
Kraftakt in Köln: Dortmund schüttelt Klassiker-Frust ab
Nach den schweren Rückschlägen mit dem Champions-League-Aus in Bergamo und der Niederlage im Klassiker gegen die Bayern hat es Borussia Dortmund in Köln zurück in die Erfolgsspur geschafft. Mit Kampf, Leidenschaft und ein wenig Glück sicherte sich der BVB drei wichtige Punkte, die die erneute Qualifikation für die "Königsklasse" deutlich wahrscheinlicher machen.
Nach der Niederlage im Klassiker gegen den FC Bayern München am vergangenen Wochenende blickte man bei Borussia Dortmund in enttäuschte und bisweilen ratlose Gesichter. Über die volle Spielzeit hatte die Kovač-Elf dem Rekordmeister Paroli geboten und stand letztlich doch mit leeren Händen da. "Die Mannschaft hat hervorragend gekämpft, hat alles reingeworfen. Das wollen unsere Fans sehen. Wie sich die Mannschaft präsentierte, war schon top", bilanzierte der BVB-Trainer nach der Partie.
Nach dem Bundesliga-Topspiel des BVB eine Woche später in Köln war die Stimmungslage bei der Borussia eine völlig andere. Zwar nahmen die Schwarzgelben am Ende drei Punkte mit nach Hause, Niko Kovač war allerdings deutlich weniger angetan von der Leistung seiner Mannschaft. "Wir haben heute ein Spiel gewonnen, in dem wir nicht gut gespielt haben. Wir haben gewonnen, aber die Art und Weise hat mir überhaupt nicht gefallen", so der Trainer.
Beier: "Ein Sieg ist ein Sieg"
In der Tat gingen die Anfangsminuten an die Gastgeber. "Köln hat losgelegt wie die Feuerwehr", befand Dortmunds Sportgeschäftsführer Lars Ricken. Schließlich war es aber der BVB, der sich wie so oft in dieser Spielzeit effizient zeigte und mit dem ersten eigenen Torschuss durch Serhou Guirassy in Führung ging. Spätestens nach dem berechtigten Platzverweis gegen Jahmai Simpson-Pusey, der Maximilian Beier auf die Achillessehne stieg, schien alles für die Borussia zu laufen. "Ich finde, wir waren nicht scharf genug, vor allem mit einem Mann mehr", zeigte sich Kovač auch in der Folge nicht zufrieden.
Dass der BVB am Ende gegen zehn kämpfende Kölner trotz wenig überzeugender Leistung drei Punkte in der Tasche hatte, lag am Samstagabend an etwas Spielglück und einem starken Maximilian Beier. Der Stürmer war am Kölner Platzverweis beteiligt und baute die Führung im zweiten Durchgang mit einem platzierten Abschluss aus. Trotz mäßiger Leistung war Beier letztlich zufrieden: "Ich hätte es mir ein bisschen souveräner gewünscht, aber ein Sieg ist ein Sieg."
Generell ist der Nationalstürmer derzeit in Topform. Gegen den FC erzielte er seinen achten Saisontreffer - jetzt schon so viele, wie in der gesamten Vorsaison - und äußerte sich nach der Partie zu einer möglichen WM-Teilnahme. "Auf jeden Fall will ich da hin. Ich werde mein Bestes geben. Ob es reicht, sehen wir dann", so der 23-Jährige.

Mit Kampf und Glück zurück in die Spur
Dass die Borussia letztlich einen wichtigen Auswärtssieg im Kampf um die Champions-League-Plätze einfahren konnte, lag letztlich auch daran, dass die Schwarzgelben in den Schlussminuten Glück hatten, dass ein Handspiel von Yan Couto nicht in einem Strafstoß für die Kölner mündete. "Wenn es bei uns passiert wäre, hätte ich mich aufgeregt. Wir hätten uns nicht beklagen können, wenn das Elfmeter gegeben hätte", konnte Trainer Kovač den Kölner Frust verstehen. Auch Torschütze Beier plichtete seinem Trainer bei: "Den hätte man geben können."
Letztlich stehen die drei Punkte für die Dortmunder. Nicht auf schöne oder gar spektakuläre Weise, sondern über Kampf, Einsatz und belohnt durch eine kleine Portion Glück. Kovač, Beier und Co. wird es nach den bitteren Pleiten in Bergamo und gegen die Bayern egal sein.
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