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Feiner Fuß: Castrop bekommt nach seinem Traumtor die Schuhe geputzt
Feiner Fuß: Castrop bekommt nach seinem Traumtor die Schuhe geputzt - © IMAGO/pepphoto / Horst Mauelshagen
Feiner Fuß: Castrop bekommt nach seinem Traumtor die Schuhe geputzt - © IMAGO/pepphoto / Horst Mauelshagen
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Tor-Spektakel im rheinischen Derby

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Nicht wenige rechneten aufgrund der Tabellensituation beider Teams vor dem Spiel eher mit einer taktisch geprägten Partie und einem Spiel ohne großes Risiko. Genau das Gegenteil trat ein und Spektakel pur war der Fall. Bereits nach sieben Minuten standen drei Tore zu Buche, drei weitere sollte im Spielverlauf noch folgen und das Derby so als Werbung für den deutschen Fußball ins Rampenlicht rücken.

Ausgerechnet Jens Castrop eröffente ganz früh im Spiel den Torreigen in Köln-Müngersdorf. Ein Spieler, der beim FC ausgebildet wurde und noch bis Anfang Januar 2022 bei den Domstädtern unter Vertrag stand. Doch im Derby ruhen diese Verbindungen aus der Vergangenheit bekanntlich, das wiederum mussten auf der anderen Seite auch die Gäste spüren. Denn auch hier war es ausgerechnet Saïd El Mala, der für die Kölner zum 1:1 traf. Der Youngster durchlief das NLZ der Borussia und wurde im Sommer 2021 aussortiert, weil man ihn als nicht gut genug befunden hatte.

Am Samstagnachmittag bewiesen die beiden Youngster in jedem Fall, dass sie mehr als nur gut sind. Und sie lösen möglicherweise Bedauern darüber aus, dass man sie damals in ihren jeweiligen Ausbildungsvereinen abgegeben hat. Dafür steht auch das zwischenzeitliche 2:3-Führungstor durch erneut Castrop, der den Ball aus 24 Metern überragend rechts oben in den Knick zimmerte. Wieder versetzte er seinem Jugendclub damit einen Stich ins Herz, zeitgleich war es für ihn der erste Doppelpack überhaupt als Profi und das eben ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein.

“Die Atmosphäre war geil"

Doch dieses Derby lebte nicht nur von den beiden Youngstern El Mala und Castrop und ihrer jeweiligen Vergangenheit, dieses Derby war einfach generell Werbung für die Bundesliga und den deutschen Fußball. Neben sechs Toren und einer durchweg grandiosen Stimmung gab es nämlich kurz vor Schluss auch noch einen Platzverweis für Eric Martel. Der Mittelfeldmann flog mit der Ampelkarte vom Platz, sodass die Kölner in der Schlussphase in Unterzahl agieren mussten.

Kölns Keeper Marvin Schwäbe war nach Schlusspfiff ebenfalls euphorisiert: “Man geht schon mit dem Gefühl ins Spiel, weil es einfach ein Derby ist, weil die Atmosphäre angespannt ist. Beide Mannschaften stehen ein Stück weit weiter unten in der Tabelle, das heißt es ist natürlich extrem viel, was auf dem Spiel steht. Die Atmosphäre war geil." 

Dass dieses Derby historisch war, belegen auch zwei Statistiken: Zum einen fielen letztmals nämlich vier Tore in der Bundesliga in einer ersten Spielhälfte des Rheinderbys am 14. November 1984, als Köln den Borussen mit 1:5 unterlag und zur Pause bereits mit 0:4 hinten lag. 

Zum anderen gab es zuletzt drei Tore in den ersten sieben Minuten eines Bundesliga-Spiels im Mai 2013. Damals, vor fast 13 Jahren, waren ebenfalls die Fohlen beteiligt. Und zwar bei einem 3:4 der Gladbacher gegen die Bayern. In besagter Partie führte die Borussia nach sieben Minuten mit 2:1.

Köln möchte das Ergebis "rational analysieren"

Bleibt am Ende nur noch die Frage, ob dieses Spektakel im Derby und die Punkteteilung bei den Kölnern personelle Konsequenzen nach sich zieht oder nicht. Thomas Kessler, Geschäftsführer Sport beim FC, wollte dazu erstmal nichts genaueres sagen: “Man muss ehrlich sagen, wir sind jetzt in der Zeit angekommen, wo wir einfach auch mal wieder einen Dreier holen müssen. Wir haben leider eine längere Durststrecke und können die Tabelle lesen, deswegen ist der Punkt zu wenig. Wir müssen das jetzt sachlich und rational analysieren, wir haben jetzt eine Länderspielpause vor der Brust. Wir werden uns dazu jetzt Gedanken machen und ich werde auch eine Nacht drüber schlafen."

Sollte das Derby wirklich das letzte Spiel für Lukas Kwasniok bei den Domstädtern gewesen sein, so hätte er sich zumindest mit einem Tor-Spektakel verabschiedet.

Kwasniok umarmt seinen Trainerkollegen Polanski vor dem Derby - DFL/Getty Images/Pau Barrena