Köln - Aus der Regionalliga in die Bundesliga innerhalb von einem Jahr. Für Christian Mathenia hat sich ein Traum erfüllt. Jetzt will der Keeper den SV Darmstadt 98 in der Bundesliga halten. bundesliga.de stellt die perspektivreichsten Jungstars dieser Saison vor und analysiert ihre Stärken und ihre Aussichten auf einen weiterhin erfolgreichen Karriereweg.

Alles richtig gemacht - wenn Christian Mathenia an den vergangenen Sommer denkt, kann er sich zu seiner damaligen Entscheidung nur beglückwünschen. Seit der Jugend hatte der 1,89 Meter große Torwart für seinen Heimatclub 1. FSV Mainz 05 gespielt. Doch mehr als 51 Spiele in der in der Regionalliga spielenden zweiten Mannschaft kamen nicht heraus, das Rennen im Tor der Profis machte Loris Karius, Mathenia saß unter Coach Thomas Tuchel nur sechs Mal auf der Bank. Als 2014 dann die Lilien über deren Torwarttrainer und Ex-Mainz-Keeper Dimo Wache - Mathenias Jugendheld - anfragten, sagte er deshalb sofort zu. Und startete am Böllenfalltor gleich voll durch.

Aufstiegsheld

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Mathenia wurde zu einem der größten Aufstiegshelden der Hessen. Als einziger Spieler machte er in der Saison 2014/15 alle Spiele, kassierte mit 26 Gegentoren die wenigsten aller Keeper in der 2. Bundesliga. Im Schnitt musste der heute 23-Jährige nur alle 118 Minuten hinter sich greifen - Bestwert aller Stammkeeper der Liga. Und dabei blieben die Lilien gleich 17 Mal ohne Gegentor, auch das ein Liga-Topwert. Dass Mathenia hieran einen großen Anteil hat, zeigt seine hervorragende Quote an gehaltenen Bällen. Mit 75 Prozent abgewehrten Schüssen rangiert er deutlich über Ligaschnitt (71 %). Zudem vereitelte er 38 Prozent der gegnerischen Großchancen.

Und plötzlich steht Mathenia in der Bundesliga. "Man kann es sich nicht erträumen, innerhalb eines Jahres von der 4. in die 1. Liga aufzusteigen. Seit meiner Kindheit träumte ich davon, in den großen Stadien zu spielen", hat Mathenia dem Kicker erzählt. Sein Debüt in der Bundesliga lief indes durchwachsen. Beim 2:2 gegen Hannover 96 parierte der Keeper vier Schüsse auf sein Tor, konnte zwei Flanken herunterpflücken, nur zwei der 18 Bundesliga-Keeper kamen auf bessere Werte. Seine größte Glanztat: In der 60. Minute hielt der gebürtige Mainzer einen von Mevlüt Erdinc geschossenen Foulelfmeter, verhinderte so zu diesem Zeitpunkt das 2:2.

Stellungsspiel perfektionieren

Doch zwei Minuten später war der 23-Jährige auch maßgeblich am Ausgleichstreffer beteiligt, unterlief einen hohen Ball, den Kapitän Aytac Sulu dann unglücklich ins eigene Tor lenkte. Ein Fehler, der ihm auch in der 2. Bundesliga gelegentlich unterlief, hier verschuldete er immerhin drei Gegentore durch schwere Patzer. Dieses Stellungsspiel bei Flanken hat der junge Torwart bereits als noch verbesserungsfähig ausgemacht. "Das trainieren wir regelmäßig, um alles zu perfektionieren", sagt er. Denn in Zukunft möchte er auch in der Bundesliga wieder vermehrt zu Null spielen.