Dortmund - Raphael Guerreiro ist bei Borussia Dortmund unter Thomas Tuchel eine feste Größe. Der BVB-Trainer schätzt die Professionalität und die Vielseitigkeit seines Spielers. Im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de erklärt der portugiesische Europameister, wie er das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den AS Monaco angeht. Zudem zieht Guerreiro ein Fazit aus seiner ersten Bundesliga-Saison und erklärt, warum er sich trotz der 1:4-Niederlage beim FC Bayern am vergangenen Samstag keineswegs Sorgen um die Borussia macht.

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bundesliga.de: Raphael Guerreiro, erzählen Sie uns Ihr wunderschönes Tor am vergangenen Samstag in der Allianz Arena.

Raphael Guerreiro: Es sah erst danach aus, dass der Ball gar nicht zu mir kommt, denn nach der Flanke von rechts schien die Abwehr der Bayern den Ball klären zu können. Ich wollte mich bereits wieder zurückziehen, da sah ich, dass der Ball zu kurz abgewehrt wurde. Ich habe mir dann gar keine Fragen gestellt, sondern einfach draufgehauen. Manchmal muss man einfach ins Risiko gehen. Das ist mir bestens gelungen. Das war eine große Freude, die leider durch das Ergebnis getrübt wurde.

bundesliga.de: Sie sprechen es an, das 1:4-Endergebnis beim FC Bayern. Muss man sich Sorgen um die Borussia machen, im Hinblick auf die kommenden Aufgaben, insbesondere das Heimspiel am Dienstag gegen den AS Monaco im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League?

Guerreiro: Wir machen uns keineswegs Sorgen, weil wir wissen, dass es ein komplett anderes Spiel gegen einen Gegner wird, der auch eine andere Spielweise hat. Samstag war der FC Bayern bärenstark, das muss man einfach anerkennen. Er hat bereits bewiesen, warum er erneut Deutscher Meister werden wird. Die Münchner waren uns überlegen.

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bundesliga.de: Was für ein Spiel kann man gegen den Tabellenführer der französischen Ligue 1 erwarten?

Guerreiro: Es wird mit Sicherheit ein offenes Spiel, mit viel Drang nach vorne. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns viele Tormöglichkeiten erarbeiten werden und dann wird es natürlich von großer Bedeutung sein, dass wir sie nutzen.

bundesliga.de: Wie sind die zwei BVB-Gesichter in dieser Saison zu erklären: Unschlagbar vor heimischem Publikum und verwundbar auf fremden Boden?

Guerreiro: Es stimmt, dass wir zu Hause fast jedes Mal gewinnen und auswärts sind wir nicht wirklich konstant. Das ist schade, weil die Auswärtsbilanz unsere an sich gute Saison ein bisschen trübt.

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bundesliga.de: Was ist nun das Ziel gegen Monaco?

Guerreiro: Wir wollen natürlich ins Halbfinale. Wir hoffen, dass einige Verletzte wieder zur Verfügung stehen. Die Stimmung mit unseren Fans im Rücken wird sowieso gigantisch werden. Sie sind bei jedem Spiel hinter uns, aber in der Champions League ist es noch ein Stück lauter und aufregender. Spielerisch wollen wir überzeugen und uns eine gute Ausgangsposition im Hinblick auf das Rückspiel erarbeiten, sprich das erste Duell für uns zu gewinnen und zwar am besten mit einem hohen Ergebnis. Das traue ich uns zu.

bundesliga.de: Ist das Monaco-Los eigentlich nicht ein leichtes Los?

Guerreiro: So sehe ich das nicht, weil ich die französische Meisterschaft regelmäßig verfolge und der AS Monaco steht nicht zufällig auf Platz eins. Es ist eine sehr konkurrenzfähige Mannschaft, die im Spiel nach vorne extrem stark besetzt ist. Es wird alles andere als einfach.

bundesliga.de: Beide Teams haben einen ähnlichen Stil, stark nach vorne und anfällig in der Abwehr. Spektakel also garantiert?

Guerreiro: Es wird sicherlich eine attraktive Partie sein, mit zwei Mannschaften, die sehr schnell nach vorne agieren und versuchen, so viele Treffer wie möglich zu machen. Für uns wird es wichtig, die richtigen Entscheidungen zu treffen und uns vor dem gegnerischen Tor eiskalt zu zeigen.

© imago / Thomas Frey

bundesliga.de: Welche Zwischenbilanz ziehen Sie persönlich nach neun Monaten in der Bundesliga?

Guerreiro: Ich bin mehr als glücklich. Mit meiner Entscheidung für Borussia Dortmund habe ich alles richtig gemacht. Ich spiele in einer Liga, in der ständig nach vorne gespielt wird, die Stadien sind überall voll, alles läuft höchst professionell und leidenschaftlich ab. Persönlich spüre ich das Vertrauen des Trainers, und er weiß, dass ich sowohl als Linksverteidiger als auch im Mittelfeld aufgestellt werden kann. Hier kann ich mich bestens entwickeln.

Das Interview führte Alexis Menuge