Grenzenloser Jubel: Marco Reus und Jadon Sancho freuen sich über den Siegtreffer - © imago images / Jan Huebner
Grenzenloser Jubel: Marco Reus und Jadon Sancho freuen sich über den Siegtreffer - © imago images / Jan Huebner
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Borussia Dortmund mit Fingerzeig Richtung Konkurrenz

Köln - Ohne Mittelfeldmotor Axel Witsel, ohne die Kreativzentrale Mario Götze, ohne Top-Torjäger Paco Alcacer und trotz zweimaligen Rückstands bei Hertha BSC gewinnt Borussia Dortmund am 26. Spieltag in Berlin, springt zumindest für eine Nacht zurück an die Tabellenspitze und sendet ein deutliches Zeichen in Richtung der Konkurrenz.

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"Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit viel investiert und es hat sich zum Glück auch gelohnt. Es tut uns gut, diesen Sieg mitzunehmen", sagte ein zufriedener Innenverteidiger Manuel Akanji nach einer extrem spannenden und abwechslungsreichen Partie im Olympiastadion, die der BVB am Ende unfassbar knapp, aber doch verdient mit 3:2 gewann. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit erlöste Kapitän Marco Reus am Ende drückend überlegene Dortmunder, die die Partie mit zwei Mann mehr beendeten, weil Jordan Torunarigha (Gelb-Rot) und Vedad Ibisevic (Rot nach Tätlichkeit) auf Seiten der Hertha in der Schlussphase vom Platz flogen.

BVB ist rechtzeitig wieder in der Spur

Es war ein Auf und Ab der Gefühle für die Schwarz-Gelben, die vor der Pause zweimal durch Salomon Kalou in Rückstand gerieten, aber erst durch Thomas Delaney und kurz nach dem Seitenwechsel durch Dan-Axel Zagadou zurückschlugen. "Man kann keine Mannschaft 90 Minuten dominieren", sagte BVB-Trainer Lucien Favre nach dem Spiel. "In der ersten Halbzeit hatten wir es sehr schwer. Die zweite Hälfte war dann viel besser. Insgesamt haben wir verdient gewonnen." Die Erleichterung war dem Schweizer anzumerken, auch wenn er mit der Vielzahl vergebener Chancen seiner Mannschaft haderte und auch für den Gegner ein dickes Lob übrig hatte: "Hertha hat eine sehr, sehr gute Mannschaft, die eine extrem gute Bilanz gegen die besten fünf Teams der Liga hat. Aber wir wollten unbedingt gewinnen, dieser Sieg war sehr wichtig."

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Ohne drei absolute Leistungsträger zu gewinnen, gegen eine hoch verteidigende Mannschaft, die jeden Spieler auf dem Spielfeld in direkte Maindeckung nimmt: Es war ein absoluter Kraftakt für die Westfalen. Dessen war sich auch Siegtorschütze Marco Reus bewusst: "Es geht momentan nicht so leichtfüssig, wie noch in der Hinrunde. Wir müssen uns derzeit alles hart erarbeiten", so der BVB-Kapitän. "Natürlich freue ich mich über meinen Treffer. So ein Sieg in der 92. Minute gibt der Mannschaft für die kommenden Aufgaben einen unglaublichen Push." Bereits zum fünften Mal in dieser Saison gewann der BVB nach einem Rückstand und erstmals seit Ende Januar konnte Borussia Dortmund durch Reus’ Tor wieder zwei Bundesliga-Spiele in Folge siegreich gestalten. Rechtzeitig zum hochspannenden Saisonfinale um die Deutsche Meisterschaft ist Schwarz-Gelb also wieder in der Spur und sendet ein deutliches Zeichen in Richtung der direkten Konkurrenz.

Fingerzeig Richtung Konkurrenz

Am Ende gewannen die Dortmunder nach 25:7 Torschüssen und zwei Rückständen tatsächlich auch verdient. Der Meinung war auch Thomas Delaney, der nach der Partie zugab, seine schweren Beine nach einer "sehr schweren" Partie zu spüren. "Wir haben uns das als Mannschaft erarbeitet", sagte der Däne, der die Westfalen mit seinem wichtigen Treffer zum 1:1 im Spiel hielt. Am Ende wusste auch er ganz genau, wie wichtig dieser Sieg in Berlin am Ende der Saison noch sein könnte: "Es ist so eng an der Spitze. Wir müssen in der aktuellen Situation eigentlich jedes Spiel gewinnen, weil wir mit den Bayern gleichauf sind." Die Marschroute für den Saisonendspurt der Borussia ist also klar. Und der Sieg gegen Hertha BSC war ein erster klarer Fingerzeig in Richtung der Konkurrenz…

Dennis-Julian Gottschlich

Mit diesem Schuss erlöst Marco Reus den BVB in der Nachspielzeit - imago images / Matthias Koch