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bundesliga

Match Facts Analyse: So hat Borussia Dortmund gegen den FC Schalke 04 gewonnen

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Borussia Dortmund hat das 99. Revierderby in der Bundesliga gegen den FC Schalke 04 mit 1:0 gewonnen. Ein am Ende klar verdienter Sieg. Doch bei aller Überlegenheit war gegen tief stehende Knappen für den BVB große Geduld gefragt. Wie es am Ende doch noch mit dem Sieg geklappt hat, verrät die Bundesliga Match Facts Analyse.

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Das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 ging am 7. Spieltag von Beginn an eigentlich nur in eine Richtung: auf das Tor der Schalker. Der BVB hatte deutlich mehr Spielanteile (62 Prozent Ballbesitz), gab am Ende 19:3 Torschüsse ab, hatte 11:2 Ecken und ließ die Pässe auch deutlich sicherer in den eigenen Reihen zirkulieren. 83 Prozent der Zuspiele kamen an, die Gäste hingegen konnten kaum für Entlastung sorgen, wurden bei Ballbesitz schnell attackiert und brachten so nur 67 Prozent der Zuspiele zum Mitspieler. Jeder dritte Ball war schon wieder verloren.

Und auch in der Offensive agierte Schalke zu harmlos. Den ersten der drei Torschüsse konnte die Mannschaft von Trainer Frank Kramer erst nach 62 Minuten verzeichnen. Die Schnittstellenpässe wurden meist von der Dortmunder Innenverteidigung um Mats Hummels und Nico Schlotterbeck abgefangen. Am Ende spielte sich das Geschehen aber ohnehin weitgehend in der Schalker Hälfte ab. Bezeichnend: Während Schalke nur auf 24 Eintritte ins das letzte Angriffsdrittel kam, stieß der BVB auf der anderen Seite gleich 79 Mal in die gefährliche Zone vor.

Terzics Matchplan: Angriffe über den linken Flügel

Doch bei 2,94:0,11 xGoals nach Abpfiff stellt sich die berechtigte Frage, warum Dortmund das Revierderby nicht deutlich höher gewonnen hat. Hauptgrund hierfür ist ein enorm diszipliniertes Verteidigen der Schalker im Zentrum. In einem kompakten 4-2-3-1 fand der eigentlich spielstarke BVB kaum Lösungen, um sich durch die Mitte zu kombinieren. Vor allem mit der Verletzung von Spielmacher Marco Reus nach einer halben Stunde, der eine Abwehrkette mit einer genialen Aktion aushebeln kann, wurde dies noch einmal zusätzlich erschwert.

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Das Mittel der Wahl von Trainer Edin Terzic war also: Angriffe über die Außen. Der Bundesliga Match Fact Angriffszonen verrät: 84 Prozent der Dortmunder Vorstöße ins letzte Angriffsdrittel wurden über die beiden Außenbahnen vorgetragen. Dabei bevorzugte der BVB mit 44 Eintritten die linke Angriffsseite. Ein Schlüsselduell war hier Donyell Malen gegen den noch recht unerfahrenen Schalker Rechtsverteidiger Henning Matriciani. Der Plan ging auf. Malen, mit 33,51 km/h mehr als drei Kilometer pro Stunde schneller als Matriciani, konnte seinen Gegenspieler selbst mit Ball am Fuß immer wieder überlaufen und bis zur Grundlinie vorstoßen. Gerade in der ersten Hälfte war Malen einer der auffälligsten Akteure auf dem Platz.

Angriffszonen: Dortmund dringt in 44 Prozent der Vorstöße über links vor - DFL

Wolf springt für Malen in die Bresche

Allein die Flanken des Niederländers, der als Rechtsfuß auf der linken Außenbahn eigentlich lieber nach innen zieht, kamen zunächst nicht an. Die erste Großchance hatte der BVB deshalb erst in der 33. Minute, als Malen genug Zeit hatte, um sich den Ball auf seinen rechten Fuß zu legen. Bellingham nutze die Kopfballchance, die eine Torwahrscheinlichkeit von 24 Prozent hatte, aber nicht.

Schalke stellte sich nach der Pause auf diese Taktik ein und stellte Malen zunehmend mit mehreren Gegenspielern zu. Dortmund ließ sich vom Matchplan aber nicht abbringen und spielte die Angriffe über die linke Seite nun weitgehend über Linksverteidiger Marius Wolf – ebenfalls ein Rechtsfuß.

Marius Wolf wird viel über die linke Angriffsseite des BVB gesucht - IMAGO/kolbert-press/Marc Niemeyer/IMAGO/kolbert-press

Moukoko: acht Ballbesitzphasen - vier Torschüsse

Mit Youssoufa Moukoko und Karim Adeyemi brachte Terzic nach gut einer Stunde für den inzwischen müden Malen und den weitgehend unauffälligen Mittelstürmer Anthony Modeste noch zwei frische Stürmer für die Schlussphase. Beide sorgten mit ihren schnellen Läufen für zusätzlich müde Beine bei den Schalkern. Besonders effizient präsentierte sich dabei Moukoko, der mit nur acht Ballbesitzphasen auf vier Torschüsse kam - zweitbester Wert beim BVB in diesem Spiel nach Jude Bellingham!

Die Geduld wurde schließlich in der 79. Minute belohnt. Auch vor dem entscheidenden Tor hatte Wolf die Möglichkeit, sich den Ball vor der Flanke auf den starken rechten Fuß zu legen. Seine Hereingabe fand den Kopf von Moukoko. Der Mittelstürmer, bisher noch nicht als Kopfballmonster bekannt, nickte den punktgenauen Flankenball lehrbuchhaft zum 1:0 in die Maschen, sprang dabei höher als sein zehn Zentimeter größerer Gegenspieler Maya Yoshida.

Die Entscheidung in einer Partie, bei der Borussia Dortmund seinen Plan bis zur Entscheidung mit letzter Konsequent verfolgte. Aber dennoch ging auch das Vorhaben der Schalker weitgehend auf. Zumindest bis zur 79. Minute.