Borussia Mönchengladbach blüht unter Marco Rose auf - © Lars Baron/Bongarts/Getty Images
Borussia Mönchengladbach blüht unter Marco Rose auf - © Lars Baron/Bongarts/Getty Images
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Borussia Mönchengladbach: Taktisch flexibel Richtung Herbstmeisterschaft

Borussia Mönchengladbach thront schon seit dem siebten Spieltag an der Spitze der Bundesliga. Trainer Marco Rose bringt mehr Flexibilität in das Spiel der Fohlen, zudem trumpfen die Neuzugänge groß auf. bundesliga.de erklärt, warum die Borussia zurecht auf Platz eins steht.

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Der Start hätte schlechter ausfallen können: Unter Marco Rose hat Borussia Mönchengladbach 71 Prozent der Bundesliga-Spiele gewonnen (zehn von 14) und grüßt mittlerweile den achten Spieltag in Folge von der Tabellenspitze. Nur Pep Guardiola und Carlo Ancelotti haben unter allen Chef-Trainern der Bundesliga-Geschichte eine noch bessere Siegquote. Das sind durchaus Namen, in die man sich gerne einreiht.

Die Borussia hat mit 31 Punkten nach 14 Spieltagen die zweitbeste Ausbeute der Vereinsgeschichte. Nur in der letzten Meistersaison vor 43 Jahren war die Zwischenbilanz noch besser (1976/77: zehn Siege, drei Remis, eine Niederlage). Letze Saison waren es nach der Hinrunde 33 Punkte, diese Ausbeute kann nun mit einem Sieg in Wolfsburg schon nach dem 15. Spieltag übertroffen werden.

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Sanfte Reformen bringen Erfolg

Marco Rose übernahm das in der letzten Saison von Dieter Hecking etablierte und zumindest in der Hinrunde so erfolgreiche 4-3-3-System. Unter ihm spielte Borussia Mönchengladbach aber auch in einer 4-4-2-Formation mit Mittelfeldraute (das war auch sein bevorzugtes System in Salzburg), in einem 4-5-1 oder hinten mit einer Dreierkette und hoch anlaufenden Flügelspielern. Ausgerechnet in Roses Lieblingssystem, dem 4-4-2 mit Raute, hakt es noch etwas. Zu Saisonbeginn bereits eingesetzt wurde schnell wieder das 4-3-3 ausgepackt, unter dem die Fohlen bereits vor einem Jahr durch die Liga galoppierten.

Die Hauptaufgabe des neuen Coaches ist es, die Balance zwischen Offensive und Defensive zu finden. Das gelang in der Vorsaison nur selten, in der laufenden Spielzeit stellen die Fohlen jedoch mit 30 Toren (das sind bereits jetzt elf mehr als in der kompletten Rückrunde 2018/19) die viertbeste Offensive und mit nur 16 Gegentreffern sogar die zweitbeste Defensive der Bundesliga.

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Neuzugänge trumpfen auf

Aber nicht nur neben, sondern auch auf dem Platz verstärkte sich die Borussia in der Sommerpause, unter anderem mit Breel Embolo, Marcus Thuram, Ramy Bensebaini und Stefan Lainer. Thuram ist mit sechs Toren und fünf Torvorlagen Top-Torschütze und Top-Vorbereiter der Borussia in Personalunion. Embolo hat mit fünf Treffern bereits jetzt seinen persönlichen Saisonrekord (aus dem Vorjahr bei Schalke 04) eingestellt. Bensebaini feierte bislang in der Bundesliga bei fünf Einsätzen fünf Siege und schnürte jüngst am 14. Spieltag seinen ersten Bundesliga-Doppelpack ausgerechnet gegen den FC Bayern München (Endstand 2:1). Lainer, der mit Marco Rose aus Salzburg kam, ist für die Fohlen schon jetzt unersetzlich, stand in allen 14 Spielen der laufenden Saison in der Startelf und gab die meisten Torschussvorlagen aller Fohlen (28).

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Dass bei Coach Marco Rose viel über die Psychologie funktioniert bewiesen die Gladbacher erst am jüngsten Wochenende gegen den FC Bayern eindrucksvoll: Mönchengladbach gewann gegen die Bayern zum 3. Mal in dieser Bundesliga-Saison nach Rückstand – letzte Saison gewannen die Fohlen nur ein einziges Mal noch nach einen Rückstand. Nicht zuletzt, weil der Trainer nach 60 Minuten von 4-4-2 auf 4-3-3 umstellte und dadurch mehr Zugriff auf das Spiel hatte.

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Rose gibt zu, dass seine Spieler "auf einem richtig guten Weg sind". Allerdings sieht er nach wie vor Steigerungspotenzial bei den Fohlen. "Wir haben in der ersten Halbzeit gegen Bayern München gesehen, dass wir auch gegen so einen Gegner von der ersten Minute an da sein müssen", äußerte der gebürtige Leipziger: "Wir müssen von Anfang an im Spiel sein und so einem Gegner direkt Paroli bieten."

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Die Diskussion über die Meisterschaft nimmt der 43-Jährige noch nicht an, die weitere Marschroute ist aber schon klar: "Wir versuchen sachlich, alles aufzuarbeiten. Wir sind ambitioniert und dann ist unser Ziel, das Maximale aus der Saison rauszuholen." Durch den Erfolg im Borussia-Park gegen den FC Bayern ist der Vorsprung auf die Münchner auf sieben Punkte angewachsen.