Zusammenfassung

  • Borussia Dortmund zeigt sich nach dem 0:0 gegen dezimierte Freiburger unzufrieden

  • Durch die Niederlage der Bayern bleibt der BVB aber weiterhin Tabellenführer

  • Kapitän Marcel Schmelzer wird wohl erneut über längere Zeit ausfallen

Freiburg - Die Enttäuschung war groß im Lager von Borussia Dortmund. Neben dem Frust über die Verletzung von Marcel Schmelzer drückte der verpasste Sieg beim SC Freiburg aufs Gemüt. Doch dann wurde nach dem Abendspiel aus der gefühlten Niederlage doch noch ein gefühlter Sieg.

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Die Dortmunder Fans ließen sich vom ersten Punktverlust im 13. Bundesligaspiel in Folge gegen den SC Freiburg nicht die Laune verderben. Zuvor hatten die Badener in der Liga sage und schreibe zwölfmal am Stück gegen die Dortmunder verloren. Dessen Anhang feierte den Punkt dennoch und verabschiedete das Team mit wohlwollendem Applaus in die Kabine.

Selbstkritischer Trainer

Viele Gästefans zog es daraufhin in einen angrenzenden Biergarten, wo das Abendspiel der Bundesliga übertragen wurde. Und spätestens, nachdem der Hoffenheimer Sieg über den großen Rivalen aus München feststand, war auch für sie aus einem durchwachsenen Nachmittag, den Keeper Roman Bürki "eine Enttäuschung" nannte, ein richtig erfreulicher Tag geworden.

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Zwei Stunden zuvor war BVB-Coach Peter Bosz selbstkritisch genug gewesen, die Fehler im Spiel der eigenen Mannschaft anzusprechen. Denn die hatte es trotz drückender Überlegenheit nicht geschafft, die mit Mann und Maus verteidigenden Freiburger zu besiegen – und das trotz einer Überzahl über 60 Minuten. "Wenn man eine Stunde lang ein Mann mehr ist, muss man gewinnen", sagte Bosz, dessen Team zuvor alle drei Pflichtspiele der Saison überzeugend gewonnen hatte.

Video: Dortmunds 4-3-3 in der Taktikanalyse

In Freiburg hingegen konnte man dem Team das Bemühen nicht absprechen, doch es blieb bei beeindruckenden Rahmendaten. 7:0 Ecken und sensationelle 77 Prozent Ballbesitz standen bei einer Passquote von 94 Prozent zu Buche. Doch wirklich gefährlich wurde es vor dem Freiburger Tor nur selten, dazu war das Tempo der Dortmunder Passfolgen oft zu niedrig. Sehr zum Ärger von Bosz: "Wir hatten Zeit genug, ein Tor zu schießen", sagte er noch, ehe SC-Pressesprecher Sascha Glunk darauf hinwies, dass der BVB zügig zum Flugzeug müsse.

Die Fahrt dorthin dürfte sich derweil für Betreuer und Spieler der Dortmunder ebenso angenehm gestaltet haben wie für ihre Fans im Biergarten. Schließlich boten die Bilder aus dem Abendspiel zwischen Hoffenheim und den Bayern bis zum Abpfiff genug Grund, um aus der ursprünglichen Enttäuschung über die "drei verlorenen Punkte“ (Bosz) Freude darüber werden zu lassen, dass man letztlich sogar einen Punkt auf die Bayern gutmachen konnte. Aus einer gefühlten Niederlage war also am frühen Abend fast schon so etwas wie ein gefühlter Sieg geworden. Es hätte also alles gut sein können aus Dortmunder Sicht, wäre da nicht die schwere Verletzung ihres Kapitäns gewesen.

Schmelzer: Kein Vorwurf an Ravet

Über zwei Drittel der Partie war der BVB mit einem Mann mehr auf dem Platz gewesen, nachdem Schiedsrichter Benjamin Cortus nach Konsultation der Videoaufnahmen Freiburgs Yoric Ravet vom Platz gestellt hatte. Marcel Schmelzer zog sich dabei eine Verletzung am Sprunggelenk zu – auch weil seine Verletzung aus dem Sommer wieder aufbrach. Umso bemerkenswerter, dass sich Schmelzer gegenüber dem Portal "Der Westen" versöhnlich gab: "Er versucht, mir den Ball abzunehmen, deswegen ist alles gut. Das Problem ist, dass ich dadurch wieder umgeknickt bin. Aber kein Vorwurf an den Jungen, er war auch schon an der Kabine und hat sich entschuldigt."

Christoph Ruf