. Diesen Weg müssen wir weitergehen.

bundesliga.de: Was zeichnet Viktor Skripnik aus Ihrer Sicht aus?

Fritz: Grundsätzlich ist jeder Trainer anders. Er hat von Anfang an immer wieder gesagt, dass wir an unsere Stärken glauben und stolz sein sollen, dass wir für Werder Bremen spielen. Er versucht, das Potenzial jedes einzelnen Spielers zu 100 Prozent bestmöglich in die Mannschaft zu integrieren. Er weist uns Spieler auf unsere Fehler hin. Er fördert viel, aber er fordert auch. Das ist ein entscheidender Punkt.

"Wir müssen weiter Gas geben"

bundesliga.de: Welche Trümpfe sprechen für Werder im Abstiegskampf?

Fritz: Ich denke, uns zeichnet schon seit zwei Jahren und länger aus, dass wir als Mannschaft gemeinsam diesen Weg gehen. Wir haben einen guten Teamgeist. Den müssen wir fortführen. Es ist bei guten Ergebnissen immer leicht, von einem guten Teamgeist zu sprechen. Aber dann, wenn es nicht läuft, zeichnet sich der Teamgeist erst aus. Ich bin optimistisch, dass wir das weiter fortsetzen und gut gerüstet sind. Dazu erhalten wir eine riesige Unterstützung von den Fans. Egal, ob bei Sieg oder Niederlage, sie geben uns einen unheimlich großen Rückhalt und stehen hinter uns. Das ist fantastisch!

bundesliga.de: Werder hat vor der Winterpause vor allem daheim viele Punkte geholt. Zum Rückrundenstart warten in den ersten vier Partien jetzt drei Heimspiele auf Werder. Was erwarten Sie von diesen Spielen?

Fritz: Wir stehen auch in der Pflicht. Wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass wir gute Heimspiele abliefern können. Aber darauf können wir uns nicht ausruhen. Wir müssen weiter Gas geben. Ein guter Start in die Rückrunde ist sehr wichtig für uns. Wir müssen Punkte holen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski