Die Auswärtsschwäche in der Champions League abgelegt und zum ersten Mal seit fünf Jahren die "weiße Weste" auch nach dem zweiten Spieltag gewahrt: Der neunmalige Titelträger Real Madrid befindet sich in der "Königsklasse" in beachtlicher Frühform und marschiert mit dem deutschen Trainer Bernd Schuster souverän Richtung Achtelfinale.

"Uns war schon vor Beginn der Gruppenphase klar, dass wir eines der Auswärtsspiele in St. Petersburg oder Turin gewinnen müssen. Nach dem Sieg in St. Petersburg haben wir die Moral, um auch in Turin drei Punkte zu holen", sagte der Europameister von 1980, der den 2:1 (2:1)-Zittersieg gegen die Russen aber dennoch nicht überbewerten wollte: "Wir haben drei Punkte mehr. Aber wir haben auch gelitten, weil Zenit mit aller Macht das Remis holen wollte."

"Ein gigantischer Sieg"

Immerhin beendete der spanische Rekordmeister seine Serie von zuvor sieben Gastspielen in der "Königsklasse" ohne Sieg. Zudem gelang es den "Königlichen" erstmals seit dem Jahr 2003, die ersten beiden Spiele ohne Punktverlust zu überstehen. "Das war ein gigantischer Sieg. Vor unserem Spiel gegen Juventus sind die sechs Punkte Gold wert", sagte Keeper Ilker Casillas.

Auch die spanische Presse war voll des Lobes für den Auftritt der Schuster-Elf. "Super Van! Freie Fahrt für Real Madrid in Richtung Achtelfinale", titelte die Sporttageszeitung "Marca". Trotz der Tatsache, dass Real im zweiten Durchgang noch einmal arg ins Wanken geriet, schrieb AS: "Das war eine Lektion des offensiven Fußballs."

Achtelfinale vor Augen

Real, das erwartungsgemäß ohne Christoph Metzelder nach St. Petersburg gereist war, profitierte von einem frühen Eigentor durch den Slowaken Tomas Hubocan. Nach dem Ausgleich durch Danny (25.) erzielte der niederländische Stürmerstar Ruud van Nistelrooy in der 31. Minute den Siegtreffer für die Madrilenen. Mit einem Sieg in Turin am 21. Oktober können die Madrilenen den Einzug in die Runde der letzten 16 bereits so gut wie perfekt machen.

Denn "Juve" ist auf internationalem Parkett außer Form. Die "Alte Dame" kam beim Außenseiter Bate Borissov aus Weißrussland nur zu einem 2:2 (2:2) und ließ damit zwei wichtige Zähler im Kampf um den angepeilten Gruppensieg liegen. "Die erste halbe Stunde war für uns ein Albtraum. Sie haben uns auf dem völlig falschen Fuß erwischt", meinte Juve-Coach Claudio Ranieri.

Iaquinta rettet Juve

Turin musste in Minsk einem überraschenden 0:2-Rückstand hinterherlaufen. Sergej Krywez (17.) und Igor Stassewitsch (23.) versetzten die 40.000 heimischen Zuschauer zunächst in Ekstase. Vicenzo Iaquinta rettete den Gästen mit einem Doppelpack (29. und 45.+3) zumindest noch einen Zähler.

Ihre ersten "Dreier" holten derweil die englischen Topclubs FC Arsenal und Manchester United. Titelverteidiger ManU gewann dank der Treffer von Wayne Rooney (23.) und des Ex-Leverkuseners Dimitar Berbatov (54. und 79.) bei den Dänen von Aalborg BK 3:0 (1:0). Für 38-Millionen-Euro-Neueinkauf Berbatov waren es die ersten Treffer für Manchester.

"Er ist für viel Geld gewechselt, deshalb ist das erste Tor immer ein großes Thema. Jetzt ist er auf einem guten Weg", sagte ManU-Teammaneger Sir Alex Ferguson, der in den kommenden zwei Monaten wegen einer Knieverletzung allerdings auf Paul Scholes verzichten muss.

Arsenal souverän

Arsenal rehabilitierte sich unterdessen für die 1:2-Pleite in der Premier League am Samstag gegen Hull City mit einem deutlichen 4:0 (2:0) gegen den früheren Champions-League-Sieger FC Porto. Der Niederländer Robin van Persie (31. und 48.) und Emmanuel Adebayor (40. und 71., Foulelfmeter) trafen vor 55.000 Zuschauern für die Londoner.

Im Duell der Gruppengegner von Bayern München trennte sich der AC Florenz 0:0 von Steaua Bukarest und überließ dem deutschen Rekordmeister damit die Tabellenführung in der Gruppe F.

Torlos blieb auch das Spiel Fenerbahce Istanbul gegen Dynamo Kiew. Seiner Favoritenrolle gerecht wurde der spanische Tabellenzweite FC Villarreal, der dank eines Freistoßes von Europameister Marcos Senna 1:0 (0:0) gegen Celtic Glasgow gewann.