Frankfurt - Mit dem 1:0-Sieg gegen Schalke hat Eintracht Frankfurt gleich für eine Überraschung zum Saisonstart gesorgt. Keine Überraschung war hingegen den Torschütze: Alexander Meier war mal wieder der Held der Eintracht.

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Bruno Hübner war die Erleichterung nach diesem 1:0-Auftaktsieg gegen den FC Schalke 04 richtig anzumerken. Man müsse ja ehrlich zugeben, sagte der Sportdirektor von Eintracht Frankfurt, dass auch die Offiziellen des Clubs nicht so recht gewusst hätten, wo die neue Mannschaft stehe. Es war in den vergangenen Wochen ja viel geschrieben worden über die vielen Zugänge aus vielen verschiedenen Ländern, erst zuletzt wieder nach dem knappen Pokalerfolg gegen Drittligist Magdeburg.

Aber weder die maue Leistung im Pokal, noch den überzeugenden Sieg gegen Schalke wollen die Frankfurter Verantwortlichen überbewerten. Fredi Bobic, der seit dieser Saison sportlich die Vorstandsgeschäfte als Nachfolger von Heribert Bruchhagen führt, wollte einfach das gute Gefühl genießen am Samstag nach dem Abpfiff, er sagte: "Heute ist ein schöner Tag für die Eintracht, Respekt vor der Leistung der Jungs." Auch mit einem Feldspieler weniger hatten die Frankfurter den Vorsprung in der Schlussphase über die Zeit gerettet, Innenverteidiger Michael Hector hatte in der 79. Minute nach einer Notbremse gegen Klaas-Jan Huntelaar die Rote Karte gesehen. 

Meier ist die Konstante der Eintracht

Bei all den vielen Wechseln im Mannschaftsgefüge in der Sommerpause, bleibt der Eintracht aber auch in der neuen Runde eine Konstante weiter treu, die seit Jahren ein Garant für den Erfolg ist. Auch gegen Schalke sorgte wieder einmal der 33 Jahre alte Routinier Alexander Meier für den Siegtreffer. Dass Meier immer wieder der Matchwinner für die Eintracht ist, ist für die Menschen in Frankfurt ja längst fast so selbstverständlich wie es Äppelwoi in Sachsenhausen gibt.

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Extra loben muss den "Langen" im Eintracht-Angriff, der bei den Fans längst den Status des "Fußballgottes" erreicht hat, in Frankfurt dafür niemand mehr. Meier schießt bei der Eintracht die Tore. Das war so, und das bleibt so. Tut er das nicht, weil er mal wieder verletzt ist, ist das schlecht für die Eintracht. Meier hat in Frankfurt den Rang eines Charly Körbels der Neuzeit. Der "treue Charly" spielte einst nur für die Eintracht und ist Bundesliga-Rekordspieler mit 602 Einsätzen.

© gettyimages / Alex Grimm/Bongarts

Meier: "Ich versuche es erneut"

Wie einst von Körbel hört man auch von Meier keine großen Töne nach seinen Heldentaten. Auch diesen Samstag nicht, nachdem der Mann mit dem kleinen Zopf mal wieder das Tor des Tages gemacht hatte. Meier hatte den Ball mit seinem eigentlich schwächeren linken Fuß so schnörkellos reingehauen wie er spricht (13.). Dass er in der 68. Minute mit einem Elfmeter (Caicaro hatte Gacinovic gefoult) an Schalkes Torwart Ralf Fährmann gescheitert war - geschenkt nach diesen wichtigen drei Punkten.

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Meier blieb nach dem Abpfiff - wie immer - so sachlich wie ein Nachrichtensprecher, er sagte: "Wir haben alle zusammen gekämpft, nur so geht’s." Oder: "Natürlich ärgert man sich, wenn man einen Elfmeter verschießt, aber wichtiger ist, dass die Mannschaft gewonnen hat. Das nächste Mal versuche ich es erneut." Und schließlich: "Heute haben gleich die ersten Aktionen geklappt, das war der Unterschied zum knappen Pokalerfolg gegen Magdeburg. Im Pokal haben sich aber auch andere Mannschaften schwer getan."

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"Alex arbeitet auch mit 33 nach hinten mit"

Meier verkörpert die Eintracht wie kein anderer im aktuellen Team. In der Vergangenheit hat er alle Angebote - auch die angeblich mit Abermillionen Euro untermauerten aus China - für einen Wechsel abgelehnt, zuletzt verlängerte der 1,96 Meter große Hüne seinen Vertrag bis Ende Juni 2018. Mit dem ausgeschiedenen Vorstand Heribert Bruchhagen verband ihn eine besondere Beziehung. Trainer Niko Kovac vertraut diesem unverwüstlichen Torgarant weiter und lobt noch eine ganz andere Fähigkeit von Meier: "Wir können uns nicht erlauben, dass sich einer nach hinten ausklinkt. Alex arbeitet auch mit 33 Jahren noch nach hinten mit. So muss es sein."

Meier tut offenbar auch in seiner 13. Saison vorwiegend weiter das in Frankfurt, was er schon immer tut: entscheidende Tore erzielen.

Aus Frankfurt berichtet Tobias Schächter