Borussia Dortmund und Bayern München liefern sich ein spannendes Rennen an der Spitze - DFL Deutsche Fußball Liga
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Spannung an der Spitze: Dortmund und Bayern streiten um den Meistertitel

Köln - Das Rennen um die Deutsche Meisterschaft ist wieder vollkommen offen. Durch das 0:0 von Borussia Dortmund beim 1. FC Nürnberg ist der Vorsprung der Schwarz-Gelben auf den FC Bayern München auf drei Punkte zusammengeschmolzen. Die Bundesliga-Fans können sich freuen - denn so spannend ging es schon lange nicht mehr an der Tabellenspitze zu.

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Die Fans von Borussia Dortmund können sich sicherlich noch gut erinnern. In der Saison 2011/12 lag der BVB nach 22 Spieltagen ebenfalls mit drei Punkten Vorsprung auf Platz eins der Tabelle. Zweiter damals war Borussia Mönchengladbach - heute Dritter mit acht Zählern Rückstand. Es war das bis heute letzte Mal, dass es zwölf Spieltage vor Saisonende an der Spitze so eng zuging. Seitdem lag der Tabellenzweite zu diesem Zeitpunkt der Saison immer mindestens fünf Punkte (RB Leipzig 2016/17) hinter dem Spitzenreiter zurück - und der war immer der FC Bayern München.

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Den größten Vorsprung nach 22 Runden hatte der Rekordmeister aus München in der Saison 2013/14. Damals war die Mannschaft von Coach Pep Guardiola dem BVB bereits um 19 Punkte enteilt, hatte selbst schon 62 Zähler auf dem Konto. Vergangene Saison lagen die Bayern 18 Zähler vor Leipzig. Knapper als aktuell ging es letztmals 2009/10 zu. Damals waren Bayer 04 Leverkusen und die Bayern punktgleich mit 48 Zählern vorne, der FC Schalke 04 folgte mit drei Punkten Rückstand auf Platz drei. Am Ende waren die Bayern mit fünf Zählern Vorsprung Deutscher Meister.

Witsel: "Wir werden unseren Stil nicht verändern"

2011/12 gab es übrigens ein Happy End für den BVB. Denn das Team von Coach Jürgen Klopp legte einen sensationellen Endspurt hin, gewann zehn der verbleibenden zwölf Spiele bei zwei Remis - und wurde mit dem Clubrekord von 81 Punkten Deutscher Meister. Darauf hoffen die Westfalen jetzt natürlich wieder, auch wenn sie aktuell nicht in Topform sind. Das 0:0 in Nürnberg war bereits das dritte Unentschieden in der Bundesliga in Folge. Im DFB-Pokal (2:4 nach Elfmeterschießen gegen Werder Bremen) und in der Champions League (0:3 bei Tottenham Hotspur) setzte es zudem Niederlagen.

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"Natürlich haben wir uns mehr erhofft und wollten unbedingt gewinnen", sagte Sebastian Kehl, Chef der Lizenzspielerabteilung des BVB, denn auch nach dem Remis in Franken. "Unsere sehr junge Mannschaft hatte zuvor einen extrem positiven Lauf. Dass es in einer Saison auch Phasen geben wird, in denen es auch mal einen kleinen Knacks gibt, davon können wir uns nicht freimachen", fügte er an. Mittelfeldstar Axel Witsel ergänzte: "Wir werden unseren Stil nicht ändern. Viele Topteams können solche Phasen haben."

Kovac will Dortmunds "Vorsprung abknabbern"

Der FC Bayern hat diese Phase in der Saison schon hinter sich. Zwischen dem fünften und siebten Spieltag sowie dem zehnten und zwölften blieben die Münchner zwei Mal je drei Spiele in Folge ohne Sieg. Ganze drei Punkte sammelten sie in diesen sechs Partien. Doch seitdem läuft es beim Team von Coach Niko Kovac ergebnistechnisch in der Bundesliga wieder. Zuletzt gewannen die Bayern neun der jüngsten zehn Spiele. Und der Rückstand auf den BVB ist kontinuierlich geschrumpft. Nach dem zwölften Spieltag waren es noch neun Zähler, zur Herbstmeisterschaft am Ende der Hinrunde standen sechs Punkte Rückstand an - jetzt sind es nur noch drei. Ein Abstand, den die Bayern aus eigener Hand im direkten Duell mit dem BVB am 28. Spieltag aufholen können.

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Klar, dass die Münchner wieder Morgenluft wittern und alles dran setzen, um die Borussia noch abzufangen. Dran geglaubt, dass sie auch die siebte Deutsche Meisterschaft in Folge holen, haben die Bayern ohnehin immer. "Es ist eine besondere Situation, das hatte der FC Bayern in den letzten sechs Jahren nicht. Wir versuchen unsere Leistung zu bringen, unsere Spiele zu gewinnen, um den Vorsprung, den der BVB hat, abzuknabbern", sagte FCB-Trainer Niko Kovac im bundesliga.de-Interview: "Wir sind alle davon überzeugt, dass die Meisterschaft eng bleiben wird."

BVB hofft auf die Rückkehr von Marco Reus

Doch auch die Dortmunder stecken in der aktuellen Schwächephase den Kopf nicht in den Sand. Coach Lucien Favre bemängelt zwar die derzeitige Chancenauswertung und war zuletzt auch verärgert über zu viele Gegentore, doch grundsätzlich sieht er seine Mannschaft weiter auf einem guten Weg. "Wir haben das Spiel dominiert und es hat sehr wenig gefehlt", sagte Favre nach der Partie in Nürnberg.

Beim BVB herrscht nun die Hoffnung, dass Marco Reus schon bald wieder mitwirken kann. Der Kapitän, der zuletzt wegen eines Muskelfaserrisses ausgefallen war, soll eventuell am Sonntag gegen Leverkusen wieder auflaufen. Er könnte den Unterschied ausmachen. Auf jeden Fall können sich die Fans auch weiterhin auf ein spannendes Titelrennen freuen.

Von Tobias Schild