Zusammenfassung

  • Otto Rehhagel feiert seinen 80. Geburtstag.

  • Die Trainer-Legende holte dreimal die Deutsche Meisterschaft.

  • Mit 832 Bundesliga-Spielen führt Rehhagel die Liste der Bundesliga-Coaches mit Abstand an.

Köln - Er ist eine Bundesliga-Legende. Er gewann mit dem SV Werder Bremen zweimal die Deutsche Meisterschaft, mit dem 1. FC Kaiserslautern einmal - als einziger Aufsteiger der Bundesliga-Geschichte. Am Donnerstag wird Otto Rehhagel 80 Jahre alt.

Drei Meisterschalen, das "Wunder von Lissabon" mit der griechischen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2004, viele weitere Titel. Doch so richtig ins Schwärmen gerät Rehhagel erst, wenn er von seiner Beate spricht. "Der größte Erfolg, den ich hatte, ist, dass ich mit Beate 54 Jahre verheiratet bin", sagte Rehhagel kürzlich bei einer Gala in Bremen, auf der er einmal mehr für sein Lebenswerk geehrt wurde. Typisch für ihn, der den Blick für das Wesentliche auch nach über 50 Jahren im Fußballgeschäft nicht verloren hat.

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Unangefochtener Bundesliga-Rekordtrainer

Kaum eine Figur prägte die Bundesliga-Historie so wie der gebürtige Essener, der mit 832 Spielen an der Seitenlinie klarer Rekordmann ist - vor Jupp Heynckes, der 668 Mal betreute. Noch heute sieht man Rehhagel an Wochenenden regelmäßig mit seiner Frau an der Essener Hafenstraße, wo für ihn Anfang der 60er Jahre als Spieler von Rot-Weiss die Karriere begann.

Als Verteidiger bei Hertha BSC erlebte der Spieler Rehhagel 1963 die Geburtsstunde der Bundesliga. Als Trainer errang er je drei Meisterschaften und DFB-Pokalsiege, gewann mit Bremen 1992 den Europapokal der Pokalsieger und holte 2004 mit Griechenland den EM-Titel - ein Coup, der bis heute als größte Überraschung der EM-Geschichte gilt.

"Hier kann jeder sagen, was ich will"

Dem Sport, wird Rehhagel in einer Vereinschronik von Essen zitiert, habe er alles zu verdanken. "Ich komme aus einer Arbeiter-Familie, habe mir alles erarbeitet, habe nicht auf allen Hochzeiten getanzt, war diszipliniert, denn ich musste immer Vorbild sein. Heute kann ich mir alles erster Klasse erlauben, habe die Welt gesehen, Menschen kennengelernt. Das ist mein Pfand, auf das ich zurückgreife."

"Man lässt einen Mario Basler laufen und hat Erfolg." © gettyimages / Bongarts

Die Bild am Sonntag nannte das Wirken des Übungsleiters jüngst eine "Demokratische Diktatur". Seine Spieler siezte er, gestand ihnen aber gleichzeitig Freiräume zu. "Einen Mario Basler kann man versuchen zu disziplinieren oder man bekommt Ärger. Oder man lässt ihn laufen und hat Erfolg", sagte Rehhagel einst. Aus seinen 14 Jahren beim SV Werder ist folgender Satz überliefert: "Hier kann jeder sagen, was ich will."

Der Aufstieg zum "König Otto"

Rudi Völler nannte Rehhagel den "wichtigsten Trainer" seiner Karriere. "Bei ihm wurde ich nicht in irgendwelche Schablonen gepresst, es gab keine taktischen Zwänge. Er hat mir das Gefühl vermittelt, dass ich machen konnte, was ich wollte", sagte Völler. Eine Methode, die vor allem an der Weser zum Erfolg führte: In seinen 14 Jahren beim SVW gewann Rehhagel zwischen 1981 und 1995 fünf große Titel und stieg zum "König Otto" auf.

Otto Rehhagel streckt 1998 mit Kaiserslautern die Meisterschale in die Höhe.
Otto Rehhagel streckt 1998 mit Kaiserslautern die Meisterschale in die Höhe. © imago / Stockhoff

Es folgte eine knapp einjährige Station beim FC Bayern München, 1996 heuerte Rehhagel beim FCK an: Mit dem Bundesliga-Absteiger stieg er direkt wieder auf, mit dem Bundesliga-Aufsteiger feierte er die Deutsche Meisterschaft. Sein Erfolgsgeheimnis? "Ich habe meinen Spielern immer gesagt: Ich muss sie kritisieren", erklärte Rehhagel. "Aber als Mensch sind sie mir heilig."

SID