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Sichtlich glücklich: Sebastien Haller feiert beim Torspektakel gegen den FCA sein Bundesliga-Comeback nach sechs Monaten Pause - © IMAGO/Maik Hölter/TEAM2sportphoto/IMAGO/Team 2
Sichtlich glücklich: Sebastien Haller feiert beim Torspektakel gegen den FCA sein Bundesliga-Comeback nach sechs Monaten Pause - © IMAGO/Maik Hölter/TEAM2sportphoto/IMAGO/Team 2
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"Verrückt, so etwas zu erleben": Borussia Dortmund feiert 4:3-Torfestival und Sebastien Haller

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Borussia Dortmund hat einen denkwürdigen Nachmittag gegen den FC Augsburg erlebt. Bei dem verrückten 4:3-Heimerfolg feierte Sebastien Haller sein Bundesliga-Comeback. Zudem brachten zwei eingewechselte Youngster den BVB mit tollen Joker-Toren auf die Siegerstraße.

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Es war die 62. Minute, als Cheftrainer Edin Terzic seinen Schützling Sebastien Haller noch mal kräftig in den Arm nahm. Dann ging es ab aufs Feld. Tosender Applaus von den Rängen. Nahezu alle der 81.365 Fans im Signal-Iduna-Park erhoben sich. Haller ist zurück! Der Mann von der Elfenbeinküste hat sich nach seiner Hodenkrebs-Diagnose vor rund sechs Monaten bewundernswert zurückgekämpft. Das Comeback des Ivorers war die Kirsche auf der Sonntagstorte.

Denn dieser Nachmittag wird in vielerlei Hinsicht in Erinnerung bleiben. Sieben Tore fielen zwischen Borussia Dortmund und dem FC Augsburg. Und es hätten noch deutlich mehr werden können: 27 Torschüsse für den BVB, 14 für den FCA. xGoals-Werte von 3,02 zu 2,17. Nach der Führung durch den zeitweise Weltklasse aufspielenden Jude Bellingham in der 29. Minute überschlugen sich kurz vor der Pause zum ersten Mal die Ereignisse: Arne Maier glich in der 40. aus, nur zwei Minuten später köpfte Nico Schlotterbeck das 2:1 - Bizepsjubel inklusive. Quasi mit dem Pausenpfiff egalisierte Ermedin Demirovic die Führung der "Schwarz-Gelben".

"Das Spiel zu erklären, ist sehr schwer"

Tore im Minutentakt gab es dann wieder mit Beginn der Schlussviertelstunde. Ein Traumtor von Jamie Bynoe-Gittens ließ die Borussia zum 3:2 jubeln, David Colina glich nur zwei Minuten später aus, doch Giovanni Reyna hatte in der 78. mit einem weiteren Sonntagsschuss per Volleyabnahme das letzte Wort. Ekstase in Dortmund!

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"Es gab individuelle Fehler auf beiden Seiten, vor allem bei den Gegentoren. Das Spiel zu erklären, ist sehr schwer. Bei den Stürmern hatten wir viel Qualität. Man kann sagen: Es war Qualität vorne und weniger Qualität hinten", mühte sich Schlotterbeck in Erklärungsansätzen dieses verrückten Torfestivals.

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Es war aus Sicht des BVB ein Sieg des Willens und der größeren Klasse. "Wir haben allen Widerständen getrotzt und das Spiel gewonnen. Trotzdem müssen wir darüber sprechen, was wir investieren müssen, um eine Torchance zu kreieren oder ein Tor zu erzielen. Und was der Gegner tun muss - das steht noch nicht in einer Balance und daran werden wir arbeiten", blickte Terzic rational auf dieses wilde 4:3.

Joker stechen beim BVB

Der Cheftrainer hatte einen entscheidenden Anteil an dem neunten Saisonsieg, wodurch die Borussia Platz sechs behaupten und den Abstand zu Leipzig, Freiburg und Tabellenführer Bayern verkürzen könnte. Terzic bewies mit den Einwechslungen ein goldenes Händchen. Hallers Präsenz war in vorderster Reihe sofort zu spüren und weckte das Stadion noch mal gehörig auf, der 18-jährige Gittens unterstrich nach ebenfalls monatelanger Auszeit (zuletzt spielte er am 5. Spieltag gegen Hoffenheim) sein großes Talent mit seinem zweiten Saison- und Joker-Tor. Matchwinner Reyna strafte mit seinem neunten Saisontreffer und ersten Jokertor seine Kritiker ebenfalls Lügen, was er mit dem "Ohren-zu-Torjubel" auch sichtlich zum Ausdruck bringen wollte. Das sehr ordentliche Startelf-Debüt des kürzlich verpflichteten Julian Ryerson ging da fast ein wenig unter.

Mit den beiden Toren der Youngster kommt der BVB nun auf sieben Treffer von eingewechselten Spielern, kein Team ist hier besser. An Offensivpower mangelt es dem Kader der Borussia somit keineswegs - das hat das 4:3 gegen Augsburg, bei dem defensive Patzer durch die Qualität in vorderster Reihe ausgeglichen wurden, eindrucksvoll gezeigt. Angesichts der darüber hinaus verfügbaren Kräfte auf der Bank, wie z. B. Thorgan Hazard und Anthony Modeste, oder dem verletzt fehlenden Marco Reus, hat Terzic offensiv die Qual der Wahl.

Emotionales Spiel für alle Beteiligten

Bevor es in der Englischen Woche mit zwei Auswärtsspielen bei Mainz 05 und den formstarken Leverkusenern weitergeht, heißt es für "Schwarz-Gelb" erst mal genießen und verarbeiten. Einer wird diesen 16. Spieltag wohl nie vergessen. "Die Begrüßung war unglaublich und unvergesslich. Es war verrückt, so etwas zu erleben", zeigt sich Haller überglücklich. Der nächste Gänsehautmoment könnte folgen, wenn das Stadion dem Stadionsprecher Norbert Dickel beim nächsten Heimspiel erneut dreimal lauthals "Haller, Haller, Haller!" antworten wird. Und zwar nach einem Tor.