Jubel beim BVB: Kapitän Marco Reus stemmt den DFB-Pokal in den Berliner Nachthimmel - © Martin Rose/Getty Images
Jubel beim BVB: Kapitän Marco Reus stemmt den DFB-Pokal in den Berliner Nachthimmel - © Martin Rose/Getty Images
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Borussia Dortmund feiert den Pokalsieg über RB Leipzig: "Das waren Emotionen pur"

Borussia Dortmund ist DFB-Pokalsieger 2021! Die Schwarz-Gelben setzten sich am Donnerstagabend mit 4:1 (3:0) gegen RB Leipzig durch und sicherten sich so den fünften Pokaltitel der Vereinshistorie. Jadon Sancho und Erling Haaland erzielten die Tore für den BVB, für Leipzig traf Dani Olmo im zweiten Durchgang.

"Wenn ich irgendwann mal auf dieses Spiel zurückschauen werde, werde ich enttäuscht sein, dass ich keine drei Tore gemacht habe", ließ Jadon Sancho am späten Donnerstagabend wissen. In der Schlussphase des DFB-Pokalfinales zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig hatte der Flügelspieler der Schwarz-Gelben die Riesenchance zum vorentscheidenden 4:1 relativ kläglich vergeben. Doch ändern sollte auch dieser kleine Aussetzer nichts mehr am Pokaltriumph des BVB. Und an dem hatte Sancho – trotz vergebener Riesenchance – erheblichen Anteil. "Das war ein sehr wichtiges Spiel für uns und die Fans. Als großer Klub sollten wir Titel gewinnen, es war vier Jahre her. Heute bin ich glücklich, dass ich eine Schippe draufgelegt habe."

Das hatte der Engländer tatsächlich auch am Donnerstagabend getan: Bereits nach fünf Spielminuten brachte Sancho den BVB mit einem feinen Schlenzer auf die Siegerstraße. Es war bereits der dritte Treffer gegen RB Leipzig innerhalb der letzten Tage, der vierte sollte folgen. Bereits bei der Generalprobe fürs Pokalfinale am letzten Spieltag in der Bundesliga steuerte Sancho einen Doppelpack zum 3:2-Sieg bei. Am Donnerstagabend sollte das Ergebnis schließlich noch deutlicher ausfallen: Mit 4:1 setzte sich die Mannschaft von Trainer Edin Terzic gegen die Sachsen durch und schnappte sich den fünften Pokal-Titel der Vereinshistorie.

Titeltrainer: Edin Terzic bejubelt den Pokalsieg - Martin Rose/Getty Images

"Heute auf dem Podest zu stehen ist einfach unglaublich", freute sich auch der Trainer nach Schlusspfiff. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, weil wir einen extrem guten Weg gegangen sind in den vergangenen Monaten. Das macht uns einfach stolz." Tatsächlich ließen die Dortmunder am Donnerstagabend nur wenig Zweifel aufkommen, dass sie sich den Titel schnappen würden. Nach der frühen Führung durch Sancho legte Torjäger Erling Haaland Mitte der ersten Halbzeit nach, ehe erneut Sancho schon vor dem Pausenpfiff für das 3:0 und somit einen komfortablen Vorsprung sorgte.

"Dortmund macht aus wenig viel, wir machen aus viel wenig. Das war der Unterschied", musste auch RB-Trainer Julian Nagelsmann die eiskalte Chancenverwertung des Finalgegners anerkennen. "Die haben vorne eine unglaubliche Qualität." Die Leipziger mühten sich in Durchgang zwei zwar, das Spiel noch einmal zu drehen, erarbeiteten sich Chancen, kamen schlussendlich aber lediglich zum Anschlusstreffer durch Dani Olmo. In der Schlussphase machte Haaland dann den Deckel drauf und sorgte für die endgültige Entscheidung zu Gunsten der Dortmunder.

"Das sind unglaubliche Momente, was wir heute für ein Spiel gezeigt haben", erklärte Marco Reus nach Abpfiff. "Ich hatte vor dem Spiel ein gutes Gefühl", ließ der BVB-Kapitän wissen, räumte aber auch ein: "Wir haben in der zweiten Halbzeit schon etwas Glück, Leipzig war am Drücker." Das dürfte die Freude am Ende jedoch kaum schmälern können.

Würdigung: Die BVB-Spieler feiern Routinier Lukasz Piszczek - Pool/Getty Images

Bei Routinier Lukasz Piszczek dürfte die ohnehin noch einmal etwas größer ausfallen. Der 35-Jährige wird seine Profikarriere in diesem Sommer beenden und hat nun den Abschied bekommen, den er sich erträumt hatte. "Das heute werde ich für mein Leben mitnehmen. Ich hätte mir das vor der Saison nicht vorstellen können. Aber ich wollte die Zeit hier am liebsten mit einem Titel beenden. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und finde keine Worte. Das waren Emotionen pur."

Es sollen, wenn es nach den Dortmunder geht, aber nicht die letzten großen Emotionen in dieser Saison gewesen sein. Der Meistertitel geht zwar an den FC Bayern, doch das Rennen um die Champions-League-Plätze läuft in der Bundesliga noch auf Hochtouren. Das weiß auch der (heisere) Dortmunder Cheftrainer. "Ich habe meine Stimme extrem gerne geopfert. Wir bekommen ständig auf die Fresse, wenn es nicht läuft, jetzt haben wir es uns alle verdient, heute diesen Abend zu genießen", erklärte Terzic, ließ dabei aber die kommenden Aufgaben nicht aus dem Blick. "Die Saison ist für uns noch nicht vorbei. Wir wollen als Pokalsieger noch sechs Punkte in der Liga holen und in die Champions League einziehen." Genug Rückenwind für diese Aufgabe dürften die Dortmunder nun zweifelsfrei haben.